Damit dieses Wochenende nicht komplett blogfrei endet, hier eine kurze Rückmeldung.  Nachdem es am Freitag ein wirklich herrliches Ochsenschwanzragout und am Samstag sehr leckere Lammkoteletts aus der eigenen Küche gab, starteten wir heute zu einer kulinarischen Expedition in den Rheingau.

Und mit nur zwei Restaurantbesuchen deckten wie im Prinzip etwa das obere und das untere Ende des gastronomischen Angebots der Gegend ab. Nach einer Bärlauchsuppe mit Krabben und einem gar köstlichen Filet St. Pierre auf Ratatouille mit Krustentierschaum landeten wir schließlich bei Hackedotz mit Bratkartoffeln und Bärlauchzaziki.

Den gab es allerdings nur am Nachbartisch. Wir beschieden uns mit Kaffee und etwas Süßem, nachdem wir ja bereits gesättigt aus der gehobenen Gastronomie hervorgegangen waren. Und wie es aussieht, steht uns am kommenden Wochenende noch ein weiteres Testessen bevor – allerdings wird uns dabei wohl kaum ein Toast Hawaii serviert werden. Das sollte dann wieder etwas ansprechender werden. Ich bin gespannt.

Die Begleitung war jedenfalls überaus nett, und wir hatten einen wirklich schönen Sonntag. Der Tag war am Ende nicht nur schön, sondern auch lehrreich. Immerhin traf ich auf etwas, das ich bislang nicht kannte: die Beeren des gemeinen Efeus. Erstaunlich, aber die waren mir bisher nie aufgefallen. Sahen aus wie wahnsinnig ordinäre Brombeeren, und machten bereits von weitem klar, dass sie keinesfalls für die Likörproduktion taugen würden. Wenn etwas schon so aussieht… Nein, danke!

Apropos „eklig“: Wer schreibt eigentlich Klaus Klebers Texte?! Martin Mosebach?! Eine Formulierung wie „Frisch gesätes Misstrauen wird eine Frucht dieser Tat sein“ als Kommentar zu den jüngsten Meldungen aus Boston kann er sich doch unmöglich selbst ausgedacht haben. Die erschreckende Verquastheit dieses Satzes lässt unbedingt auf einen Ghostwriter Mosebachschen Formats schließen.

Falls Kleber allerdings tatsächlich selbst diesen Satz ersonnen haben sollte, kann er nach dem Ende seiner Anchorman-Karriere immer noch eine Kommentarspalte auf ZDF-Online übernehmen. Und falls er bis dahin ein wenig mehr Alkohol zu sich nimmt, und sich ein künstliches Lippenbändchen einpflanzen lässt, um seine Schneidezähne nach außen zu drängen, darf er seine Elaborate auch beispielsweise mit „Liebe Terroristen von Boston…“ beginnen. Das könnte was werden! Etwas Großes! Am Ende größer als Hoeneß‘ Steuernachzahlungen…            

…oder doch eher: Frankfurt meets Italy? Oder vielleicht besser: Was Basilikum kann, können Grie-Soß-Kräuter schon lange! Nachdem ich in der aktuellen Ausgabe von „Essen & Trinken“ ein Rezept namens „Linguine Frankfurter Carbonara“ – und eine Reihe anderer Ideen zu den Kräuterpäckchen für die Frankfurter Grie Soß – fand, schnappte ich mir beim heutigen Einkauf eins. So schön grün!

Als ich dann allerdings die Kräuterlein auspackte und zurecht zupfte, überlegte ich mir, dass man es ja eigentlich auch einmal mit einem Pesto aus Petersilie, Kresse, Borretsch, Pimpinelle, Schnittlauch, Kerbel und Sauerampfer versuchen könnte. Ich schwenkte um – Frauen sind nun halt mal von Natur aus sprunghaft! – und dachte mir etwas Neues aus. Keine Ahnung, ob das schon mal wer getestet hat. Wahrscheinlich schon. Schade.

Sonst könnte ich mir das jetzt patentieren lassen. Es war nämlich wirklich richtig lecker. Ich bastelte mir nämlich ein Pesto aus den o. g. heimischen Kräuterlein.

