Zumindest jetzt gerade in dieser frühen Blühphase. Während der schier endlosen acht Bürostunden heute beschloss das Fukushimabeet, gegen Abend alles zu geben, um mich etwas aufzuheitern. Es gelang. Der Anblick der vielen blühenden Tulpen (zwischen den havarierten Gerippen der Hibiskus-Reaktoren…) erfreute das Gärtnerinnenherzchen.
„Don’t walk on the grass –
… kill it!“ war das Motto des heutigen Tages. So sehr ich im vergangenen Jahr darauf gewartet hatte, dass es spross, so sehr verfluchte ich es heute. Bis zum Nachmittag hatten wir uns dann auf der Beetseite der Mähkanten bis zu den Tujen vorgearbeitet. Im Schweiße unseres Angesichtes. Aber jetzt sieht es so aus, wie es aussehen soll: Gras auf der einen Seite – Kantenstein – grasfreies Beet auf der anderen Seite. Geschafft!
Ein langer Tag, …
Etwas hat überlebt!
Man glaubt es kaum, aber seit heute ist es definitiv. „Etwas hat überlebt!“ – ein winziger Teil der Pfefferminze aus dem Katteneser Garten! Die Pfefferminze meiner Kindheit. Eigentlich hatte ich schon nicht mehr daran geglaubt, da das, was wir im letzten Jahr von meiner Tante bekommen hatten, erst vor sich hingekümmert und dann verschwunden war. Und doch hat ein bißchen davon den Winter überstanden und beginnt gerade auszutreiben. Diese Entdeckung war mir wirklich eine große Freude.
„Da wackelt de Dom, …
… da wackeln die Bäääm,
Ja, un de Becker-Jean
Der geht noch lang net häm…“
Da rückten die Straßenbauer doch heute tatsächlich unserer herrlichen Baustraße mit einem riesigen Presslufthammer auf die Pelle! Das sieht da draußen ganz schön fies aus mittlerweile. Und an Versprechungen à la „In der Mitte bleibt immer ein Stück Fahrbahn stehen, sodass sie zum Be- und Entladen ans Haus kommen…“ glaube ich auch nicht mehr. Pah! Tiefe Gräben tun sich rechts und links des letzten Fahrbahnstreifens auf. Mindestens drei Reihen Pflastersteine wurden entfernt und das Rhododendronbeet wurde bis an die erste Blumenzwiebel heran weggebaggert.





