That’s the way the cookie crumbles…

Herrgott, da bin ich doch noch fertig geworden. Wer hätte das gedacht?! Am wenigsten wohl ich. Und seltsamerweise habe ich drei Kilo Mehl, mehrere Tüten gemahlene Haselnüsse und Mandeln und sagenhafte acht 200-Gramm-Blöcke Kuvertüre übrig. Rechnen war ja noch nie meine Kernkompetenz, aber das mit der Schokolade ist mir echt ein Rätsel.

In diesem Jahr war das Wetter absolut nicht weihnachtsbäckereikompatibel. Soviel muss mal gesagt werden. Entweder war es zu warm, um Teige draußen zu kühlen. Oder es begann zu regnen, wenn ich etwas kurz mal rausstellen wollte, z.B. damit die Schokoladenglasur flott anzieht. Es begann übrigens erschreckend oft exakt in dem Augenblick zu regnen, als ich die Terrasse betrat. Man hätte meinen können, unter dem ersten Brett sei ein Sensor montiert, der bei Kontakt einen unmittelbaren Regenschauer auslöste.

Ich startete frühmorgens mit den Schokowürfeln… Schokoecken… Schokowhatever… Die gehen recht flott von der Hand. Da wird nur der Teig gerührt, auf ein Blech gestrichen – und schon kann man sich wieder anderen Dingen zuwenden, während der Ofen die Arbeit erledigt.

Schokoecken

Zutaten

  • 250 g gemahlene Mandeln
  • 160 g Kakao
  • 100 g Mehl
  • 2 TL Lebkuchengewürz (kleine Teelöffel, sonst wird es zu lebkuchig)
  • 500 g weiche Butter
  • 500 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 6 Eier
  • 200 g dunkle Kuvertüre

Zubereitung

  • Mandeln, Kakao, Mehl und Lebkuchengewürz mischen. In einer zweiten (großen!) Rührschüssel Butter, Zucker und Salz schaumig aufschlagen. Die Eier nacheinander Unterrühren.
  • Mandelmischung zugeben und ebenfalls unterrühren.
  • Den Teig auf ein gefettetes (oder mit Backpapier ausgelegtes) Blech streichen. Im heißen Ofen bei 180°C (Umluft: 160°C) auf der mitteleren Schiene 20 bis 25 Minuten backen. Vollständig auskühlen lassen.
  • Kuvertüre im Wasserbad schmelzen, in einen Gefrierbeutel füllen, eine Ecke abschneiden und einmal kreuz und einmal quer über den Teig fließen lassen. Alles nochmals gut abkühlen lassen. Niedrige Außentemperaturen wie heute sind hier sehr willkommen.
  • Schokoteig in kleine Stücke (Ecken... Würfel... Wie auch immer...) schneiden und kühl lagern.

Von denen bin ich aber alljährlich immer wieder total begeistert. So simpel wie sie sind, so genial sind sie. Absolute Empfehlung. Vor allen, wenn man flott „Dosen machen“ muss. Ein Blech gibt eine große Blechdose. Noch etwas Kuvertüre drüber sprenkeln. Zack. Fertig.

Auf Wunsch eines einzelnen Herren – Nein! Nicht schon wieder der mit den Ochsenaugen! – gab es abschließend noch eine neue Sorte: Ingwerkipferl nach einem Rezept von – ich wage es nicht zu sagen… – Bernd Siefert. Und was  jetzt folgt, ist definitiv KEINE Werbung! Das ist ene Mischung aus Begeisterung und Überzeugung. Bernd Sieferts Weihnachtsbackbuch hat mir im vergangenen Jahr der Gatte geschenkt. Nachdem er mir vorher einen Torten-Kurs bei Bernd Siefert geschenkt hatte. Und es ist mittlerweile das fleckigste und mit den meisten Klebemarkierungen versehene Buch dieses Haushalts. Das war mal eine Anschaffung, die sich echt gelohnt hat. Und das Ergebnis war nach jedem ausprobierten Rezept absolut einwandfrei. Das nur mal so, falls wer etwas Derartiges sucht.

Zurück zu den Ingwerkipferln. Ich sage es gleich: Ich stand ihnen sehr kritisch gegenüber. Der Gatte – ein ausgemachter Ingwerliebhaber – war begeistert. Und er klebte einen weiteren Zettel ins Buch, nachdem er es am vergangenen Wochenende einer intensiven Sichtung unterzogen hatte. Nun gut. Dann sollte er sie halt haben, seine Ingwerkipferl.

