Eine Überschrift für dieses vernudelte Blogpost zu finden, war nicht leicht. Und dank Andi Möller wirkt sie jetzt ein wenig wie eine Zangengeburt. Aber egal. Es geht jedenfalls um Pasta. Und die gibt’s schließlich nicht nur in Mailand und Madrid. Bleiben wir aber erstmal in Italien. Auf einmaligen Wunsch einer einzelnen Dame lasse ich euch mal einen Blick auf mein neuestes Küchenspielzeug werfen – eine „Demetra – la macchina per Cavatelli, Gnocchi Sardi, Orecchiette“.
Vor längerer Zeit bin ich schon auf dieses Gerät gestoßen und war ein ganz klein bißchen verliebt in die Optik. Letztes Jahr nach dem Sardinien-Urlaub habe ich mich dann etwas intensiver damit befasst. Und irgendwann habe ich sie einfach gekauft. Und sie ist toll. Sie sieht nicht nur schön aus, sie fühlt sich auch sagenhaft gut an. Und sie kann Nudeln. Unfassbar!
Ich wollte sie bzw. ihre Ergebnisse die ganze Zeit schon mal vorführen, bin aber nie so recht dazu gekommen. Jetzt isses also so weit. Vorab: Man kann Gnocchi Sardi / Gnocchetti Sardi / Malloreddus natürlich auch von Hand machen. Für zwei Personen ist das prinzipiell auch kein Problem, wenn man Zeit hat. Sobald man aber weniger Zeit hat oder mehr Personen gleichzeitig hungrig sind, gewinnt die Demetra gegen das Gnocchi-Brettchen. Und das um Längen.
Nachdem der Teig dreißig Minuten geruht hat, braucht man praktisch nur ein paar Minuten zur Herstellung eines ganzen Backblechs Pasta. Wirklich genial. Ich verdiene damit übrigens weder Geld noch Anerkennung. Ich habe die Maschine selbst gekauft und teile lediglich meine ehrlich empfundene Begeisterung.
Cavatelli liegen da übrigens nicht auf dem Gruppenfoto, weil ich sie bereits alle auseinandergefisselt und zu Orecchiette gezuppelt hatte, bevor es mir einfiel. Sorry…
Bei mir hat die Maschine vom ersten Versuch an perfekte Pasta produziert. Im Prinzip ist das natürlich alles eine Frage des perfekten Teigs. Und für den gibt es eine einfache Formel: 2 Teile Semolina + 1 Teil Wasser = Teig. Dabei kann man für einen Hauptgang pro Person etwa 100 g Semola rechnen. Das ist selbst für Mathematik-Schwachmaten wie mich machbar.
Zutaten
- 200 g Semola die grano duro rimacinata (sehr fein gemahlener Hartweizengrieß)
- 100 g Wasser
Anleitung
- Mehl und Wasser in einer Schüssel vermischen und schließlich auf der Arbeitsplatte weiter auskneten.
- Den ersten Arbeitsschritt kann man auch der Küchenmaschine mit Knethaken überlassen. Sobald der Teig krümelig ist, herausnehmen und von Hand weiter kneten.
- Teigkugel formen und in Folie im Kühlschrank eine halbe Stunde ruhen lassen.
- Anschließend stückweise Rollen aus dem Teig formen und diese durch die Maschine lassen.
- Salzwasser aufkochen, Pasta hineingeben, Hitze reduzieren und etwa drei Minuten sieden lassen.
Notizen
So. Das dazu. Ich könnte jetzt noch ein unterbelichtetes Esstischfoto vom Teller bieten, lasse es aber mal. Wenn diese hier gegessen werden, hole ich es nach. Versprochen!
Kommen wir jetzt aber nach Sibirien. Daher stammen nämlich die Pelmeni, die ich gestern Abend endlich hergestellt habe. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich das bereits tun wollte, aber nun war es ja endlich so weit. Gegessen hatte ich die letzten auf Larissas Hochzeit. Lang, lang ist’s her…
Und apropos „unterbelichtete Handyfotos“ – nehmt dies!
Es war spät. Und nachdem ich gestern den ganzen Tag über das Gästezimmer in den Zustand eines Gästezimmers – d.h. es könnten jetzt theoretisch wieder Gäste kommen… – versetzt hatte, war ich auch zu schwach, um für ein gescheites Foto zum 875.128stenmal die Treppe hochzulaufen. Mit dem Teller machte ich das später dann doch noch einmal. Aber dazu kommen wir gleich.
