Death by chocolate. Or hazelnuts. Oder so.

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Ich muss schon sagen: In diesem Jahr bin ich – was die Weihnachtsbäckerei angeht – echt sehr experimentiertfreudig. Bis eben war ich erst in drei Fällen Wiederholungstäter. Vanillekipferl und Schokowürfel müssen sein. Da geht kein Weg dran vorbei. Die dritte Wiederholungstat ist Bestandteil des Weihnachtsgeschenks für eine Kollegin. Im Prinzip backe ich die alljährlich echt nur für sie. Weil sie total darauf abfährt, und selbst nicht gerade eine begeisterte Plätzchenbäckerin ist.

Aber dazu kommen wir später. Wir gehen chronologisch vor. Das ist der Plan! Und ich brauche langsam einen Plan, damit ich mein Schreibtempo halbwegs mit meinem Backtempo synchronisieren kann.

Der gestrige Tag begann mit Bernd Siefert (also der Teil des Tages, den ich in der Küche verbrachte…) und er endete mit ihm. Das selbstlose Geschenk des Gatten („Weihnachtsbäckerei – die besten Rezepte von Bernd Siefert“) hat sich bereits dienstags in meiner Backwoche gelohnt. Ich startete gestern mit den „Brutti ma buoni“ (Piemontesische Makronen). Mit ihnen begann etwas, das ich bislang in meiner Weihnachtsbäckerei noch nie erlebt hatte: Eiweißmangel. Sonst hatte ich immer massig Eiweiße übrig, die ich dann irgendwie in Dutzenden von Baiser-Blechen verklappt habe. Diesmal suche ich nach Rezepten für die Eigelbverwertung. Unglaublich!

Meine Brutti ma buoni sind deutlich heller als die auf dem Foto im Buch. Ich hatte die Zutaten aufgrund von Eiweißmangel (es waren nur noch sechs statt acht übrig) etwas gekürzt und zauderte dann mit der Zimtmenge. Vielleicht liegt es daran.

Brutti ma buoni

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Zutaten

  • 600 g gehackte Haselnüsse
  • 8 Eiweiße (Größe M)
  • 500 g Zucker
  • 1 g Zimt

Zubereitung

  • Den Backofen auf 140°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ausreichend Backbleche mit Backpapier belegen.
  • Die Haselnüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Zugabe von Fett rösten und anschließend herausnehmen.
  • Die Eiweiße steif sclagen, dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Dann den Zimt zugeben und die Haselnüsse unterheben. Die Masse in einer Schüssel auf dem Wasserbad auf ca. 50°C erwärmen.
  • Den Teig mit Teelöfeln auf die vorbereiteten Bleche geben und diese nacheinander auf mittlerer Schiene ca. 45 Minuten trocken backen, dann herausnehmen und auskühlen lassen.
  • Tipp von Bernd Siefert: Damit sie möglichst lange etwas von den Plätzchen haben, bewahren Sie diese am besten trocken in Blechdosen auf.
  • Tipp von mir: Ich habe den Teig mit einem Spritzbeutel in kleinen Tupfen aufs Blech gebracht. Funktionierte ausgezeichnet.

Weiter ging es mit einem der Highlights dieser Saison; „Nougat-Plätzchen“ aus der aktuellen „Sweet Dreams“ (Nov/Dez 2017). Gut. Das waren dann  auch die bislang arbeitsintensivsten Plätzchen, aber es hat sich gelohnt. Ich habe die doppelte Rezeptmenge hergestellt. Das ergab etwat 60 Doppeldecker-Plätzchen. Ich habe die Dose erstmal versteckt. Kommentar Gatte: „Ey, ich weiß, wo deine Plätzchen wohnen!“ Stimmt. Sinnlos!

Nougat-Plätzchen

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Zutaten

  • 200 g Haselnüsse
  • 150 g weiche Butter
  • 100 g Rohrzucker
  • 2 Eier
  • 230 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 3 TL lösliches Espressopulver
  • Nuss-Nougat-Creme

Zubereitung

  • Backofen auf 180°C vorheizen. Haselnüsse im Mixer fein mahlen. Butter und Zucker schaumig rühren. Eier nacheinander unterziehen. Mehl, Back- sowie Espressopulver und 70 Gramm Haselnüsse glatt unterrühren. Aus dem Teig kleine Kugeln formen, im Rest der gemahlenen Nüsse wälzen.
  • Teigkügeln mit Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen, leicht flach drücken und ca. zehn Minuten abbacken. Herausnehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
  • Auf die Hälfte der abgekühlten Halbkugeln je einen Klecks Nuss-Nougat-Creme geben, eine zweite Halbkugel daraufpressen und leicht drehen.
  • Tipps von mir: 1. Der Teig war mir deutlich zu klebrig, um daraus Kugeln zu formen. Der landete erstmal für eine Weile auf der Terrasse. Anschließend ging das perfekt. 2. Die Haselnussmenge zum Wälzen kann um etwa die Hälfte reduziert werden. Bei mir blieb sehr viel übrig. 3. Ich habe die Nuss-Nougat-Creme etwa 1:1 mit Zartbitterkuvertüre gemischt und temoeriert. So wird das etwas fester. Und ich mag Zartbitter.