Ingwerkipferl

Zutaten

  • 100 g Rohrzucker (hier: Muscovado)
  • 10 ml Sesamöl
  • 190 g weiche Butter
  • 2 Eigelb
  • 270 g Weizenmehl
  • 130 g fein gemahlene, geschälte Mandeln (hier ungeschält, weil vorrätig...)
  • 1 Prise Meersalz
  • 3 TL Ingwerpulver
  • 70 g fein gehackter, kandierter Ingwer

Zubereitung

  • Rohrzucker mit Öl und Butter cremig aufschlagen, dann die Eigelbe zugeben.
  • Mehl sieben. Mit Mandeln, Salz und Ingwerpulver mischen und zusammen mit dem kandierten Ingwer nur kurz unter die Buttermasse kneten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und etwa eine Stunde kalt stellen.
  • Den Ofen auf 160°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Drei Backbleche mit Backpapier belegen. Vom Teig walnussgroße Stücke abstechen und mit den Händen zu kleinen Halbmonden formen. Auf die vorbereiteten Bleche setzen.
  • Die Bleche nacheinander im Backofen auf mittlerer Schiene je etwa zwanzig Minuten abbacken. Nach dem Backen sofort entweder mit Puderzucker und etwas Ingwerpulver bestäuben oder mit einer Seite in dunkle Kuvertüre tunken. Ich entschied mich für die schokoladige Variante.

Und nachdem ich sie probiert habe, fand ich sie gar nicht mal so gut… ääähhh… übel. Ich bin sicher, wenn ich von denen bis Weihnachten je eins zu den Mahlzeiten zu mir nehme, ist das sicher die perfekte Erkältungsprophylaxe.

Kurz nachdem ich die schokolierten Kipferl etwa fünfmal auf die Terrasse getragen, abgestellt und etwa zehn Sekunden später hysterisch wieder ins Haus gezerrt hatte, weil es zu pieseln begann, stand ich dann da mit einer großen inneren Leere. Vorbei! Die Weihnachtsbäckerei ist vorbei! Die große innere Leere wich dem Gedanken, dass da noch acht Eiweiße stünden.

Plätzchenmasse Nummer fünfzehn rotierte in der Küchenmaschine. Ich liebe Baisers. Und: Ich mag sie knochentrocken, obwohl sie so nicht gehören. Ich weiß. Ist mir aber egal. Ich will sie trocken. Also lasse ich sie brutalerweise bei 100°C fast drei Stunden im Ofen. Sie halfen anschließend, die große innere Leere zu verdrängen.

Im Ernst: Ich bin ganz schön froh, dass es wieder mal vorbei ist. Wie immer hinterher. Gut elf Monate später freue ich mich aber schon wieder wie verrückt darauf. Aber jetzt kann ich mich – falls ich irgendwann die Kücher wieder entklebt haben werde… – ungehemmt der Planung des Weihnachtsmenues hingeben. Nach den Plätzchen ist vor dem Gelage!

Zum Abschluss kommt jetzt noch etwas wahrhaft Abscheuliches. Nichts für schwache Nerven sozusagen. Wer bis hierher gelesen hat und zart besaitet ist, sollte jetzt einfach wegklicken. Schnell! Denn jetzt kommt die Erklärung zur Überschrift: „That’s the way the cookie crumbles…“. Es kann halt nicht immer alles klappen. Und man ist auch nicht immer in Höchstform. Manchmal ist man auch in Tiefstform. Gibt es sowas?! Seit heute glaube ich es.

Als besonderen Clou hatte ich mir wie üblich für den Abschluss der Weihnachtsbäckerei wieder eine niedliche Bastelarbeit aufgehoben. Die Lieblingskollegin hatte mir im Vorfeld mit den Worten „Da! Wäre das nix für dich?!“ die herausgerissene Seite irgendeiner Frauenzeitschrift in die Hand gedrückt. Ja. Sah nett aus. Mach‘ ich. Tolle Idee.

Nach reiflicher Überlegung jetzt hier erstmal ein Foto meines abscheulichen Werks. Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich es wirklich zeigen soll. Egal jetzt.

Horrorschneemänner! Ich habe Horrorschneemänner gebacken!!! Der Zuckerguss war zu flüssig, die Schokolade auch in keiner guten Form. Und ich? Ich schon gleich gar nicht. Der vorwurfsvolle Blick der beiden oberen Schneemannmonster spricht Bände! Und dabei hatte ich mir soclhe Mühe beim Schnitzen der Nasen aus Orangeat gegeben…

Da ich noch reichlich Schokokekse aus der Produktion des ersten Tags und ebenfalls reichlich dieser Kokoskugeln, deren Namen wir nicht nennen wollen, habe, werde ich es morgen oder übermorgen nochmals versuchen. Drei Päckchen Puderzucker und eineinhalb Kilo Kuvertüre sollten ausreichen, die Bemalung neu anzugehen. So leicht gebe ich nicht auf. Ich nicht! Nicht wegen eines popeligen Horrorschneemanns!!! *diabolischeslachen*

 

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