Nauntze oder Mutzemandele?

Gute Frage! Und da ich bereits um 12 Uhr Feierabend hatte und morgen hochoffiziell die Fastenzeit beginnt, war ich überreif für eine heimatlich-fastnachtliche Spezialität. Fettig und mit reichlich Puderzucker drauf. Lecker!

Witzigerweise fanden sich in der FAZ vom Sonntag (die uns erst montags zugestellt wurde, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte…) Rezepte für beide fettgebackenen Leckereien. O.k. – die „Nauntze“ hießen „Scherben“, aber das kann man ja locker ignorieren. Die Dinger heißen „Nauntze“ – fertig! Pah!

Nach längeren Gewissenskonflikten entschloss ich mich tatsächlich, beide Rezepte zu testen. Wenn man schon mal frittiert, dann muss es sich schließlich auch lohnen. Und außerdem dauert die Fastenzeit ja schließlich ganze vierzig Tage (plus Sonntage!) – da wird man vorher ja wohl nochmal zuschlagen dürfen.

Nachdem ich mich mit solchen und ähnlich schlagkräftigen Argumenten auf dem Heimweg restlos vom Sinn meines Unterfangens überzeugt hatte, bzw. es schließlich geradezu als moralische Verpflichtung ansah, konnte es losgehen.

Mutzemandele (Mutzenmandeln? Egal...)

Gericht: Picknickteller, Snackschälchen

Zutaten

  • 110 g Butter
  • 200 g Zucker
  • 375 g Mehl
  • 2 gestrichene TL Backpulver
  • 100 g geriebene Mandeln
  • 5 Eier
  • Schmalz zum Ausbacken
  • Reichlich Puderzucker zum Bestreuen

Anleitung

  • Butter und Zucker schaumig rühren. Mehl mit Backpulver und Mandeln mischen, Eier verquirlen. Abwechselnd unter die Butter-Zucker-Mischung rühren. Mit einem Löffel kleine Klößchen abstechen, in Schmalz ausbacken und mit Puderzucker bestäuben.

Nauntze (etwas hochdeutscher vielleicht: Scherben? Nauntzen?)

Gericht: Picknickteller, Snackschälchen

Zutaten

  • 150 g weiche Butter
  • 2 EL Zucker
  • 3 Eier
  • 2 bis 3 EL Rum
  • 1 Prise Salz
  • 3 EL Saure Sahne
  • 500 g Mehl
  • Schmalz zum Ausbacken
  • reichlich Puderzucker zum Bestreuen

Anleitung

  • Butter und Zucker schaumig schlagen, mit dem Rest der Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten und eine Viertelstunde ruhen lassen. Auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen und in Rauten schneiden. Im heißen Fett beidseitig goldgelb ausbacken und noch heiß mit Puderzucker bestreuen.

Jetzt quillt allen der Bauch über den Hosenbund (vor allem mir…) und in der Küche steht noch eine riesige Schüssel, die ich weniger aus Großzügigkeit, denn aus Selbstschutz morgen feierlich meinen Kolleginnen überreichen werde. Fettröllchen? Besser die als ich!

Gut, dass derlei Dinge saisonal gebunden sind. So etwas darf es wirklich nicht an mehr als maximal drei oder vier Tagen im Jahr geben. Und gibt es ja auch nicht. Deshalb darf man das dann auch genießen. Glaube ich jedenfalls…

Egal! Morgen gibt’s Hering…

2 Kommentare

  1. Mandelmutzen. Oder „Nonnenpfürzle“ wegen der „verkniffenen“ Tropfenform…
    lecker… Gut dass morgen Fastenzeit ist. da werd ich mal schnell die schokolade aufessen. 40 Tage hält die sonst gar nicht mehr… 🙂

    1. schokolade hat ein verfallsdatum?! 8o
      so alt ist hier – glaube ich – noch keine geworden 😀

      so. der hering ist unten. und bis ostern isses ja gar nicht mehr soooo lange…

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