Man kann den Sommer essen!

Überraschung! Es geht wirklich. Und während es ja laut einschlägiger Wetterprognosen nochmal so richtig schön werden soll – herbstlich schön (Uuuhhhh! Das böse H-Wort!) – kann man ja auch noch Sommersachen essen. Mich hat in den letzten Tagen ein Kochbuchkauf angetrieben. Selten habe ich dieser Frequenz Sachen aus ein und demselben Buch nachgekocht: „Gemüse“ von Antonio Carluccio.

Vermutlich sollte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es sich um „Werbung“ handelt. Und das, obwohl ich das Geld für das Buch höchstselbst sauer verdient habe. Im Schweiße meines Angesichts sozusagen – trotz Klimaanlage! Jetzt frage ich aber mal ernsthaft, welche kranken Ausmaße diese DSGVO-Paranoia mittlerweile angenommen hat.

Dabei gibt es klare gesetzliche Vorgaben. Ich sage es hier noch einmal ausdrücklich: Dieses Blog hat keinerlei Gewinnerzielungsabsicht. Ich verdiene nichts daran, wenn ich sage, wie gut mir dieses Buch gefallen hat. Ich verdiene an absolut gar nichts, das hier in sämtlichen Blogposts seit knapp zehn Jahren erwähnt wird.

Und ich werde auch zukünftig nichts daran verdienen. Es wird keine Anzeigen geben. Ich werde nicht eingeladen zu irgendwas. Mir werden keine Küchenmaschinen zum Testen überlassen. Ich äußere hier lediglich meine Meinung. Und das werde ich auch weiterhin tun. Und zwar ohne diese Meinung als „Werbung“ zu deklarieren. Das ist sie nämlich nicht. Basta!

Mir macht das hier Spaß – mal mehr und mal etwas weniger. Und mir reicht es als „Profit“, dass ich meine Urlaube nachvollziehen kann (memo to myself: endlich die verschwundenen Fotos ergänzen!), dass ich meine Rezepte nicht aus einem Zettelberg heraussuchen muss, und dass ich so vor mich hinschreiben kann. Über Kommentare freue ich mich. Und ansonsten schnuddele ich hier so weiter vor mich hin. Völlig unentgeltlich.

Kommen wir aber jetzt endlich zum Thema. Antonio Carluccio! Sein Buch hat mir große Freude bereitet. Mir und meiner Gartenernte. Und dem Gatten auch. Carluccios „Salsa Base di Pomodoro“ gab es bereits. Und sie landete als lauwarmer Dip auf einigen Tellern in der vergangenen Woche.

Zum „Insalata di tutti Fagioli“, zu den Kartoffelplätzchen (an deren endgültiger Fassung arbeite ich noch) und zu den Zucchinibällchen passte sie ganz ausgezeichnet. Der Salat ist – wenn man am Vorabend ans Einweichen der Bohnen denkt – ein Kinderspiel. Ein überaus lohnendes Kinderspiel.

Insalata di tutti Fagioli

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Zutaten

  • 350 g getrocknete Bohnen (hier: eine Mischung aus Kidney, Augenbohnen und Kichererbsen
  • Salz
  • 5 Knoblauchzehen (im Rezept sind drei Knollen angegeben, aber wir mussten beide am nächsten Tag arbeiten...)
  • 6 EL natives Olivenöl, extra vergine (beste im Haushalt befindliche Qualität!)
  • Basilikum, glatte Petersilie, Minze, Salbei und Schnittlauch - alles fein gehackt
  • 2 EL Weißweinessig oder Zitronensaft
  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

Zubereitung

  • Hülsenfrüchte über Nacht in kaltem Wasser einweichen, abspülen und in Wasser gut zwei Stunden weich kochen. Erst kurz wallend aufkochen, dann köcheln lassen.
  • Über einem Sieb abgießen und abtropfen lassen. Salzen.
  • Backofen auf 180°C vorheizen. Den Knoblauch ungeschält auf Alufolie legen, mit etwas Olivenöl beträufeln und die Folie oben schließen. Etwa eine halbe Stunde im Ofen lassen, herausnehmen, abkühlen lassen und aus den Schalen schaben.
  • Alle Zutaten zusammen in eine Schüssel geben und gründlich vermischen.

Auf dem Teller ganz oben gesellt sich ausgebackener Feta hinzu. Den habe ich an diesem Tag im Prinzip nach diesem Rezept hergestellt. Bloß habe ich die Kräuter weggelassen, den Halloumi durch Feta ersetzt und diesen am Anfang der Panierstraße von zwei Seiten kurz in Ras el Hanout getunkt. Zwei Scheiben Wurzelbrot und Tomatensauce dazu. Köstlich!

