„Fürchtet euch nicht!“

„Denn seht, ich verkündige euch eine große Freunde, die der ganzen Familie Flax zuteil werden soll. Euch wurde heute in einer Gemeinde im Lande Roland Kochs eine Elektroinstallation geboren. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet eine Steckdose finden, in Rigips eingehüllt und in einer Küche liegend.“ – Lukas 2, 10-12

Und so war es dann auch! Wir hatten ja gehofft, dass unsere Mail von gestern abend etwas erreichen würde, aber dass der Erfolg derart durchschlagend wäre – damit hatten wir nicht gerechnet.

Bereits heute morgen um 9 Uhr klingelte des Bauherren Handy und das Büro unseres Holzbauers meldete sich. Man war schockiert. Das Ausmaß der Schande, die die Elektrofirma über das gesamte Bauvorhaben gebracht hatte, war wohl nicht in vollem Umfang bekannt gewesen.

Der Elektriker war bereits kontaktiert und zur sofortigen Aufnahme der Installationsarbeiten veranlasst worden. Man versprach, falls dieser erneut versagen würde, am Sonntag einen hauseigenen Mitarbeiter zu schicken, der die Installationen in der Küche erledigen würde.
Das war mehr, als wir erwartet hatten. Eine Weile später meldete sich der Elektriker höchstpersönlich bei mir, um in Erfahrung zu bringen, wo genau denn die Küchensteckdose noch fehle, und um mich in Kenntnis zu setzen, dass er jetzt zu Tat schreiten würde. Und er war sehr, sehr freundlich. Die Begeisterung war groß. Das Mißtrauen war größer.

Um 16 Uhr traf dann die Bauherrschaft geschlossen im Haus ein. Tief einatmen, Blick fest Richtung Küche, allgemeines, erleichtertes Ausatmen: Der Raum ist bereit für die Montage. Alle Schalter und Steckdosen sind gesetzt, bei den Doppelsteckdosen fehlen zwar die Rahmen, aber das ist zu verschmerzen. Im jetzigen Küchenzustand müssen wir jedenfalls am Montag die Monteure nicht unverrichteter Dinge wieder wegschicken. Geschafft!

Bei weiterer Begehung des Hauses stellen wir überrascht fest, dass hier heute richtig gearbeitet worden war. In fast allen Räumen ist nicht nur die Vormontage erledigt, sondern es sitzen auch die kompletten Schalter und Dosen. Wir sind zwar begeistert, aber irgendwie auch echt ärgerlich, dass man immer erst „laut“ werden muss, bis etwas funktioniert. Hätte man unseren zahlreichen Bitten und freundlichen Erinnerungen irgendwann in den vergangenen Wochen und Monaten auch nur ansatzweise Gehör geschenkt, wäre allen Seiten dieser Ärger erspart geblieben. Sei’s drum! Jetzt läuft es ja.

Verlass war einmal mehr auf Lubor gewesen, der heute erscheinen wollte, um ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Das hatte er auch getan. Der Haustürbereich ist nun auch beplankt und im HWR wurde der Fliesenspiegel für das Becken angebracht. Desweiteren sind die Küchenfliesen jetzt komplett silikoniert und ebenfalls bereit für Montag.

Nachdem wir uns wieder etwas beruhigt hatten, entschieden wir uns trotz akuter Lustlosigkeit dafür, die Küche zu verputzkalken. Nachdem nun die Steckdosen und Schalter installiert sind, dauerte die Abkleberei natürlich etwas länger. Allen Widrigkeiten zum Trotz erledigten wir zumindest diese Aufgabe, bevor wir abreisten.

Für morgen und übermorgen sind die Fertigstellung des Max-Zimmers (er hat sich kurzentschlossen doch noch von teilweise blau abgetönten Wänden zu zwei Tapeten-Wandbereichen umentschieden) und die Anbringung der Tapeten im Schlafzimmer geplant. Zudem habe ich mir eine großangelegte Fensterputzaktion auferlegt. Der ganze Innenausbau-Dämmstoff-Sägespan-Schleifstaub-Kalkputz-Dreck muss endlich komplett entfernt werden. Eine echte Herausforderung!

