Weihnachtsplätzchen?! Was war das nochmal?!

Ich dachte ja seit 22 Monaten irgendwie, dass nach dem 16. November 2019 alles besser würde. Alles. So insgesamt. Und deutlich entspannter. Dachte ich. Ist aber nicht so. Im Gegenteil. Letzte Woche – nur mal so als beliebiges Beispiel – stieg ich in den Aufzug in einem Mainzer Parkhaus. Und obwohl ich prinzipiell und schon seit ich denken kann, Angst vor Aufzügen habe, hoffte ich wirklich – kurz nach dem Schließen der Türen -, dass dieser verdammte Aufzug stecken bleiben würde. Im Aufzugschacht gibt es keinen Handyempfang. Der total überflutete Firmen-Mailaccount war weit entfernt. Und ich stellte es mir kurz traumhaft vor, mich einfach in Embryonalstellung am Boden zusammenzurollen und ungefähr drei Stunden lang mal von der kompletten Welt nichts zu hören. Einfach so. Ein Traum!

Gut… Die Türen öffneten sich dann wieder. Ich stieg ins Auto und fuhr von einem Chaos ins nächste. Aber dieser kurze Moment, in dem ich dachte, ich könnte vielleicht dem Chaos ein Schnippchen schlagen, gefiel mir noch den ganzen Rest des Tages über extrem gut. Trotz Aufzugpanik.

Was ich damit sagen will: Ich werde in diesem Jahr wahrscheinlich zu nichts mehr kommen, was ich mir vorgenommen habe. Der Advent wird kein Advent sein. Aber für wen ist er das schon?! Das vergangene Wochenende – das mit der ersten Kerze und so… – wurde ohnehin von Black-Friday-Cyber-Monday-Dreck geflutet. Und mich erreichte Werbung für Adventkalender, die Türchen mit 24 Sextoys dahinter haben. Was ist da bloß los?! Was läuft hier falsch?!

Plätzchen habe ich auf Instagram auch schon soviele gesehen, dass ich eigentlich – ohne auch nur das erste Blech in den Ofen geschoben zu haben -, übersättigt bin. Ich scheitere ja gerade schon an einfachen Abendessen. Besinnlich ist anders.

 

Aus den vorletzten, nachgereiften Tomaten habe ich unter der Woche Tomatenfond eingekocht. Den brauche ich fürs Weihnachtsmenue. Wenigstens das will ich auf die Reihe kriegen.Wenigstens das!

Und Glühwein! Den brauche ich jetzt echt. Literweise. Und meinethalben auch intravenös. Den werde ich mir auch bei den bevorstehenden Weihnachtsmarktverabredungen gönnen, die allerdings gefühlt auch schon wieder in Stress ausarten.

Ich reiße mich jetzt aber mal zusammen. Das Geheule hilft uns hier ja auch nicht weiter!

Man muss das positiv sehen: Die Küche steht nicht mehr voller Schüsseln mit nachreifenden Tomaten. Ich bin nicht im Aufzug stecken geblieben. Und ich habe mir – sozusagen als kleinen Lichtblick – einen „richtigen“ Raviolistempel gegönnt. Und ihn am Sonntag auch endlich ausprobiert. Die kleinen Dinge. Es sind die kleinen Dinge! Seufz.

2 Kommentare

  1. Ab jetzt sagst du mir Bitteschön Bescheid, bevor du dir wieder einen teuren italienischen küchenscheiß kaufst. Ich hätte dir meine beiden Stempel geschenkt. Und mach bitte auch mal etwas langsam. Ich kriege schon beim lesen deines Eintrags herzflattern.

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