Tomatenglück & Wochenendexperimente

Endlichendlichendlich ging es los mit den ersten Tomaten für dieses Jahr. Die Cocktailtomaten legen vor. Gleich drei Sorten konnte ich an diesem Wochenende testen. Alle drei Sorten stammen aus der Schwester unerschöpflicher Samenbank. Und sie waren alle drei sehr verschieden, aber sehr lecker.

Die hübscheste ist mit Abstand die Jolie Coeur auf dem Foto oben. Mit Farbwechsel von fast schwarz nach schwarz-rot. Auch nicht schlecht – und ebenfalls eine in meinem Garten neue Sorte: Goldita, eine gelbe Cocktailtomate. Ausgezeichneter Geschmack. Und das „ertragreich“ scheint nicht übertrieben zu sein. Die Pflanze hängt so richtig voll.

Mit zwei Tagen Verspätung waren dann auch heute die ersten beiden Kleinen Mohren reif. Und die fand ich echt verblüffend. Fast obstig. Erstaunlich.

Aufgeschnitten, fotografiert und verschlungen. Zack! Läuft.

Der Schwester hatte ich übrigens auch Saatgut der mallorquinischen Ramallet geschickt. Allerdings hat sie jetzt gelbe Cocktailtomaten. Falls eine der Damen, denen ich noch Saatgut geschickt hatte, das gleiche Problem hat: Bitte melden. Meine eigene ist noch nicht so weit, dass ich beurteilen könnte, welche Farbe das am Ende haben wird. Reklamationen werden mit ordnungsgemäßem Saatgut beantwortet.

Wer Ramallet nachmacht oder verfälscht, oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Tomatenanbauverbot nicht unter zwei Jahren bestraft.

Neiiiin! Das wäre nahezu unerträglich!

Letztes Wochenende wurde dem Familienbesuch anlässlich unseres jeweils einzigen Grillens des Jahres – Vorsicht! An- und Abgrillen am gleichen Tag kann auch zu einer Tradition werden! – ein Trampó mallorquín aufgetischt, der sehr gut ankam.Ich hattte sogar drei kleine, selbstgezogene, hellgrüne Paprika im Angebot, ergänzte sie aber noch durch eine rote und eine grüne. Der perfekte Sommersalat! Das Rezept gab es schon einmal. Hier isses!

Außerdem hatte ich ein wenig experimentiert. In meiner ersten Arbeitswoche nach dem Urlaub gab es – aus Gründen – täglich Catering. Unter anderem stand da Mitte der Woche ein netter Salat aus Kichererbsen in netten Gläschen. Und er schmeckte super. Ich ließ die anderen Sachen stehen. Und zerlegte den Salat auf einem Teller, um mir die Einzelteile zu notieren. Kollegen sahen mich dabei seltsam von der Seite an. Egal.

Samstags bastelte ich ihn nach und – Oh, Wunder! – er schmeckte fast identisch gut. Beim ersten Versuch. Ein richtiges Rezept habe ich nicht. Aber die Zutaten – und ungefähre Mengen. Ich versuch’s mal:

Kichererbsensalat mit Koriander und Chili

Zutaten

  • 1 Dose Kichererbsen (eine große - leider weiß ich jetzt nicht mehr genau, wieviel das genau ist)
  • 1 gelbe Paprika
  • 3 mittlere Möhren
  • Koriander und Petersilie - Menge nach Geschmack
  • Habanerosauce oder gehackte Chilis - Schärfegrad nach Geschmack
  • Essig, Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  • Möhren raspeln. Paprika in sehr feine Würfelchen schneiden. Kräuter hacken. Chili sehr fein würfeln.
  • Kichererbsen abgießen und abspülen. Alle stückigen Zutaten in eine Schüssel geben. Mit Essig, Öl, Salz und Pfeffer abschmecken. Sollte schon etwas scharf sein. Ich legte noch mit Habanerosauce nach.

Es gab außerdem Faltenbrot, Würstchen aus eigener Produktion, Geflügel- und Garnelenspieße und etliches andere. Grillen ist ja im Prinzip ganz nett, wenn man mehrere Leute zu verpflegen hat. Ich persönlich finde allerdings, dass es sich für zwei Menschen im Haushalt nicht wirklich eignet. Gut. Jetzt hassen mich alle Dauergriller, aber egal.

Was ich aber heute getan habe, dürfte sie eventuell wieder besänftigen. Ich habe ein sensationelles Ciabatta gebacken. Eigentlich dachte ich ja, mein bereits verbloggtes Ciabatta-Rezept wäre perfekt. Ist es auch, wenn es schnell gehen muss. Aber das hier toppt es deutlich. Wenn man denn reichlich Vorlauf und einen Sauerteig zur Hand hat.

