Karfreitag ist DER traditionelle Fischtag. Und um dann auch ein echtes Karfreitagsessen auf den Tisch zu bringen, hatte ich Zanderfilets besorgt.

Die heute morgen hier erworbenen Lammlachse (und Koteletts) klingen zwar irgendwie nach Fisch, das war es dann aber auch schon. Bei dieser Gelegenheit zitiere ich mal eine Kollegin: „Sach‘ ma‘, schmeckt dieser Lachsschinken eigentlich arg nach Fisch…?“

Was an dieser Stelle auch noch erwähnt werden muss, ist die Tatsache, dass ich eigentlich für heute ein Schafsfoto geplant hatte. Die Schafe waren da, sie sahen süß aus und boten das perfekte Motiv, ich zückte die Kamera – um festzustellen, dass ich mal wieder keine Speicherkarte drin hatte. Ich hasse mich.

Lassen wir aber die Lämmer erstmal Lämmer sein, und wenden uns erneut dem echten Fisch zu. Beim Zander bietet es sich natürlich an, ihn auf der Hautseite schon knusprig anzubraten, und sonst auch nicht allzu viele Experimente mit ihm zu veranstalten. Der schmeckt ja prinzipiell schon von alleine gut.

Die erste Beilage stand dann auch irgendwie bereits vorab fest, da von den gestrigen Pommes Dauphinoise noch reichlich übrig war. Erst dachte ich an Spinat als Gemüsebeilage, aber kurzfristig fiel mir dann ein, dass im Gemüsefach bereits seit einigen Tagen Petersilienwurzeln lagen, die eigentlich für eine Suppe bestimmt waren. Ich hatte sie dann allerdings doch nicht benötigt.

Was kann man denn mit Petersilienwurzeln anstellen? Warum eigentlich kein Petersilienwurzelragout? Kurze Denkpause – ja, so könnte es gehen.

Petersilienwurzelragout

Zutaten

  • Butter (ich nahm Rucolabutter, die ohnehin \"weg\" musste)
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • Petersilienwurzeln
  • 200 ml Sekt oder trockener Weißwein
  • 150 ml Gemüsefond
  • 100 ml Crème fraîche
  • 2 TL Dijon-Senf
  • Salz, Pfeffer
  • frische Petersilie

Zubereitung

  • Frühlingszwiebeln in feine Ringe, Petersilienwurzeln in kleine Würfel schneiden.
  • Butter auslassen und Frülingszwiebeln darin anschwitzen. Petersilienwurzelwürfel zugeben und kurz mit anbräunen. Mit Sekt (oder Wein) ablöschen.
  • Gemüsefond zugeben und alles etwa 15 Minuten bei geschlossenem Deckel einkochen lassen. Crème fraîche und Senf unterrühren und ohne Deckel weiter köcheln lassen.
  • Zuletzt mit Salz und Pfeffer abschmecken und kurz or dem Servieren gehackte Petersilie zugeben.

Das war sehr lecker und passte außerordentlich gut zum Fisch. Die Süße der Petersilienwurzeln ergänzte sich perfekt mit der Säure des Weins und der Schärfe des Senfs. Einfach, solide und gut. Mjam! Eigentlich zu lecker für ein Fastenessen.

Um den Abschied aus der Überschrift dann endlich aufzugreifen (den Fisch hatten wir ja schon): Gleich gibt es die letzte Folge „Ein Fall für Zwei“. Der Bauherr muss sich von seinem Freund Matula verabschieden. Endgültig wohl. Spätestens nach dem gestrigen Gespräch mit der offensichtlich völlig durchgeknallten Maybrit Illner (Entschuldigung, aber was hatte die denn zum Frühstück?!) wird er den Lerchenberg wahrscheinlich großräumig umfahren. Recht hat er!     

… dann gibt es an Gründonnerstag wenigstens was Grünes auf den Teller. Trotz der Tatsache, dass dies mittlerweile ein hessischer Haushalt ist, wird es keine „Grie Soß“ geben. Spinat, Kartoffeln, Spiegelei – das ist das – mal wieder – Essen des Tages.

Um es ein wenig zu interessanter zu machen („Pimp my Gründonnerstagsmeal!“), habe ich mich für frischen Blattspinat mit Knoblauch und Pommes Dauphinoise als Beilagen entschieden. Ein etwas leckereres Fastenessen also, aber das wird ja wohl noch erlaubt sein.

Eigentlich dachte ich kurz über pochierte Eier nach, aber die Spiegeleier – sunny side up – haben irgendwie doch das Rennen gemacht. Da hat man dann auch gleich noch etwas Knuspriges mit dabei. Und sie sehen auch irgendwie auf dem Teller hübscher aus.

Und während ich noch über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Eierzubereitungsmöglichkeiten nachdenke, hat es zu schneien begonnen. Nur ein wenig, aber immerhin: Schnee. Jetzt. Am 28. März. Drei Tage vor Ostern. Waaaah! So langsam ist es jetzt aber wirklich mal gut…

Zurück zum Essen: Für den Spinat habe ich zwei fein gewürfelte Schalotten in etwas Butterschmalz angebraten, dann den Spinat und einen Schuss Gemüsefond zugegeben und das Ganze bei geschlossenem Deckel kurz dämpfen lassen.

