Kleine Schritte…

Man kann es nicht glauben, aber heute war tatsächlich ein Handwerker an unserem Häuschen. Die Nachbarin berichtete zwar, dass seine erste Amtshandlung ein Telefonat war, bei dem er immer wieder nur „Und was soll ich jetzt machen?!“ fragte, aber immerhin hat er dann etwas getan: ein bißchen Bitumen auf den Sockel gestrichen.

Und zwar auf der Vorderseite des Hauses und an der Carportwand. Das war’s dann auch schon. Und darauf warten wir jetzt seit Tagen?! Jetzt bin ich echt mal gespannt, was die Gartenmänner sagen, wenn sie Ende der Woche wieder zum Pflastern anrücken.

Fotos von diesen dramatischen baulichen Veränderungen kann ich leider nicht bieten, da es bei meinem Eintreffen bereits zu dunkel war. Ich hatte nämlich auf dem Heimweg noch einen kleinen Zwischenstopp bei „Pflanzen Kölle“ in Schierstein eingelegt, um die oben abgebildeten Gartenschlappen zu erstehen. Die hatte ich im Prospekt gesehen, und musste sie haben.

Bei der Gelegenheit landeten auch noch ein paar Ranunkeln und einige Dahlien im Einkaufswagen. Ach ja, und eine Pflanzschale für die Ranunkeln. Bei solchen Einkäufen hat man zumindest das Gefühl, es ginge im Garten irgendwie voran, auch wenn das natürlich ein Trugschluss ist. Immerhin muss man sich hinterher nicht vorzuwerfen, man selbst wäre nicht bereit gewesen, als der Mutterboden kam. Wenn er denn jemals kommt…

Witzig übrigens die Frage der Kassiererin beim Blick auf das Preisschild der Schlappen: „Gilt der Preis für beide oder nur für einen?“ Ihre Kollegin, an die die Frage gerichtet war, fand es auch spaßig. Andererseits: Wundern würde es mich bei den Kölle-Preisen nicht wirklich, wenn da tatsächlich ein Preisschild an jedem Schuh gewesen wäre.

Niedlich auch das Bonusheftchen, das mir in die Hand gedrückt wurde. Für jeweils zehn Euro Einkauf bekommt man einen Stempel mit einem lachenden Blümchen ins Heft. Wie Fleißkärtchen in der Grundschule. Nach zwanzig Stempeln, die immerhin einem Einkaufswert von 200 Euronen entsprechen, gibt es einen Abzug von zwei Euro beim nächsten Einkauf. Juchuuuu! Das hat sich dann ja mal wieder echt gelohnt!

Überhaupt… Diese ganzen Bonusheftchen, Treuepünktchen, Paybackkärtchen und Kundenbindungsschnickschnacks derzeit – das nervt echt nur noch. Bei real,- zum Beispiel kommt es jedesmal an der Kasse zu einem „Haben Sie Ihre Paybackkarte dabei?“ – „Nein!“ – „Sammeln Sie Treuepunkte?“ – „Nein!“ – „Möchten Sie vielleicht ab heute Treuepunkte sam…“ – „Neinneinnein!!!“-Geplänkel. Bei REWE desgleichen. Und an diversen Tankstellen. Payback? ADAC? Kundenkarte?

Eine Tankstelle meide ich in letzter Zeit, obwohl das Benzin dort stets billiger als an den umliegenden Tankstellen ist, weil einem jedesmal eine reduzierte Autowäsche angeboten, ja, fast aufgeschwatzt wird. Ich weiß: Mein Auto müsste dringend gewaschen werden, aber ich habe gerade keine Zeit und auch einfach keine Lust ständig „Nein!“ sagen zu müssen. Ich kann das nicht.

Nachdem ich letzthin – völlig wider meine prinzipielle „Nein! Ich will keine Kundenkarte!!! Read my lips: kei-ne Kun-den-kar-te!!!“-Haltung tatsächlich in Erwägung gezogen hatte, mir die „Gute Karte“ von tegut zuzulegen, wurde mir diese zart keimende Kundenbindung vom Bauherrn versaut, der mich bei ebendiesem Einkauf begleitete.

Wir standen an der Kasse. Ich war durch meine Kartenpläne kurzfristig etwas abgelenkt, während ich die Einkäufe aufs Band räumte, und übersah dabei zwei durchsichtige Nivea-Deoroller, die halb unter meiner Tasche noch im Korb lagen. Im letzten Augenblick vor dem Bezahlen fiel es mir auf. Voll peinlich… Ich räumte sie noch flott aufs Band, was der Bauherr vor der Kassiererin mit folgenden Worten kommentierte: „Ah! Hast du’s mal wieder versucht? Ich dachte, das hätten wir endgültig hinter uns!“

Meine hektischen Erklärungen, dass es sich hier nur um einen üblen Scherz handele und mein mit hochrotem Kopf gebrabbeltes „Mein Mann ist ja so witzig… Hahaha…“, machten die Sache wahrscheinlich nicht viel besser. Eher schlimmer. Gut… Seitdem wage ich nicht mehr, den tegut zu betreten. Die Sache mit der „Guten Karte“ hat sich wahrscheinlich sowieso erledigt. Ich glaube kaum, dass die an stadtbekannte Kleptomaninnen vergeben werden.

1 Kommentar

  1. Immerhin lohnt sich das Punktesammeln bei der Bahn… bringt mir eine freie Mitfahrt für den Liebsten ein, Hin- und Zurück Bremen-München. Das lohnt sich schon… ich mein, wo man ja eh fährt und
    so, kann man dann auch die Punkte sammeln…

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