
Durch die Erholung der ersten Tage gestärkt und durch den erfolgreichen Antrittsbesuch in San Blas ermuntert, war ich in der Lage, an der Seite des Gatten das jährliche Gozo-Programm abzuspulen. Wir starteten in Dwejra und mit einer Runde durch Victoria.
Dwejra strahlte in der Sonne. Die Touristeninvasion hielt sich in überschaubaren Grenzen, wobei wir uns allerdings die Inland Sea sparten und gleich Richtung Watchtower liefen.
Leider wehte keine Fahne auf dem Turm. Es war also keiner der lustigen Rentner vor Ort, die einem den Eintritt ermöglichen. Wir liefen bis zum Fungus Rock und wieder zurück, mussten uns aber ein wenig beeilen, da wir noch Einkäufe zu erledigen hatten.
Il-Belt: Victoria aka Ir-Rabat
Ein Kaffee im Bellusa, ein Besuch im House of Gozo, ein Rundgang durch die engen Gässchen rund um St. Georges und eine kurze Kontrolle bei dem Haus mit meiner Lieblingshaustür. Es stand noch. Aber mehr schlecht als recht. Ein Baugerüst stützte seinen Balkon ab (siehe letztes Foto). Ein kleiner Lottogewinn – und es wäre meins…
Bereits am ersten Tag hatte ich feststellen müssen, dass mein Lieblingsbuchladen The Bookworm geschlossen hatte. “Dauerhaft geschlossen” stand bei Google. Dieser Buchladen war alljährlich meine Anlaufstelle für Kochbuch-Neuerscheinungen gewesen. Es galt, Ersatz zu finden. Wir verschoben die Suche auf einen weiteren Besuch in Victoria. Die Stadt war zu voll. Offensichtlich lag zu diesem Zeitpunkt mehr als ein Kreuzfahrtschiff vor Anker und es waren Gozo-Trips angesetzt.
Kurz zurück zum Haus in Għasri. Und wieder ab nach Għarb zum Abendessen – ein zweiter Besuch im Il-Kunvent stand an. Der Gatte aß Pulled Pork Croquettes und Octopus and Nduja Linguine. Vor mir landeten ein Tuna Tartar und ein Traditional Braised Rabbit. Wieder ein perfekter Aben auf der Außenterrasse bei angenehmen Temperaturen und köstlichem Essen.
Ist das Kunst oder kann das weg?
Am nächsten Tag beschlossen wir, uns das viel und kontrovers diskutierte achtbeinige Pferd namens WIEĦED anzuschauen. “Wieħed” ist Malti und bedeutet “eins”. Seit April dieses Jahres steht es in einem in einem geschützten Natura-2000- und ODZ-Gebiet, was auch gleich der erste Kritikpunkt daran ist. Mir persönlich gefiel Ras ir-Reqqa / Reqqa Point ohne das Ding deutlich besser. Hier mal in Kürze die öffentliche Diskussion: Times of Malta: An eight-legged horse appeared at Xwejni, and not everyone is happy about it
Bereits von weitem – eigentlich schon on der Qbajjar Bay aus – sieht man es. Es hat mit 5,70 Metern ja auch eine nicht unbeträchtliche Größe. “It suggests not one horse but two – an image constructed through a process of sampling and recombination,” wird Austin Camilleri im ToM-Artikel zitiert.
Meiner Meinung nach wird in Kürze “Sampling and Recombination” nicht nur den Gaul / die Gäule betreffen, sondern vor allem auch die Landschaft. Schon jetzt gurkten Kolonnen von Quads über die schmale Küstenstraße. Als nähstes kommt ein Eisstand, dann ein Foodtruck mit Tischen und Stühlen – und kurz danach genehmigt die Planning Autority vermutlich Joseph Portelli den Bau eines Hotelkomplexes nebenan. Mit Tiefgarage im Sandstein.
Wir liefen Richtung Marsalforn an der Küste entlang, vorbei an den Salzpfannen und an der ziemlich unruhigen See. Die Blickrichtung gefiel mir besser.
Wobei wir bei einem kurzen Spaziergang durch Marsalforn auch wenig begeistert von den neuesten Bauprojekten waren. Immerhin stand DIE Bank noch an ihrem Platz. Und ein Luzzu im Hafen.
Ftira-Exkurs für den World Bread Day 2026
Der nächste Tag verging ohne große Ereignisse. Morgens backte ich die geplante Ftira für meinen Beitrag zum World Bread Day. Anschließend wurden Fotos mit Blick auf Żebbuġ und das Meer davon gemacht und gepostet. Ftira Maltija: Loaf of my Life kam dabei heraus. Und ich war pünktlich und musste dafür keine Nachtschicht einlegen. Check!
Abends gab es wieder Pizza bei Francesco’s. Es war immer noch windig und die Terrasse war geschlossen. Schmeckte aber auch so.
In der Nacht wurde ich von einem Gewitter geweckt. “Das Einhorn!” schoss es mir durch den Kopf. Ich rannte die Treppe runter und stürzte ich mich in Regen, Sturm und Unwetter. Zu spät! Es war vom Wind in das Metallgitter hinter dem Pool gepresst worden und am Ende war ihm die Luft ausgegangen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich schleppte es rein, um den Schaden morgens eingehender zu betrachten.
Flogging a dead unicorn…
So sah die Lage morgens aus. Das Loch war zu groß. Ich hätte es nicht mehr nachhaltig schließen können. Nicht mal als Taucher- und Radfahrer-Frau, die sich mit Abdichtung und Fahrradflicken auskennt. Wir ließen es am Ende zurück – allerdings nicht ohne am letzten Tag das gleiche Einhorn nochmals zur Lieferung an die Heimatadresse bestellt zu haben. Dieses hat immerhin fünf Jahre treue Dienste geleistet. Danke, Einhorn! Schnief!
Zur Ablenkung ging es an diesem Tag zum Wied il-Għasri. Wir waren vor Jahren schon einmal dort gewesen – allerdings von der anderen Seite. Von dort kann man zwar über eine Treppe zu dem winzigen Strand des kleinen Fjords absteigen, aber man sieht halt nichts von seiner wahren Schönheit. Das sollte sich diesmal ändern – zumal wir eine Drohne dabei hatten. Und keine Angst sie zu benutzen, da der Wind nun weg war.
Schon der Blick allein ist von dieser Seite aus wirklich ein Traum. Von oben war es dann noch ein wenig hübscher. Bitte beachten: Zum Aktivieren der Videos musst du den „Play“-Button klicken. Ich weise dich hiermit darauf hin, dass nach der Aktivierung Daten an den jeweiligen Anbieter übermittelt werden.
Ich schoss auch noch ein paar Fotos von oben, bevor wir wieder – diesmal an der Küste enlang – zurück nach Għasri liefen.





















