Damit sind dann auch die kompletten Wandarbeiten erledigt – bis auf ein bißchen Luftraum und einen Teil der Treppenhauses, die wir aber erst anlegen können, wenn die Lubor-Gerüste entfernt sind. Die Küchentapete wird in der kommenden Woche angebracht, damit sie nicht bei der Küchenmontage durch irgendwelche unvorhersehbaren Vorkommnisse beschädigt wird. Dann muss noch das Treppengestell abgeschliffen und lackiert werden. Und am Ende fehlt nur noch die Holzdecke im EG, deren Abschleifen und Wachsen der Bauherr zu seinem Privat-Projekt erklärt hat. Wenn dann in der kommenden Woche plangemäß die Innentüren und die Sanitärobjekte montiert werden, sind wir eigentlich fast fertig.

Vorstellen kann ich mir das noch nicht so recht, aber damit hatten ja auch „die Hirten im Felde“ ihre Probleme…

 

6 Kommentare

  1. Es geschehen wirklich noch Zeichen von Wunder. Damit dürfte der von dir gesteckte Termin Ende Mai ja sogar fast aufgehen. na wenn das nicht eine grosse und zünftige Feier werden könnte. 😉
    Ihr reiert doch ein…Oder nüsch? Werden dann auch so feine Bidchen von den herlichen Köstlichkeiten, welche es wahrscheinlich hier nich gibt, gezeigt. Zähnchen trpf tropf tropf….mir die ganze Tastatur voll. Also nochmals tief Luft und die paar Stunden schafft ihr oder du locker. 😉
    Dennoch einn schönes Wochenende.

    LG rolf

    1. falls wir den einzug er- und überleben – was ja nun immer wahrscheinlicher zu werden scheint – wird es mit sicherheit ein fest geben. Dazu brauchen wir allerdings die Terrasse – und da fällt mir
      ein: über die wurde schon ewig kein wort mehr verloren… mmmhhh…
      dir / euch auch ein schönes wochenende! =)

  2. Liebe zukünftige Mithauseigentümerin.

    Jetzt hätte ich doch noch eine Frage. Euer „Bauhaus“ ist ja nun was die Kreativität betrifft, an jeder Ecke und Kante ziemlich gefordert, nein, ich meine gefördert wurden.
    Wer von den „theoretischen“ Machern, ist eigentlich hauptverantwortlich für soviel eigenwilligen und durchaus sehenswerten Dalis und Picassos der Hausbaukunst?
    Jeder bereich, besser jedes Zimmer trägt ja nicht nur eine gewisse eigenwillige Handschrift, sondern ist wie ich bis jetzt mitbekommen konnte, auch von der planerischen Bauausführung selber bis ins Detail etwas besonderes. Hundertwasser ist es sicherlich nicht. schade eigentlich. Es ist nähmlich garnicht so einfach eine schiefe Ebene oder Wand „mutwillig“ zu bauen, als wie eine „gerade“. 😉
    Aber ich finde schon alleine das ganze unterschiedliche Fliesenaragement, die farbliche Gestaltung der Wände ( mal von denm Flaschenregaleneffekt abgesehen 😉 ) die Einbindung von kleinen Holzflächen und natürlich den edlen Stahl nicht zu vergessen. bemerkenswert und auch irgendwie…ja…, gut abgestimmt. Echtes Kompliemenet um es mal in der Kurzfassung zu sagen. 😉
    Und wenn ihr wirklich endlich mit allem fertig seid und die „alten Philosophen“ endlich wieder ihren ehrenwerten Platz zum Einstauben gefunden haben, zähle doch bitte mal deine „grauen“ Härchen, die du gelassen hast. 😉
    Aber ich finde es schön und bemerkenswert, wenn es Menschen verstehen ihre „Savoir-vivre“ zu verwirklichen. 😉
    Nochmals einen und so weiter Sonntag.

    LG rolf

    1. glücklicherweise haben wir es bisher geschafft, uns bei allen größeren geschmacklichen entscheidungen ohne schwere differenzen auf einen kompromiss zu einigen. gut – beim briefkasten habe ich mich
      gnadenlos durchgesetzt. und die küchentapete, die noch nicht verklebt wurde, ist auch auf meinem mist gewachsen.
      „savoir vivre“ klingt in diesem zusammenhang übrigens sehr verlockend. so nach einem leckeren rotwein und einem abend auf der terrasse. das sollte mir durch den heutigen großputztag helfen 😀

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