One of these Days…

Eigentlich wäre am vergangenen Freitag der perfekte Abend für das Gin Tasting der vorherigen Woche gewesen. Wir hätten locker das Leben in der „Gin Lane“ oder der „Beer Street“ nachspielen können. Unsere Bürostimmung entsprach fast exakt den beiden Drucken von William Hogarth. Nur ohne Alkohol.

Über die Gründe kann ich mich jetzt natürlich nicht en détail auslassen. Es sei nur soviel gesagt: Im Prinzip reichte Gin nicht. Im Prinzip brauchte es diese „Leck mich am A****“-Tablette, die man üblicherweise vor operativen Eingriffen verabreicht bekommt. Blöderweise gab es gerade keinen operativen Eingriff weit und breit, bzw. es gab irgendwie schon einen „operativen Eingriff“. In Anführungszeichen. Mit Ausrufezeichen dahinter. Aber für den gab es vorab leider keine Narkose.

Nach einer unruhigen Nacht voller Selbstbeschimpfungen und voll gerechten Zorns begab ich mich dann gestern in die Spirituosenabteilung meines Vertrauens und schleppte eine Flasche Gin nach Hause. Mittels Anchan-Blautee-Infusion bereitete ich uns zwei nette Aperitive zu, die die in sie gesetzten Erwartungen voll erfüllten. Ich zitiere die Packungsrückseite des Tees: „Ihren Blüten und Wurzeln werden allerlei positive Effekte zugeschrieben. In der Ayurvedischen Medizin wird der Blautee für ein besseres Gedächtnis, gegen Stress und als Stimmungsaufheller eingesetzt.“

In Verbindung mit Alkohol tritt vor allem die stimmungsaufhellende und stressbefreiende Wirkung recht flott ein. Ein besseres Gedächtnis?! Ich kann mich ehrlich gesagt nicht so genau erinnern…

Ist aber ein recht netter Gimmick mit Farbwechsel, den ich mal als Aperitif fürs Weihnachtsessen 2018 im Hinterkopf behalten werde. Aber: „Pssssst!“. Nicht verraten!

Zum Abendessen gab es dann gestern nach einer erneuten reichen Kürbis-, Chili- und Tomatenernte ein Curry, an dem ich so lange herumschraubte, bis ich selbst völlig enthusiasmiert war. Im Prinzip bin ich es immer noch. Das war praktisch perfekt – für unseren Geschmack. Oder sagen wir 97 von 100 Punkten. Man braucht ja auch noch Ziele im Leben.

Indisches Curry mit Hähnchen und Kürbis

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Zutaten

  • 400 g Hähnchenfleisch, hier Brust in Würfeln
  • Öl zum Ausbraten, Salz und Pfeffer zum Würzen
  • 3 Schalotten
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 Stück Ingwer, fein gehackt etwa ein 1 EL
  • 2 Stengel Zitronengras
  • 3 feingehackte Chilis
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 EL Garam Masala, gestrichen
  • 1 EL Madras Curry, gestrichen
  • 1 EL Kreuzkümmel, gestrichen
  • 1 EL Kurkuma, gestrichen
  • 1 EL gemahlene Koriandersaat, gestrichen
  • 1 TL Cayennepfeffer , gestrichen
  • 1 unbehandelte Limette, Saft und Schalenhälften
  • 800 ml Geflügelbrühe
  • 3 EL Stefan Hentschels Tomatencrème (ersatzweise etwas mehr Tomaten oder Tomatenmark)
  • 300 g Tomaten, gewürfelt
  • 500 g Kürbis, gewürfelt
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • Bund Petersilie, gehackt

Zubereitung

  • Hähnchenfleisch würfeln. Würfel in heißem Öl in einem Gussbräter von allen Seiten bräunen. Dabei Salzen und pfeffern. Wenn das Fleisch rundum angebraten ist, herausnehmen und beiseite stellen.
  • Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer hacken und anschwitzen. Tomatenmark, Gewürze, Chilis und angestoßene Zitronengrasstengel zugeben und ebenfalls kurz mit anbraten. Dabei immer wieder umrühren.
  • Mit dem Geflügelfond und dem Limettensaft ablöschen. Ausgedrückte Limettenhälften in den Topf geben und mitköcheln lassen. Hähnchenstücke wieder zugeben. Tomaten und Kürbis würfeln und ebenfalls zugeben.
  • Hitze reduzieren, Deckel halb auflegen und sanft köcheln lassen, bis das Curry die perfekte Konsistenz hat. Abschmecken und evtl. nochmal mit den Gewürzen nacharbeiten.
  • Kurz vor dem Servieren gehackte Petersilie unterrühren.

Um die Monstrosität der oben abgebildeten Tomate nochmals zu betonen, habe ich sie übrigens auf der Waage fotografiert. Das zum Thema „Die dümmsten Bauern haben die dicksten… Tomaten“. Das sind übrigens Gramm. Nicht Milligramm.

Das fette Gerät liegt noch in der Küche und wird gleich mit einigen seiner kleinen Freunde in einer Tomatenkonserve landen. Für das gestrige Curry hat die Hälfte gereicht. Und das waren dann mehrere Tomaten…

Und weil es gerade so gut zum Curry passt, habe ich heute endlich mal das Chapati nach der Anleitung aus dem „Nad Brahma“ in Amed getestet. Funktionierte dann auch hervorragend.

Wobei „Anleitung“ fast schon übertrieben ist. Und „Rezept“ wäre es ohnehin. Egal! So geht das:

Chapati

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Zutaten

  • 1 Tasse Wasser
  • 2 Tassen Weizenmehl, hier: 550er plus noch etwa eine Tasse Mehl zum Auskneten und Ausrollen

Zubereitung

  • In einer Schüssel Wasser und Mehl mischen und verkneten. Weiteres Mehl zugeben und kneten, bis der Teig noch weich ist, aber nicht mehr an den Händern klebt.
  • Pfanne (perfekt ist eine gusseiserne!) auf dem Herd stark erhitzen. Kein Fett hineingeben! Den Teig zu kleinen Kugeln formen. Diese auswalzen. Nach und nach in der sehr heißen Pfanne ausbacken. Immer wieder wenden.

Zum Curry passen die ganz hervorragend. Und es ist außerordentlich erstaunlich, dass sie aus nichts als Mehl und Wasser bestehen. Hätte ich das in meiner Studentenzeit geahnt, ich hätte mich wochenlang davon ernährt.

Ich habe es noch nicht erwähnt, weil ich immer noch fassungslos bin: Ulle. Morgen vielleicht. Oder übermorgen. „… als würde die Sonne platzen…“ Waaah! Wie gesagt: Heute reicht meine Kraft nicht mehr, aber vielleicht morgen… Und zu Gauland in Mainz und den 05ern dann gleich auch noch.

Apropos „Sonne“: Da hatten wir gestern aber wirklich einen sehr hübschen Sonnenuntergang. Wenigstens das!

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