Spaghetti mit Frankfurter Grie Pesto und Frischkäse

Zutaten

  • 1 Pck. Kräuter für Grie Soß (200 g)
  • 125 g geriebener Parmesan
  • 100 g Pinienkerne
  • Rapsoel und Olivenoel zu gleichen Teilen
  • Salz, Pfeffer
  • Spaghetti
  • 100 g Frischkäse
  • Parmesanspäne, Pinienkerne und etwas Grünes zum Anrichten

Zubereitung

  • Kräuter von den Stielen zupfen bzw. etwas zerkleinern und in eine hohe Schüssel geben. Parmesan, Pinienkerne und Oel zugeben und mit dem Pürierstab zu Pesto verarbeiten. Oel nach Bedarf zugeben. Salzen und pfeffern. Etwa zwei Drittel des Pestos in zwei Twist-Off-Gläser geben, mit Oel bedecken und zuschrauben. Für schlechte Zeiten - nicht zu lange! - im Kühlschrank aufbewahren.
  • Spaghetti bißfest garen, abgießen und Rest des Pestos zugeben. Bei schwacher Hitze einrühren. Frischkäse ebenfalls unterrühren.
  • Mit gehobeltem Parmesan, ein paar Pinienkernen und wenigen Zweiglein aus der Kräuterpackung anrichten. Mahlzeit!

Irgendwann hatte ich ja mal eine Kräuter-Packung zerlegt. Und die fehlenden Kräuter gepflanzt. Blöderweise hakte es am Borretsch, der mir zwar bereits einige Male mit seinen Blüten auf Salaten große Freude bereitet hatte, aber jetzt einfach noch nicht brauchbar war. Den Rest hätte ich notfalls zusammenklauben können. Die Pimpinelle hält sich zum Beispiel großartig, weil extrem winterhart!

Ich werde das Grie-Pesto-Experiment sicher im Sommer nochmal mit Kräutern aus dem eigenen Garten durchführen. Bouffier und Berlusconi passen einfach zu gut zusammen. Zum Thema „Politics“ hätte ich übrigens nebenbei auch noch einen Link zu bieten: ein Ken-Loach-Interview zum Thema Maggie Thatcher. Man muss ihn einfach lieben!

Für das Abendessen der nächsten Tage ist jedenfalls noch etwas Pesto im Kühlschrank. Ich habe bereits überlegt, was man damit wohl noch anstellen könnte. Vor allem zu den Lammkoteletts, die ich am Samstag zuzubereiten gedenke. Grün passt ja prinzipiell immer zu Lamm. Vielleicht kann man ja auch Kartoffelspalten anbraten und im hessischen Pesto schwenken?

Spannend in diesem Zusammenhang auch, wie gut Grün zu Bouffier passen wird, wenn die FDP nicht im Landtag landet. Aber das verdirbt einem ja irgendwie auch nur den Appetit…

Für heute ist damit nun auch Feierabend. Wir sind satt und glücklich. Und morgen geht es weiter mit der nächsten grünen Idee. Mit fällt sicher noch etwas ein.   

Damit das Kunstwerk nicht unbeachtet bleibt, gibt es an dieser Stelle ein Foto des Lamm-Kuchens meiner Mutter. Sensationell! Während bei Max‘ Kommunion das Ding noch mit Buttercrème gespritzt wurde, leuchtet es inzwischen in Baiser-Reinweiß und trägt eine handbestickte Fahne und ein ebenfalls in fissliger Kleinstarbeit angefertigtes Schleifchen.

Wenn das mal nix ist! Wobei das Lamm ja auf dem Kuchenbüffett letztendlich „nur“ das Exemplar war, das nicht angeschnitten wurde. Wir schwelgten beim Kaffeetrinken jedenfalls mal wieder in den allerköstlichsten Torten und Kuchen.

Die „Bäckerinnen“ haben sich wieder selbst übertroffen. Anders kann man es nicht sagen. Ich backe wirklich gerne, aber die ganz große Perfektion, was Torten angeht, fehlt da einfach. Und auch der Ehrgeiz. „Fetten Respekt“ jedenfalls!