Gestern Abend dann beschloss ich, mich noch an die Siefertschen „Ossa da mordere“ zu machen. Da stand: „Standzeit: über Nacht“. Und diese Plätzchen waren mir ein absolutes Rätsel. Auf dem Rezeptfoto sehen sie echt seltsam aus. Siefert hat allerdings angemerkt: „Die Kekse sehen zwar aus, als wären sie explodiert, zählen aber zu meinen absoluten Lieblingen.“

Sieferts Lieblinge sind meine Lieblinge. Also her damit!

Nachdem ich die Masse gestern Abend aufs Blech (beziehungsweise die Bleche, weil doppelte Menge – is‘ klar, ne!) gekippt hatte, sahen sie aus wie eine riesige Tafel Vollnussschokolade. Zwei angsteinflößend riesige Tafeln Vollnussschokolade um genau zu sein.

Ossa da mordere

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Zutaten

  • 500 g geröstete, ganze Haselnüsse
  • 500 g Puderzucker
  • 3 Eiweiße (Größe M)
  • 25 g Kakao

Zubereitung

  • Alle Zutaten zu einer glatten Masse verrühren, diese anschließend gleichmäßig auf einen Backpapierbogen streichen und über Nacht antrocknen lassen.
  • Am nächsten Tag den Backofen auf 150°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ausreichend Backbleche mit Backpapier belegen.
  • Den Teig in ca. 3 x 3 cm große Quadrate schneiden. Diese mit ausreichend Abstand auf die vorbereiteten Bleche setzen und nacheinander im Backofen auf mittlerer Schiene je ca. 25 Minuten trocken backen. Anschließend herausnehmen und abkühlen lassen. Luftdicht verpacken.
  • Tipps von mir: 1. Ich habe die Masse auf mit mit Backpapier ausgelegten Fettpfannen verteilt. 2. Die Bleche habe ich über Nacht auf Zimmertemperatur antrocknen lassen und dann am Morgen kurz auf der mit 0°C perfekt temperierten Terrasse platziert. 3. Nicht wundern, nur backen.

Etwa an dieser Stelle des Tages klingelte mein Handy. Der Kameramann! Der Kostenvoranschlag für das Drecksding beläuft sich auf dreihundertfünfundachtzigeurosechsundsiebzig. Na toll. Ich zog es tatsächlich kurz in Erwägung, aus den übrig gebliebenen Eigelben Eierlikör herzustellen und mit total die Kante zu geben. Genug Eigelbe hätte ich gehabt.

Stattdessen machte ich mich zornentbrannt an die Plätzchen für die Kollegin. Immerhin ist da Kirschwasser drin. Beziehungsweise aus Kirschwassernotstand diesmal Himbeergeist. Egal. Pah!

Schoko-Kirsch-Plätzchen

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Zutaten

  • 125 g getrocknete Sauerkirschen
  • 3 EL Kirschwasser
  • 270 g Mehl
  • 50 g Kakao
  • 120 g Puderzucker
  • 1 Prise Salz
  • 200 g kalte Butter
  • 1 Ei
  • Schokolade oder Kuchenglasur

Zubereitung

  • Sauerkirschen grob hacken und mit Kirschwasser mischen. Eine Stunde unter gelegentlichem Rühren einweichen.
  • Mehl, Kakao, Puderzucker, Salz, Butter, Ei und Kirschen erst mit den Knethaken des Handrührgeräts, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig vierteln, zu Rollen formen und in Klarsichtfolie gewickelt zwei Stunden kalt stellen.
  • Die Teigrollen nacheinander aus dem Kühlschrank nehmen und jeweils auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zügig zu etwa 1,5 Zentimeter dicken Strängen formen und in sechs Zentimeter lange Stücke schneiden. Vorsichtig zu Hörnchen biegen und auf mir Backpapier belegte Bleche geben. Nacheinander im heißen Ofen bei 180°C (Umluft: 160°C) etwa zwölf Minuten abbacken. Auf einem Gitter abkühlen lassen.
  • Kuchenglasur (oder Schokolade) schmelzen. Die Hörnchen mit den Spitzen in die Glasur tauchen, abstreifen und auf Backpapier (ich bevorzuge mit Alufolie bezogene Schneidbretter) trocknen lassen.
  • Tipps von mir: 1. Vergiss die Hörnchen! Viel einfacher geht es mit Talern. Dazu dickere Rollen formen und schließlich in Scheiben schneiden. Zur Hälfte in Glasur tauchen. Schmeckt genauso gut, geht aber 1000mal flotter. 2. Ich habe das Rezept mit Cranberries getestet, weil ich im vergangenen Jahr keine getrockneten Sauerkirschen auftreiben konnte. Schmeckt auch - aber nicht so gut. 3. In diesem Jahr habe ich deas Kirschwasser durch Himbeergeist ersetzt. Fazit: Passt! Kein Problem.

Schockierende Nachricht des Tages: Das Rezept ist aus einem Heft von 2010! Ich mache die Dinger jetzt seit sechs Jahren! Schockierender Gedanke des Tages: Wieso vergeht eigentlich die Zeit so schnell?!?!

Was soll’s?! Immerhin bin ich jetzt blogtechnisch wieder gleichauf mit meinem Ofen. Yeah! Zeit, mal zu schauen, was da noch geht. Und Zeit für einen Linseneintopg. Als Gegengift. Ich brauche herzhaft. Jetzt! Sofort!

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