Schluss mit lustig!

Der Winterpokal ist fast vorbei. Ich habe mein Team schmählich im Stich gelassen. Manchmal muss man den Tatsachen ins Auge sehen. Auch wenn es weh tut.

Ich war faul. Also nicht ein bißchen faul à la „Aaaach… Heute mal nicht… Morgen wieder…“, sondern richtig faul. Wenn Heike keine Zeit hatte, habe ich das Laufen gleich ganz gelassen. Dann war es zu kalt, dann wieder zu verschneit, dann gab es wahnsinnig Wichtiges zu erledigen. Und dann diese rote Decke…

So kann es nicht weitergehen! Ein Plan muss her. Der Plan lautet: „Die Laufschuhe stehen im Flur. Zieh sie an und lauf!“ Guter Plan!
Hat ja immerhin sehr lange Zeit funktioniert. Ich muss mich nur daran erinnern, wie toll das war. Und wieviel Spass das gemacht hat. Über die Bauphase ist das irgendwie in Vergessenheit geraten. Da war man eine Weile einfach froh, den Tag überlebt zu haben – und abends fehlte die Kraft, einfach loszurennen.

Zugegebenermaßen gestaltet sich das hier auch etwas schwieriger als in Mainz. Da konnte man bei jedem Wetter zum Rhein runter rennen, bis zum Winterhafen und zurück. Oder diverse Brückenläufe mit Streckenabschnitten auf der „falschen Seite“. Oder den ganzen Sommer über innerhalb von zehn Minuten in den Gonsenheimer Wald durchstarten. Und dann zweieinhalb Stunden rennen.

Hier kenne ich mich laufmäßig nicht gerade bombig aus. Peinlich. Aber über ein paar Erkundungsläufe mit dem Bauherren bin ich bisher nicht hinausgekommen. Mir fehlt die Verlässlichkeit einer „Hausstrecke“. Und dann geht es wirklich – egal in welche Richtung – ziemlich bergauf und bergab hier.

Die Gonsenheimer-Wald-10-Kilometer-Runde war auch recht wellig und trotzdem ein Genusslauf, aber das hier ist nochmal ein anderes Kaliber. Da wäre ich schon gerne etwas fitter als ich es jetzt bin.

Egal! Das hier wird ja kein Weicheier-Post. Ab morgen geht es los. Da könnte ich mir nochmal die Standardrunde im Wald (6 km – viel mehr wird nicht drin sein…) gönnen, während Max im Training ist. Freitag desgleichen. Und Samstag könnte ich die Laufklamotten zum Testspiel nach Erbach mitnehmen und dort loslegen. Klingt einfach. Und wird es am Ende auch sein.

Der Winterpokal 2006 war mein bester. Da bin ich nahezu täglich gerannt. Wie eine Besessene. Und kam völlig übertrainiert und fertig aus dem März heraus. Und dabei stand im Juli der Radurlaub in den französischen Alpen an, auf den ich mich sehr gefreut hatte. Zwischen dem Ende des Winterpokals und dem Radeln standen leider dreieinhalb Monate, in denen ich mich ausschließlich zwanglos auf dem Sofa räkelte und mich hemmungslosen „Mein Körper braucht das jetzt“-Fressorgien hingab. Am Ende standen da einfach zehn Kilo zwischen mir und der Form meines Lebens.

Savoien war toll. Meine Form allerdings eher erschreckend. Nach dem Urlaub startete ich nochmal voll durch und war bis zum Herbst auch wieder richtig fit. Und die zehn Kilo mehr als los. Anschließend blieb es dann bei längeren Laufphasen und noch längeren Nicht-Laufphasen. Der Sommer 2007 war nochmal ein echtes Highlight. Und dann ging es nur noch auf und ab. Immer im Wechsel. Aber nie wieder so wie vorher, als ich sogar ein einziges Mal den Bauherren bei einem Waldlauf versenkte. Mal kurz. An einem Anstieg. Und dann war es das auch. Ab da war er stets besser in Form als ich. Menno!

Es wird langsam Zeit, das zu ändern. Und wieder richtig durchzustarten. War doch toll, wenn es richtig lief. Und das hole ich mir jetzt zurück. Ab morgen.

4 Kommentare

    1. niemand war mir jemals eine motivation – außer mir selbst. kein grund für selbstvorwürfe also 😀
      was für ein dreckswinterpokal… aber es kommt ja ein neuer… bald… ^^

  1. Dein Team im Stich gelassen? Ach was! Als Teamchefin der Herzen ist ja die 5%-Hürdeeh ausser Kraft gesetzt.

    Aber der Plan ist trotzdem gut. 😀

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