Beim heutigen Rundgang durch den Garten kann man das wirklich mehr als rasante Wachstum allerorten nicht übersehen. Die Bäume und die Sträucher treiben aus wie wild. Die Stachelbeere im Foto rechts hat offensichtlich den letztjährigen Angriff der todbringenden Stachelbeerblattwespe recht gut überstanden.

Desgleichen die Johannisbeeren. Einen einzigen Strauch haben wir bereits im Herbst wegen Aussichtslosigkeit beigesetzt. Der Rest sieht jetzt wieder richtig gut aus.

Zudem stehen die Veilchen in voller Blüte. Man glaubt kaum, was innerhalb von zwei Tagen da an Blüten aufgetaucht ist. Wirklich erstaunlich! Die Pfingstrosen geben ihr Bestes, die Schlüsselblumen blühen und der Zierlauch hat übers Wochenende mindestens fünf Zentimeter zugelegt.

Auch das Mandelbäumchen scheint die Pilzattacke vom vergangenen Frühjahr gut verkraftet zu haben. Bis zum kommenden Wochenende sollte es „richtig“ blühen. Der radikale Kahlschlag hat ihm wohl gut getan.

Morgen werde ich Grünkohl säen und vorziehen, um in diesem Jahr rechtzeitig für den Wintereinbruch bereit zu sein. Und es wird auch etwa die doppelte Menge wie im vergangenen Jahr in den Beeten landen. Der Grünkohlanbau hat sich mehr als gelohnt und uns bei einigen Mahlzeiten in der kalten Jahreszeit gute Dienste geleistet.

Aber genug davon. Jetzt freuen wir uns erstmal auf den ersten Spargel. Lange wird es hoffentlich nicht mehr dauern. 

Abgesehen vom überaus erfreulichen Gartenanblick war das heute ein eher trostloser Tag. Und um 17 Uhr war es dann auch wirklich an der Zeit, die „Kammer des Schreckens“ zu verlassen. Stressig und nervig war es – aber immerhin verging dabei die Zeit recht flott…

Das Wochenende war recht turbulent. Es stand die Erstkommunion meines Lieblingsneffen an.

Da es – neben viel zu viel Auswahl auf dem Kuchenbüffett – auch wieder die Tiramisu-Torte von Ostern gab, lege ich hiermit auch endlich mal das Rezept nach:

Tiramisu-Torte

Zutaten

für den Biskuit:

  • 1 Ei
  • 50 g Zucker
  • 50 g Weizenmehl
  • 1/2 TL Backpulver, gestrichen
  • 150 ml kalter, starker Kaffee oder Espresso
  • 5 EL Amaretto

für die Crème:

  • 8 Blatt Gelatine
  • 500 g Mascarpone
  • 250 g Magerquark
  • 500 ml Sahne
  • 150 g Puderzucker

für die Endmontage:

  • 25 Löffelbiskuits
  • Kakao zum Bestäuben
  • Schokospäne, Kaffeebohnen, grüne Trauben, Zitronenmelisseblättchen für die Deko(oder einfach ein paar schokolierte Eier o.ä. wie auf dem Foto)

Zubereitung

  • Das Ei, 1 EL heißes Wasser und Zucker cremig schlagen. Mehl mit Backpulver mischen, mit einem Holzlöffel behutsam untermischen. In eine mit Backpapier ausgelegte 26er Springform füllen. Bei 180°C (Umluft: 160°C) 15 bis 20 Minuten abbacken. Auskühlen lassen. Den Formrand mit frischem Backpapier versehen.
  • Kaffee mit 3 EL Amaretto mischen. Für die Crème Gelatine einweichen. Mascarpone, Quark, 100 ml Sahne, Puderzucker, restlichen Amaretto und 2 EL des vorbereiteten Kaffees glatt rühren. Übrige Sahne steif schlagen. Etwas davon in inen Spritzbeutel mit kleiner Sterntülle füllen und kalt stellen.
  • Gelatine ausdrücken, auflösen und mit etwas Mascarponecrème mischen. Zügig unter die restliche Mascarponecrème geben. Kalt stellen.
  • Den Biskuitboden leicht mit der Kaffeemischung beträufeln. Den Rest der geschlagenen Sahne unter die Mascarponecrème rühren. Ein Drittel davon auf dem Biskuitboden verteilen. Etwa die Hälfte der Löffelbiskuits kurz in die Kaffeemischung tunken und auf die Crème legen. Die Hälfte der verbliebenen Crème einfüllen. Eine zweite Schicht getränkter Löffelbiskuits darauf legen. Mit übriger Crème bedecken und kalt stellen.
  • Zum Servieren die Torte aus der Form lösen und leicht mit Kakao bestäuben. Sahne mit dem Spritzbeutel auf die Torte spritzen. Ausdekorieren.

