Horrortrip im Morgengrauen

Na, danke! Da wäre ich heute morgen besser im Bett geblieben und später aufgebrochen. Was sich da zwischen 6:15 und 8:30 Uhr auf der B417 abgespielt hat, hat mir echt den Rest gegeben.

Noch recht gut gelaunt, aber müde brach ich wie jeden Tag um kurz nach sechs auf, stieg in meinen treuen, italienischen Freund und begab mich auf die Reise ins Grauen.

Üblicherweise lauert „das Grauen“ erst im Büro. Heute begegnete ich ihm bereits zehn Minuten nach Abfahrt im Anstieg zur Platte. Blitzeis!
Bisher dachte ich immer, dass es sich eher um Übertreibungen und Legenden handelt, die sich um diesen Begriff ranken. Heute blickte ich in sein hässliches Gesicht. Von einer Sekunde auf die andere stand alles. Zweispurig. Und es ging nur ab und an einen oder zwei Meter weiter.
Und wenn es endlich ein Stückchen voran ging, bekam ich jedesmal einen Schweißausbruch, weil ich befürchtete, das Auto auf der spiegelglatten Fahrbahn nicht wieder in Bewegung setzen zu können. Für 200 Meter brauchten wir über eine Stunde. Dann kam der Verkehr komplett zum Erliegen.

Als es endlich ein Stückchen wieder voran ging, bekam ich tatsächlich die Kiste nicht mehr in die Vorwärtsbewegung. Jedes Gas geben beförderte mich rutschend ein Stück weiter nach hinten auf den Kühler des hinter mir stehenden Fahrzeugs zu. Nach zahllosen Versuchen gab ich auf und schaltete halb querstehend resigniert den Warnblinker ein. Tolles Gefühl, eine von zwei Fahrspuren zu blockieren, auf denen es ohnehin kaum vorwärts geht. Und die Fahrer aller Autos hinter einem hassen einen aus tiefster Seele.

Nach einer Weile, die ich verzweifelt um Fassung ringend mit Telefonaten im Büro, beim Bauherren und mit Max, der schon seit Ewigkeiten auf die Ankunft seines Busses wartete, verbrachte, versuchte ich es nochmals. Und siehe da: Ganz, ganz langsam setzte sich der Fiat in Bewegung. Vorwärtsbewegung wohlbemerkt. Danke!!!

Nach insgesamt über zwei Stunden gelang es dann irgendwie einem Streufahrzeug, zu uns durchzukommen, das offensichtlich die Abschleppwagen für die havarierten Fahrzeuge vor uns im Schlepptau hatte. Und plötzlich ging es tatsächlich weiter. Um 8:30 Uhr erreichte ich endlich Wiesbaden. Nie habe ich mich so gefreut, diese Stadtgrenze zu passieren.

Und nie war ich so froh, heil im Büro einzutreffen. Oder überhaupt im Büro einzutreffen. Hach, man weiß das alles viel zu wenig zu schätzen, bis man eine solche Grenzerfahrung gemacht hat…

Habe ich meine Kolleginnen jetzt richtig richtig lieb? Lese ich jetzt esoterische Bücher oder beschäftige mich mit Engeln? Oder kaufe ich mir morgen eine Klangschale und Tarotkarten? Mmmmhhh… Nein, ich glaube nicht.

2 Kommentare

  1. Wow… davor habe ich noch tierisch Angst. Bisher sit mir das zum Glück noch nicht passiert, obwohl ich in der Woche ca. 600km fahre. Aber aaah ich würde die absolute Panik bekommen 🙁

    Gut, dass es bei dir nur Zeitverlust gab aber nichts schlimmeres!

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