Die Schalotten hießen laut Etikett „Les Subtiles“ – das klang harmlos, aber ich muss gestehen, dass ich selten so geheult habe. Nicht mal bei „Der kleine Lord“. Es war wirklich erschreckend. Und mir kamen einige üble Beschimpfungen des französischen Volkes über die Lippen. Ich schämte mich und kochte weiter.  

Den Spinat würzte ich ,nachdem er eingefallen war, mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat, gab zwei angedrückte Knoblauchzehen zu und köchelte ihn mit jeweils einem wirklich winzigen Schluck Sahne und Weißwein etwas ein. Die Knoblauchzehen müssen vor dem Anrichten natürlich wieder rausgefischt werden.

Das alles – abzüglich des Spinatputzens und inklusive parallelen Spiegeleibratens – geht ja recht flott. Für die Pommes Dauphinoise dagegen war etwas mehr Vorarbeit nötig. Kartoffeln schälen, in feine Scheiben schneiden und lagenweise in eine Auflaufform schichten, die zuvor gebuttert und mit einer halbierten Knoblauchzehe bearbeitet worden war.

Zwischen den Kartoffellagen jeweils salzen, pfeffern und mit etwas Muskat würzen. Anschließend mit Gemüsefond aufgießen und für etwa 40 Minuten in einer mit Alufolie verschlossenen Auflaufform in den Ofen geben. 

Schließlich Folie abnehmen, etwas Sahne angießen und nochmals für 20 Minuten in den Ofen schieben. Am Ende war das mehr Arbeit als Iglo-Rahmspinat aufreißen, aufwärmen, gekauft-vorgekochte Kartoffeln anbraten und Spiegelei backen, aber die Mühe hat sich gelohnt. Lecker war’s. Allerdings: Darf es an einem Gründonnerstag überhaupt schmecken?

Nun sind schon drei von meinen vier Urlaubstagen vorbei – und an Gartenarbeit ist nach wie vor nicht zu denken. Heute schien zwar nahezu den ganzen Tag die Sonne, aber es ist immer noch – mit Verlaub – saukalt.

Um mich etwas aufzumuntern tat ich, was ich schon seit längerem tun wollte: in den Opel-Zoo fahren. Eine Freikarte hatte ich noch. Wegen des großangelegten Elefantengehegeumbaus musste ich zwar nach wie vor noch auf einige meiner Lieblingstiere (Zwergmangusten! Wo seid ihr?!) verzichten, und die Sonne lockte wegen der Kälte auch nicht alle anderen Tierchen ins Freie, aber es war schon mal wieder ganz nett.

Einige Hartgesottene lagen trotzdem in der Sonne – mit Wiederkäuen oder Körperpflege beschäftigt. Die Erdmännchen ließen sich auch nicht weiter beirren.

Sehr nett auch das Stockentenpaar, bei denen ich unweigerlich an „On golden pond“ mit Hepburn und Fonda denken musste.

Was ich sonst noch mitgebracht habe? Bitte sehr: Giraffennachwuchs, Warzenschwein mit Seitenscheitel, müder Roter Panda, Elefant, Gekuschel und Showkämpfchen. Am Ende war ich dann doch etwas durchgefroren und schleppte mich und den fetten Fotorucksack zum Auto zurück.

Immerhin muss ich heute Abend nicht wieder feststellen, dass ich „noch kein Foto“ habe, und in Panik geraten. Soviel steht fest. Und möglicherweise kommt morgen mein neues Spielzeug an, sodass der Gründonnerstagsspinat mit Spiegelei in ganz neuem Licht erstrahlen wird. Mal gespannt.

Worüber man eigentlich gar nicht reden sollte: das gestrige TV-Programm. Nachdem das gestern echt in sehr angenehmer Tag – Danke für den Kaffee, Tine! – war, fiel ich mal wieder recht früh auf dem Sofa in tiefe Bewusstlosigkeit. Was mich weckte?! Lanz. Und das auch noch gleich zu Anfang seines blöden „Talks“, wenn man das so nennen kann.

Und es setzte wieder mal der unvermeidliche Autobahnunfall-Glotzer-Effekt ein. Man weiß es besser aber man starrt fassungslos weiter hin. Am Ende hatte ich Mitleid mit Peter Altmeier. Nochmal mit Betonung: MITLEID mit Peter ALTMEIER! Ich!!!

Und als ob das allein noch nicht übel genug wäre, hätte ich Lanz kurz darauf am liebsten stellvertretend für Loddar Maddäus voll eine gesemmelt. So wechselhaft sind menschliche Emotionen…

Man denkt, man findet etwas voll blöd, aber wenn dann etwas noch viel Blöderes auftaucht, ist man bereit zum Faustkampf mit dem noch Blöderen, um das eigentlich schon total Blöde zu verteidigen. Und am Ende hasst man sich selbst. Und man fragt sich, was einen nur so weit bringen konnte.