Über die mißlungenen gefüllten Tomaten habe ich mich ja bereits gestern hinreichend ausgelassen. Über die schweigen wir jetzt mal lieber. Vorgestern abend dann gab es „Peperoni Faciti“ nach Carluccio. Vorgestern waren sie gut, gestern aufgewärmt allerdings der Knaller.

Peperoni Farciti

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Zutaten

  • 2 große gelbe oder rote Spitzpaprika
  • 180 g leicht angetrocknetes Weißbrot in kleinen Würfelchen
  • 1 EL gesalzene Kapern, abgespült, etwas eingeweicht und dann gehackt
  • 1 EL entsteinte schwar
  • 3 Tomaten, entkernt und fein gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe, gehäutet und fein gehackt
  • reichlich glatte Petersilie, gehackt
  • 3 Anchovifilets, vom Öl befreit und fein gehackt
  • 100 ml natives Olivenöl, extra vergine
  • Salz, schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Backofen auf 180°C vorheizen.
  • Paprikaschoten waschen, trocken tupfen, längs halbieren und entkernen.
  • Die Brotwürfelchen in einer Schüssel mit Wasser bedecken, kurz einweichen lassen und sofort das überschüssige Wasser ausdrücken. Brot, Kapern, Oliven, Tomaten, Knoblauch, Petersilie, Anchovis und die Hälfte des Äls mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen.. Die Füllung auf die Papikahälften verteilen.
  • Paprikaschoten in einer Auflaufform legen und mit dem restlichen Öl beträufeln. Im vorgeheizten Ofen etwa 45 Minuten backen, bis die Paprikaschoten an den Rändern anbräunen und die Füllung goldbraun und knusprig ist.
  • Anmerkung: Wir hatten am ersten Tag jeweils eine als Beilage. Da war ich noch nicht total überzeugt. Nachdem die verbliebenen beiden Paprika am nächsten Tag nochmals im Ofen waren - und die Füllung diesmal deutlich knuspriger - war ich hin und weg. Deshalb: Die Füllung sollte wirklich wie im Rezept angegeben "goldbraun und knusprig" sein. Eventuell Backzeit verlängern!

Die Brotwürfel waren Reste des Wurzelbrots. Auf den Fotos oben sieht man es nochmals in all seiner großporigen Schönheit.

Außerdem auf diesem Teller befinden sich Röllchen aus Halloumi und Aubergine. Die habe ich flott improvisiert.

Halloumi mit Auberginen

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Zutaten

  • 250 g Halloumi
  • 1 große oder zwei kleinere Aubergine/n
  • Salz
  • "Stefan Hentschels Tomatencrème" zum Bestreichen der Auberginen, ersatzweise eventuell Pesto rosso oder maltesische Kunserva oder stark einreduzierte Tomatensauce
  • getrockneter Wildthymian, ersatzweise frischer Thymian
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl zum Ausbacken

Zubereitung

  • Auberginen waschen und Stielansatz entfernen. In feine Scheiben schneiden. Scheiben nebeneinander auf einem Brett auslegen, etwas salzen und zehn Minuten weich werden lassen.
  • Mit der Tomatencrème bestreichen und mit Thymian bestreuen.
  • Halloumi"klötzchen" in Scheiben schneiden und die Scheiben jeweils in eine Auberginenscheibe wickeln. Mit Spießchen befestigen. Bei runden Auberginen aus jeweils zwei Scheibchen Aubergine und einem Stück Halloumi ein Sandwich bauen und mit Küchengarn festzurren.
  • Olivenöl in einer Pfanne erhitzen (etwas mehr als mittlere Hitze) und Auberginen-Halloumi-Basteleien hineingeben. Von oben salzen und pfeffern. Nach dem Wenden auch von der Unterseite salzen und pfeffern. Ausbacken, bis der Käse weich und die Auberginen goldbraun sind.

Auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Herrn gab es dann gestern eine fast exakte Wiederholung des Vorabendessens. Das Rezept für die erwähnte Tomatencrème findet sich hier: „Stefan Hentschels Tomatencrème“. Da muss ich zwingend noch Nachschub produzieren!

Und heute wird es Pasta mit Tomatensauce geben. Ganz simpel. Und dafür brauche ich nicht mal Antonio Carluccio. Das schaffe ich auch allein.

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