Das war insgesamt gesehen ein sensationell leckerer, aber mal wieder nicht bis zum Käsebrett durchzuhaltender Tag. Wir haben es alle sehr genossen. Vielen Dank für die Einladung!

Und wo wir gerade bei Danksagungen sind: Anlässlich der Festivitäten wurde mir ein herrliches Care-Paket von der Insel mit dringend benötigten Backzutaten und reichlich Lesestoff überreicht.

Das Glas selbstgemachter Seville Orange Marmalade wird bei besonderer Gelegenheit in einen Hot Marmalade Pudding wandern. Wir freuen uns jetzt schon. Sieht köstlich aus! An dieser Stelle auch erstmal vielen, vielen Dank!

Mehr gibt es auf diesem Blog dann heute aber auch nicht. Nach dem Fotobearbeitungsmarathon des Nachmittags ist jetzt erstmal Sendepause. Mir steckt zudem auch immer noch das nächtliche Haarefärben von Freitag auf Samstag in den Knochen. Aber das führt jetzt zu weit. Das Sofa ruft.

Aber irgendwie auch ein klassischer April. Immerhin regnet es jetzt immer mal wieder, aber dafür schneit es nicht mehr. Und es gibt Bärlauch zu kaufen. Mein eigener ist zu meiner großen Freude tatsächlich auch einmal ordentlich ausgetrieben. Für ein Essen reichen die fünf Blättchen allerdings momentan noch nicht. Es musste zugekauft werden.

Dafür entdeckte ich heute zum ersten Mal Lebenszeichen des Rhabarbers. Diese Woche hat dem Garten echt mal einen richtigen Schub verliehen. Allüberall sprießt und sprotzt es regelrecht.

Zurück zum Bärlauch. Ich spielte an der Supermarktkasse bereits mit dem Gedanken an eine schnelle Vorspeise, zumal ich vorher auf dem Biohof eine nette geräucherte Forelle ergattert hatte. Und dann war da noch ein Rest Blätterteig im Kühlschrank, der weg musste. Ich bastelte das hier:

Kleine Bärlauchtartes mit Räucherforelle

Zutaten

  • 1/2 Rolle Blätterteig
  • 100 g Frischkäse
  • 1 Schuss Sahne
  • 1 Ei
  • 40 g Bärlauch
  • Pfeffer, Salz
  • Räucherforelle

Zubereitung

  • Aus dem Blätterteig mit einem Becher acht Kreise ausstechen und diese in die gefetteten Mulden einer Muffinform drücken.
  • Frischkäse, Sahne, Ei, Bärlauch, Salz und Pfeffer mit dem Pürierstab verquirlen und auf die acht Blätterteigböden verteilen. Bei 175°C etwa 20 Minuten abbacken.
  • Forelle häuten und entgräten und in Stücken zu den Tartes geben. Die Forelle sollte Zimmertemperatur haben. Gegebenenfalls rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen.
  • Mit Bärlauchstreifen garnieren.

Eine perfekte, kleine und sehr unkomplizierte Vorspeise für den Frühling. Herrlich simpel, grün und frisch. Gut geeignet für Last-Minute-Gelegenheiten. Werde ich demnächst mal mit Rucola statt Bärlauch austesten. Oder auch mit Ziegenfrischkäse. Oder… oder… oder…