Besser geht es eigentlich nicht. Ich bedankte mich anschließend bei meinem Sauerteig, der wider Erwarten den Urlaub im Kühlschrank überlebt hatte. Und der nach ein paar Tagen der Wiederbelebung tatsächlich einen recht ordentlichen Eindruck machte. So ordentlich, dass ich das Ciabatta-Rezept, das ich im Urlaub ergooglet hatte, testen wollte.

Ciabatta aus Sauerteig

Zutaten

Poolish:

  • 70 g Mehl, Type 0 (Manitoba)
  • 70 ml Wasser
  • 20 g Sauerteig - aufgefrischt
  • 500 g Mehl, Type 0 (Manitoba)
  • 400 ml leicht lauwarmes Wasser
  • 5 g Backmalz
  • 11 g Salz

Autolyse-Teig:

    Teig:

      Zubereitung

      • Poolish: Wasser, Sauerteig und Mehl in eine Schüssel geben und gründlich verrühren. Mit Foli (oder hier: einem feucht-warmen Küchentuch) abdecken und etwa zwölf Stunden gehen lassen.
      • Autolyse-Teig: Mehl und 150 ml Wasser in die Schüssel der Küchenmaschine geben und mit dem Flachrührer verkneten, bis das Mehl die gesamte Flüssigkeit aufgenommen hat. Nach und nach die restlichen 250 ml Wasser angießen und weiter rühren lassen. Immer erst Flüssigkeit zugeben, wenn der Teig die letzte Gabe komplett absorbiert hat.
      • Es entsteht ein recht klebriger Teig. Diesen etwa 40 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Anschließend mit dem Flachrührer bei hoher Geschwindigkeit erst mit dem Poolish und dann mit dem Backmalz verkneten. Wenn der Teig beginnt, sich vom Schüsselrand zu lösen, Salz zugeben und weiterrühren.
      • Wenn der Teig sich beim Rühren komplett vom Rand der Schüssel löst, Flachrührer gegen Knethaken austauschen und etwa fünf Minuten weiterkneten. bis der Teig glatt und elastisch ist und zwischen den Fingern einen Schleier bildet.
      • Teig in eine geölte Schüssel geben und sechs bis zwölf Stunden gehen lassen. Der Teig sollte sich vom Volumen her verdreifachen. Bei mir dauerte es zwölf Stunden.
      • Arbeitsplatte kräftig bemehlen und Teig darauf kippen. Teig mit einer Teigkarte in die gewünschte Form bringen - bei mir etwa drei gleich große Teile. Teig dabei möglichst wenig falten oder überklappen - auch wenn es noch so verlockend ist. Und ich weiß, wovon ich rede...
      • Teigstücke von oben ebenfalls bemehlen und etwa drei Stunden unter einem Küchenhandtuch gehen lassen.
      • Fettpfanne mit Wasser füllen. Ofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Wenn der Ofen die Temperatur erreicht hat, Teigstücke vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Blech heben und in den Ofen schieben. Ich buk ihn in zwei Tranchen ab.
      • Etwa zwanzig Minuten backen lassen. Dann Temperatur auf 200°C senken und einen Holzlöffel in die Ofentür stecken, um den Dampf entweichen zu lassen. Weitere zwanzig Minuten abbacken. Auf einem Kuchenrost auskühlen lassen.

      Nebenbei habe ich übrigens noch eine echt gute Möglichkeit gefunden, Zucchini in größeren Mengen zu verarbeiten. Für Details bin ich jetzt gerade allerdings etwas zu platt. Morgen dann. Oder so…

      2 Kommentare

      1. Hallo liebe Manuela,

        was aus meinen Tomatenpflanzen geworden wäre, werde ich leider nie erfahren, sie sind alle eingegangen. * heul * Wie das passieren konnte, weiß ich leider nicht, ansonsten haben wir einen grünen Pflanzenurwald auf dem Balkon. Meinen Rosmarin hat es aber auch dieses Jahr gerissen. :-/ Ich möchte aber eigentlich nicht aufgeben und würde es gern im nächsten Jahr noch mal probieren.

        Ich hätte Dich wegen des auf dem Teller zerlegten Salats ganz sicher nicht komisch angesehen. Statt dessen hätte ich mit Dir gemeinsam die Zutaten analysiert. 🙂 Da ich garantiert wie immer keinen Zettel und Stift dabei gehabt hätte, hätte ich sicher um eine Kopie gebeten. 😀

        Liebe Grüße
        Nessa

        1. 😀 😀 😀
          Das mit den Tomaten ist natürlich blöd. Ich hatte in diesem Jahr auch extrem Probleme – und vor allem Trauerfliegen in der Erde. Ätzend.
          Aber: Schütteln, aufsteh’n, Saatgut sortieren 😀

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