„De ruude Peesch“ made my day

Da ich ja nun zur Häfte von der Mosel stamme, gehört für mich der Weinbergpfirsich – also der richtige rote Weinbergpfirsich, nicht das, was an Tellerpfirsichen in deutschen Supermärkten als Weinbergpfirsich unters Volk gebracht wird – zum Herbst. Jaaa. Es ist soweit. Ich geb’s zu: Es ist Herbst.

Gestern war ich zum Muttergeburtstag in der alten Heimat. Und exakt um diese Zeit sind auch immer die Pfirsiche reif. Ohne eigenen Weinbergpfirsich zu leben kam nach dem Hausbau schon nicht in Frage. Wir pflanzten einen vor die Terrasse. Der gab allerdings leider nach ein paar Jahren – geschwächt von der unvermeidlichen Kräuselkrankheit – nach einem Jahr mit brutalstmöglicher Ernte und langer, schwerer Krankheit den Löffel ab. Ich war nahezu untröstlich. Wir waren schließlich Freunde, der Baum und ich.

Es musste ein neuer Baum her. Wir fanden ihn in Maria Laach. Ein Benediktiner-Baum sozusagen. Und der hält sich momentan tapfer. Dieses Jahr hatten wir zum erstenmal eine nennenswerte Ernte von 3,5 Kilo. Immerhin. Applaus für den Baum!

Heute stand ich dann mit diesen 3,5 Kilo Weinbergpfirsichen in der Küche. Nach langem Hin und Her entschied ich mich, ein Kilo in Kompott und ein Kilo in Fruchtmus zu investieren. Das Fruchtmus ist sehr vielseitig. Ich mache Eis daraus, ich nutze es als Fruchtspiegel usw.

Fruchtmus aus Weinbergpfirsichen

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Zutaten

  • 1 kg sehr reife Weinbergpfirsiche, Gewicht netto ohne Schale und Kern
  • 100 ml Wasser
  • 50 ml Granatapfelsirup (meine Pfirsiche waren mir etwas zu wenig rot... Ich habe geschummelt in Gedanken, Worten und Werken...)
  • 300 g brauner Rohrohrzucker
  • 2 Sternanis
  • 10 Kardamomkapseln
  • 1 ordentlichen Schuss Weinbergpfirsichlikör

Zubereitung

  • Pfirsiche häuten, entkernen und in grobe Stücke schneiden und mit Wasser, Sirup und Zucker zusammen aufkochen. Gewürze in einem Teebeutel oder - wie ich - einem Teeei in den Sud geben.
  • Mit offenem Deckel etwa eine Stunde einköcheln lassen. Teeei entfernen und Masse pürieren.
  • Einen Schuss Weinbergpfirsichlikör (ersatzweise z.B. Himbeergeist o.ä.) zugeben, umrühren und noch heiß in sterilisierte Gläse abfüllen. Sofort verschließen.

Weinbergpfirsichkompott

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Zutaten

  • 1 kg sehr reife Weinbergpfirsiche, Gewicht netto ohne Schale und Kern
  • 2 Stücke Zimtrinde (oder eine halbe Zimtstange)
  • 1 Vanilleschote (Mark auskratzen und Schote mit in den Topf geben)
  • 100 ml Weinbergpfirsichlikör
  • 130 g brauner Rohrohrzucker

Zubereitung

  • Pfirsiche schälen, entkernen und in Stückchen schneiden. Alle Zutaten zusammen in einen Topf geben und langsam erhitzen. Anschließend etwa eine Stunde einköcheln lassen.
  • Vanilleschote und Zimtrinde entfernen und noch heiß in sterilisierte Gläser füllen.

Geschält und entkernt war meine Menge von 3,5 kg doch stark geschrumpft. Und ich schäle extrem sparsam. Ich schwöre!

Zuletzt stand ich noch mit einer Nettomenge von 300 g Pfirsich da. Was damit tun? Roh essen kommt nicht in Frage. Der Weinbergpfirsich entfaltet sein wahres Talent bzw. seine extreme Komplexität nämlich erst in gekochtem Zustand.

Ich geriet ins Grübeln. Und schließlich fand ich, ich sollte ihm einmal eine Chance in etwas so profanem wie Ketchup gönnen. Und das Ergebnis haute mich am Ende echt um. Absolut köstlich! Auch zu dunklem Fleisch oder Käse. Ich bin verliebt.

Weinbergpfirsichketchup

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Zutaten

  • 300 g sehr reife Weinbergpfirsiche, Gewicht netto ohne Schale und Kern
  • 2 Schalotten
  • 500 g Cocktailtomaten
  • 100 ml Condimento bianco
  • 70 Gal brauner Rohrohrzucker
  • 1 Lorbeerblatt
  • Senfsaat
  • Piment
  • getrocknete Chili (Menge je nach Schärfe)
  • Salz, schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Weinbergpfirsiche schälen, entkernen und in grobe Stücke schneiden. Schalotten achteln. Tomaten halbieren. Alles zusammen mit dem Zucker in einen Topf geben und aufkochen lassen.
  • Teeei mit Lorbeerblatt, Senf, Chili und Piment füllen und in den kochenden Sud geben. Bei offenem Deckel einköcheln lassen.
  • Anschließend pürieren und nochmals kurz köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Noch heiß in strilierte Flaschen füllen und sofort verschließen.

Und als dann irgendwann der letzte Pfirsich im Glas versunken war, ging die Sonne unter. Und wieder sehr hübsch. Danke, Sonne!

mde

7 Kommentare

    1. hervorragend. meine sind in diesem jahr auch untypisch groß und hübsch – sonst eher unscheinbar und deutlich kleiner. unbedingt einkochen, chutneysieren o.ä. der gatte ist hier gerade total begeistert von meinem pfirsich-ketchup-versuch =)

  1. An die Moselpfirsiche erinnere ich mich dunkel. Waren die nicht herb und bitter? Dafür eingemacht sehr lecker.

    Mein Obst steht 600 km entfernt. Das ist ziemlich anstrengend dieses Jahr. :rolleyes:

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