Lammlachse & Vergangenheitsbewältigung

Zum Abschluss der Osterfeierlichkeiten gab es die an Karfreitag erworbenen Lammlachse mit scharfem Gemüse. Die Lachse waren in Knoblauch, Thymian und Olivenöl mariniert und eingeschweißt, sous vide gegart (memo to myself: 57°C / 50 Minuten) und anschließend kurz angebraten. Salz und Pfeffer darüber gemahlen – ein Hochgenuss! Und das beste daran: Ich habe noch zwei fertig marinierte (diesmal mit Knoblauch und Rosmarin) gebunkert. Ich Fuchs!

Der Ostersonntag forderte die ganze Tochter. Muttern startete bereits mit einer genialen Retrovorspeise voll durch:

Da fehlte nur ein winziger Mettigel zum Glück. Anschließend gab es die obligatorische Rindfleischsuppe mit Markklößchen. Die muss man mittlerweile weder erwähnen, noch bebildern. Gefolgt wurde sie von Rinderrouladen, Kartoffelklößen und Rotkraut. Die ersten Gäste stöhnten und riefen nach Anisschnaps.

Zum Dessert gab es u.a. ihr geniales Walnussparfait mit karamellisierten Walnüssen. Die Schreie wurden lauter – und sie wurden erhört.

Anschließend wurden i Garten Ostereier versteckt, gesucht und auch gefunden. Alle Eier. Sagenhaft! Und dann ging es auch schon an den Todesstoß: Kaffee und Kuchen.

Ich erwähne jetzt mal nicht explizit, dass wir zwischendurch auch noch den Eierlikör vernichteten. Nach unserer Rückkehr aufs heimische Sofa lag ich aufgebläht wie ein Kugelfisch auf dem Rücken und wollte nur noch sterben. Merke: Nach dreieinhalb Monaten disziplinierten Essens empfiehlt es sich nicht, einen dieser allseits gehypten „Load Days“ einzulegen. Nein. Nicht. Wirklich nicht. Nicht mal, wenn man ihn gar nicht so nennt und die Bezeichnung aus tiefster Seele verabscheut.

Über Essen dachte ich – mit angenehmen Gefühlen – erst wieder gestern gegen Abend nach, als ich die Lammlachse ins Wasserbad warf.

Schlecht: Gewichtszunahme von Sonntag auf Montag von insgesamt 1,2 kg. Gut: Bis auf 200 Gramm war heute Morgen alles wieder weg. Bis auf den Selbsthass.

Und dabei hatte ich nur ein Stück Cappuccinotorte gegessen. Ein einziges! Verdammt!

Dank des ausnahmend üblen Wetters gestern machte ich mich sofort an die Digitalisierung und Bearbeitung einer weiteren Ladung angeschleppter Dias. Ich hätte alle mitnehmen sollen. Diese etwa 350 Stück sind bereits abgehakt.

Das war ein ausnehmend lustiger Ostermontag. Anschließend flutete ich das neue Smartphone meiner Mutter mit Fotos. Irgendwann muss doch ihre Datenflat einmal aufgebraucht sein, sodass ich keine Videos von Osterhasen auf Speed mehr bekomme, bei deren Abspielen der Gatte mit gefährlichem Seitenblick meint: „Nicht gut.“

Max hat an Ostern seltsamerweise davon abgesehen, sie wie geplant um ihr altes 3310 zu bitten. Er fand im Vorfeld, dass jetzt definitiv der Zeitpunkt gekommen sei, freiwillig den Smartphones den Rücken zu kehren.

Zurück zu den Fotos. Mein absolutes Lieblingsfoto ist dieses hier:

Das hat geradezu etwas David-Lynch-haftes. Oben Schwestern, unten Cousinen. Diese Blicke, diese Körpersprache. Sagenhaft.

Es wurde am Ende nur getoppt von einem Foto, das die Szene einer Sonntagsunternehmung im Frühjahr 1972 darstellt. Meine Schwester durfte zu dieser Zeit noch entspannt im Kinderwagen liegen. Der Rest der beiden teilnehmenden Familien gab sich auf dem Trimm-dich-Pfad in Remstecken der Leibesertüchtigung hin. War ja recht beliebt zu dieser Zeit.

Besonders genial ist, dass man beim folgenden Foto praktisch Ede Zimmermann im Hintergrund über Triebtäter reden hört, wenn man es anschaut. Und wenn man genau hinhört, vernimmt man gar die Melodie von „Aktenzeichen XY“. Die karierte Jacke ist übrigens die meines Vaters…

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4 Kommentare

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