Dummerweise ist es dann gerade mitten in der Nacht. Und man ist wach und ärgerlich. Und zum Schöntrinken ist es auch zu spät. Mist!

Urlaub… Urlaub.. Urlaub… Schön isses! Grenzenlose Freiheit. Beim Max-Reste-Ausmisten stieß ich auf Buzz Lightyear. Der durfte natürlich bleiben. Zumal wir am vergangenen Dienstag beschlossen hatten, uns den dritten Teil gemeinsam anzuschauen. Den kennen wir nämlich beide noch nicht.

Was zumindest ich bis gestern noch nicht kannte, war Mozarts „Idomeneo“. Den gibt es nämlich gerade in der Frankfurter Oper. Der Bauherr hatte Karten spendiert – auf nach Frankfurt also. Schön war’s – wenn man mal großzügig über die wirklich seltsamen Menschen hinweg sieht, die sich allesamt im gleichen „Raum“ mit uns befanden.

Durch einen geschickten Abgang mitten im Schlussapplaus erreichen wir unsere S-Bahn noch und waren eine Stunde früher zu Hause als erwartet. Auf dem Hinweg schaffte ich es trotz Zeitdrucks, ein Foto vom „Euro“ vor der EZB zu machen. Den kann man schließlich immer mal brauchen.

Der Innenraum der Oper war dann – kurz vor Ende der Pause – auch noch ein Foto wert. 

Der heutige, erste „echte“ Urlaubstag verging allerdings – Quod erat exspectandum! – leider mal wieder viel zu flott. Für die geplante Gartenarbeit war es nach wie vor deutlich zu kalt. Kuchen backen für des Patenkinds morgigen Geburtstag dagegen war perfekt.

Wie gerne wirft man doch den Backofen an, wenn es draußen fies und ungemütlich ist! Während des Backens fiel mir dann auf, wie lange ich schon nicht mehr Muffins o. ä. für größere Kindergruppen hergestellt hatte. Und dabei war das mal jahrelang meine Haupt-Freizeitbeschäftigung!

So. Kurzes Post! Nie hat man so wenig Zeit wie im Urlaub. Außer im Ruhestand wahrscheinlich. Nur Rentner sind noch gestresster…

 

Das war das Wort, das mir partout nicht mehr einfallen wollte. Es fiel im Zusammenhang exzessiver Smartphonenutzung durch Kinder und Jugendliche. Die Apps sind offenschtlich der suchtverleitende Faktor an der Sache. Gut, dass das Wort jetzt hier steht Ich kann es mir nämlich einfach nicht merken…

Gestern war es dann soweit: Ich verließ das Büro frohgemut und begab mich in den Wald zum Treffpunkt mit Heike. Die Urlaubsstimmung sank gegen Null als mir einfiel, dass ich vergessen hatte, meinen „Abwesenheitsagenten“ (‚Herr Agent, es brennt!‘) zu aktivieren.

So ein Mist! Da muss ich mir noch eine Lösung einfallen lassen. Zum Thema „Wetter“ könnte sich mal wer anders eine Lösung einfallen lassen. Das finde ich jetzt wirklich nicht mehr witzig. Verdammte Kälte! Alles sprießt und spotzelt – und ich bin sicher, dass diese Kälte jetzt endgültig allem ansatzweise Grünem sofort wieder den Garaus machen wird. Wirklich deprimierend.

Wer daran schuld ist, wissen wir ja. Gibt es eigentlich wissenschaftliche Untersuchungen zum offensichtlichen Zusammenhang zwischen den besch***enen Außentemperaturen und der Regierungszeit des Merkels? Falls nicht: Es sollte sie geben!

Egentlich war für meine Urlaubstage Gartenarbeit eingeplant. Momentan sieht es aber nicht so aus, als das Sinn machen würde. Einzige Aktion bisher: Kerbel auf der Fensterbank vorziehen. Traurig…

Den Vormittag nutzten wir für Einkäufe auf nahegelegenen Höfen. Eier, Gemüse und Fleisch kann man hier problemlos beim – vertrauenswürdigen – Erzeuger kaufen. Netterweise gibt es sogar einen Charolaisbauern in der Nähe. Wir haben ein paar Sachen zum Testen mitgenommen und einen Ochsenschwanz bestellt. Dazu dann zu gegebener Zeit mehr.

Der Rest des Tages verlief extrem „geruhsam“. Ich liebe dieses Wort! Es hat sozusagen ‚Suchtverleitung’spotential. Allerdings im positiven Sinne. Zum Abendessen gab es die Reste der gestern seit langem mal wieder aufgetischten Lachsnudeln und dazu ein Dessert aus dem Whisky-Kochbuch der Lieblingsschotten. Eins, das ich bereits getestet hatte: Walnut and Prune Pudding mit Butterscotch Sauce. Immer wieder köstlich!

Und angesichts des Wetters und der bevorstehenden Karwoche war etwas Ermunterndes praktisch schon therapeutisch angesagt. Wie soll man sonst klarkommen?! Geht ja gar nicht! Und britische Puddings sind mit Sicherheit ungefährlicher als Smartphones. Zumindest was die Suchtverleitung angeht…