Kein Glühwein ist auch keine Lösung

Soviel steht am Ende dieser Woche zumindest fest. Dass es schwer ist, nach der Plätzchenwoche in die Tretmühle zurückzukehren, ist mir nicht neu. Aber diesmal war es besonders hart. So hart, dass wir am Donnerstag in der Mittagspause Glühwein auf dem Bahnhofsweihnachtsmarkt trinken mussten…

First things first: Nachdem ich mir sonntags den Daumen lustig zerhobelt hatte, war montags erstmal recht wenig mit mir los. Ich lag auf dem Sofa und hielt den Arm nach oben. Dienstag führte mich mein Weg nach Saarbrücken. Und ich bekam ein entsetztes „Was ist denn mit deiner Hand?!“ zu hören. Okeeeehhhh… Die war ein wenig angeschwollen. Aber echt nur ein wenig. Und dass ich seit Montag den Zeigefinger nicht mehr schmerzfrei bewegen konnte, hatte ich dem Gatten auch verschwiegen.

Mittwochs morgens – als alles wieder auf dem Wege der Besserung war – berichtete ich ihm davon. Er blickte mich nur mahnend und schweigend an. Vielleicht bilde ich mir das „mahnend“ aber auch nur ein. Gesagt hat er jedenfalls nicht viel dazu.

Es blieb auch nicht viel Zeit. Wir begaben uns unmittelbar nach unserer Heimkehr auf den Weg nach Limburg. Skandal! In unserem elften „Tilt!“-Jahr gab es Urban Priol nicht in Mainz. Viel zu spät hatten wir nach Karten geschaut. Wiesbaden (!) – in dem man, wie heute entschieden wurde, ab Januar nicht mehr nach 21 Uhr mit Teppichmesser durchs Westend laufen darf – war bereits ausverkauft. Also Limburg. Unter der Woche. Egal.

Dieser Abend begann völlig unglaublich. Wir fanden keinen Parkplatz in der Nähe der Halle und entschieden schließlich, in irgendein Parkhaus zu fahren. Zweimal stand da „Frei“ – als wir einbiegen wollten, sprang die Anzeige auf „Besetzt“ um. Langsam wurde es knapp. Ich überredete den zunehmend genervten Gatten zu einer letzten Runde um die Halle herum. Und da passierte es: Rücklichter direkt vor der Tür! Es wurde gerade ein Parkplatz frei als wir eintrafen. Ein Kombi-Parkplatz! Unfassbar!

Normalerweise ist es ja eher so: Man umkreist den Block, findet nix, umkreist ihn nochmals, findet wieder nix, parkt dann irgendwo kilometerweit weg, läuft zurück – und dann ist exakt vor der Tür, durch die man gehen möchte, ein Parkplatz frei. Das hier ist mir den vergangenen 33 Jahren meiner Autofahrerkarriere niemals passiert. Und ich bin auch immer noch fassungslos deshalb.

Wir waren pünktlich, wir fanden unsere Plätze, ich nahm ein total gruseliges Handyfoto (s.o.) aus der vorletzten Reihe des Kleinen Saals links auf, der Abend war wie immer sehr unterhaltsam. Unterhaltsam und böse. Also doppelt unterhaltsam.

Anschließend bestiegen wir nonchalant unser direkt vor der Tür geparktes Auto und fuhren bester Laune nach Hause. Am nächsten Morgen verschlief ich den Wecker ein wenig, aber das war nicht weiter schlimm. Und meine Hand sah nochmals deutlich bessser aus als am Vorabend. Passt!

Der Donnerstag war nur mit dem bereits erwähnten Mittagspausenglühwein zu ertragen. Und das auch nicht wirklich… Es nahte der Freitag. Mit zwei Kirschglühwein auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt – beide fotografisch festgehalten. Der Eierpunsch gehört Heike.

Dann gab es noch Kaffee. Und irgendwann zwischendurch versöhnte ich mich mit der Woche. So schlimm war es eigentlich gar nicht gewesen. Und der Daumen macht mittlerweile auch den Eindruck, als ob ich ihn in den nächsten Jahren noch gebrauchen könnte. Puh!

Der einzige „thorn in my side“ war die Suche nach der Dezember-Ausgabe einer Kochzeitschrift. Ich hatte am vergangenen Sonntag ja die ersten Beilagentests durchgeführt. Und danach war sie irgendwie nicht mehr auffindbar.

Und ich suchte gestern Abend relativ intensiv danach. Also sehr intensiv. Fast manisch. Nix! Um keine weitere Zeit zu verlieren, begab ich mich heute morgen direkt nach meiner Ankunft in Mainz in einen Zeitungsladen. Blöd: Die neue Ausgabe stand im Regal. Letzte Hoffnung: eine Kollegin, deren Bruder einen Kiosk betreibt. Eine Nachfrage ergab, dass er die Reste der Dezember-Ausgabe gerade vorgestern zurückgeschickt hatte. Verdammt!

Keine der potentiell verdächtigen Kolleginnen hatte das Heft. Ich verlor die Nerven und orderte es nach. Nach meiner Heimkehr begab ich mich nochmals auf die Suche. Überflüssig zu erwähnen, dass ich das Drecksheft nach zehn Minuten bereits in der Hand hatte.

Und damit es deutlich weniger schlimm ist, wenn ich es nochmals verkrame, hier das Rezept für die definitiv gesetzte Beilage namens „Graukäseknödel sous-vide“. In Ermangelung von Graukäse habe ich es mit Bergkäse probiert. Und es war perfekt.

Bergkäseknödel sous-vide

Zutaten

  • 300 g altbackene Brötchen
  • 100 g Zwiebeln
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 15 g Butter
  • 150 ml Milch
  • Salz, Muskat
  • 150 g Bergkäse
  • 3 Eier (Klasse M)
  • neutrales Öl und Butter 1:1 zum Ausbacken

Zubereitung

  • Brötchen würfeln, Zwiebeln fein würfeln, Petersilie fein hacken. Butter auslassen und Zwiebeln darin glasig anschwitzen. Die Hälfte der Petersilien zugeben. Zwiebeln zu den Brötchen geben
  • Milch mit Salz und Muskat erwärmen. Ebenfalls zur Brötchenmasse geben, gut mischen und etwa 15 Minuten durchziehen lassen.
  • Käse reiben und mit den Eiern zur Brötchenmasse geben. Restliche Petersilie mit unterkneten.
  • Masse in einen (oder zwei - je nach Größe) Vakuumbeutel geben, flach darin verteilen. Masse gleichmäßig dick im Beutel verteilen und Beutel mit dem Vakuumierer einziehen.
  • Mit dem Sous-vide-Gerät Wasser auf 90°C erhitzen und Knödel 90 Minuten garen. Anschließend auspacken und rund ausstechen. In Öl und Butter ausbraten.

Das ist als Hauptgang-Beilage bereits festgelegt. Das war absolut köstlich.

Wenigstens das hätten wir also schon mal. Puh! Morgen habe ich viel vor. Irgendwie bin ich noch deutlich zu unentschlossen für eine Woche vor Weihnachten. Egal. Wird schon. Habe ja jetzt wieder einen Daumen.

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