So richtig zufrieden bin ich mit meinen Pelmeni-Skills noch nicht. Die sehen eindeutig noch zu tortellonig aus. Aber sie schmeckten ausgezeichnet für einen ersten Versuch. Das fand auch der Gatte, als er ausgehungert von einem Schwimmbad-Tauchgang vor seinem Teller saß. „Sehr gehaltvoll!“ – so sein Kommentar. Klar. Sollte ja auch sibirische Jäger im Winter in den Weiten der Taiga – oder Tundra – bei Kräften halten. Im Ernst: Sind halt Nudeln mit Hackfleischfüllung, geschwenkt in Butter. Ja nun…
Zutaten
für den Teig:
- 400 g Weizenmehl, evtl. etwas mehr plus zum Auskneten hier: Tipo 00
- 1 Ei
- 120 ml Wasser
- 120 ml Milch
- 0,5 TL Salz
- 1 Schuss Olivenöl
für die Füllung:
- 500 g Rinderhack eigentlich Rind und Schwein halb & halb
- 3 Zwiebeln
- 2 Zehen Knoblauch
- Salz, schwarzer Pfeffer
- 1 Bund Petersilie optional
zusätzlich:
- 125 g Butter
- 1 Handvoll Babyspinat optional
- Pfifferlinge optional
Anleitung
Teig:
- Milch, Wasser, Ei, Öl und Salz in einer großen Schüssel aufschlagen, bis sich die Zutaten verbunden haben.
- Mehl zugeben und unterrühren. Teig auf die Arbeitsplatte geben und etwa fünf Minuten lang ordentlich durchkneten.
- Man kann das auch die Küchenmaschine erledigen lassen, aber der letzte Knetgang sollte von Hand erledigt werden. Möglicherweise muss auch noch zusätzliches Mel eingearbeitet werden.
- Teig zu einer Kugel rollen und in Folie für dreißig Minuten im Kühlschrank parken.
Fleischfüllung:
- Zwiebeln, Petersilie und Knoblauch sehr fein hacken und mit dem Fleisch verkneten. Salzen und pfeffern.
Endmontage:
- Teig portionsweise auf der bemehlten Arbeitsfläche gleichmäßig dünn ausrollen. Mit einem runden Ausstecher mit vier Zentimetern Durchmesser Kreise ausstechen. Je ein Stückchen Fleischfüllung darauf platzieren und Kreise zu Halbkreisen zusammenklappen.
- An der offenen Seite rundum andrücken. Anschließend die spitzen Enden zusammenführen und aneinander drücken.
- Pfifferlinge putzen und kurz und kräftig in etwas Olivenöl anschwitzen. Spinat dazugeben und einfallen lassen.
- Salzwasser erhitzen, aufkochen und die Pelmeni im siedenden Wasser gar ziehen lassen. Derweil Butter auslassen.
- Pelmeni in der Butter schwenken und mit den Pfifferlingen und dem Spinat anrichten.
Notizen
Anschließend war noch Teig übrig. Eine Nacht im Kühlschrank würde ihm nicht schaden. Und damit hatte ich für heute den perfekten Grund, auch noch Wareniki herzustellen. Ein Jahr ist es ungefähr her, dass ich bei einer Firmenfeier zu später Stunde mit Oksana die Pelmeni-Wareniki-Sache unter Berücksichtigung polnischer Pierogi (die hatte ich schon mal hier) und lettischen Schwarzbrots (wo ist eigentlich das versprochene Rezept? :D) einmal gründlich vertieft hatte. Da war aber auch bereits der ein oder andere Gin Tonic unsere durstigen Kehlen herabgeronnen. Eigentlich hätten wir Wodka trinken müssen. Oder wie der „gute Deutsche“ in Erinnerung an die 80er Jahre sagen würde: „Werft die Gläser an die Wand, Russland ist ein schönes Land… HaHaHaHaHa – Hey!“
Da ich ja nun nach einem Jahr endlich die Pelmeni gepackt habe, kann ich auch gleich noch die Wareniki hinterher schieben. Zumal die ja den polnischen Pierogi, von denen wir 2016 anlässlich eine WM-Spiels Polen vs. Deutschland total begeistert waren, sehr ähnlich sind. Zumindest wenn man sie mit Kartoffelfüllung macht. Wareniki gibt’s nämlich auch in süß.
Süß kam nicht in Frage. Da stehe ich ja überhaupt nicht drauf. Süße Hauptgerichte. Börks. Sorry. Nicht mal auf die Apfel- oder Kirschpfannkuchen meiner Mutter, die es desöfteren nach der Schule gab, war ich jemals besonders scharf. Das ist nichts für mich. Das ist Nachtisch!
Zurück zum Thema: Ich finde, meine Wareniki könnten noch etwas hübscher werden. Es war nicht leicht, den Teig rundum so zu „rändeln“, dass er mir wirklich gefallen hätte. Bei den Jiaozi war mir das deutlich besser gelungen. Aber Teig ist halt nicht gleich Teig.
Und dann muss ich noch zu meiner Schande gestehen, dass ich den Kartoffelteig ohne Quark etwas langweilig fand. Ich gönnte ihm zwei Esslöffel. Perfekt. Gruß an Polen!
Am Ende des Tages saßen zwei erschöpfte und etwas verwahrlost wirkende Personen am Esstisch. Beide hatten Holzspäne in den Haaren. Aaaaber: Die Terrasse und sämtliche Holzelemente der Fassade sind abgeschliffen! Der gatte hat echt alles gegeben. Todesmutig stand er mit dem Bandschleifer auf der Leiter. Mir war schlecht und ich hoffte sehr, dass er es überleben würde. Prinzipiell sollte man sich vor dem Eingehen einer Ehe überlegen, ob mindestens eine der Personen kein Problem mit Höhe hat. Das wäre gut. Das macht das Leben leichter. Eindeutig.









