Da es nichts Neues zu berichten gibt, habe ich mal drei Fotoalben eingerichtet und ein paar Bildchen vom bisherigen Baufortschritt hochgeladen.
MrFlax hat es richtig erwischt. Er liegt mit Fieber darnieder. An weitere Beplankungsarbeiten ist zumindest morgen und wohl auch übermorgen noch nicht zu denken. Die Weihnachtspause wird also einfach etwas ausgedehnt.
Möglicherweise wird MaxFlax am Samstag rekrutiert und zu Schraubereien herangezogen. Wozu zahle ich denn schließlich das teure Fitnessstudio? Das sollte sich ja schon auch mal irgendwo anders als auf dem Baseballplatz bezahlt machen.
Und die Weihnachtsplätzchen müssen ja schließlich auch noch abtrainiert werden…
Zu Weihnachten gab es u.a. zwei hübsche kleine Buchskugeln und Frühblüherzwiebeln für den zukünftigen Garten. Im Hof stehen bereits zwei größere Thuja-Heckenpflanzen und eine weitere Buchskugel in Blumentöpfen und warten auf ihren Einsatz. Meine Familie hat einiges für uns angezogen und zwischengeparkt. Da fängt man wenigstens nicht bei Null an, wenn der Garten pflanzbereit ist.

Heute haben wir nochmal ganze Arbeit geleistet und den Rest des Erdgeschosses bis auf Büro und Ankleide beplankt. Um 14:30 Uhr waren wir überraschend sogar eine halbe Stunde früher als geplant fertig.
Der riesige Drei(ßig-c)-m-Baustellen-Weihnachtsbaum, den ich gestern noch als Bauherren-Überraschung besorgt hatte, erstrahlte in vollem Glanz, Billy Bragg sang inbrünstig „I keep faith“ und vor der Tür fanden wir ein Tütchen mit Weihnachtsplätzchen. Danke an den unbekannten Spender!
Und jetzt ist erstmal Trockenbaupause bis Freitag oder Samstag bzw. bis es dem doch ziemlich heftig erkälteten Bauherren wieder besser geht.
FROHE WEIHNACHTEN!!!

Der letzte Arbeitstag vor Weihnachten ist Geschichte. Stressige Geschichte zwar, aber immerhin Geschichte. Morgen ist Heiligabend und es geht endlich mit dem nicht ganz so heiligen Trockenbau weiter. Wir haben mal 10 bis 15 Uhr als „Arbeitszeit“ angesetzt. Ein bißchen weihnachtlich soll es ja abends auch noch werden und mit zuviel Muskelkater in den Oberarmen packen sich die Geschenke so schlecht aus.
Laut der „Knauf“-Homepage kann man sowieso kaum Muskelkater bekommen: „Knauf Platten werden hochkant mit dem Plattenträger getragen oder mit dem Plattenroller transportiert“. Das klingt definitiv ganz anders als unser „Kannst du bitte mal anfassen?“ oder unser „Rechts ein bißchen höher… Ja! Gut! Jetzt ein bißchen nach links!“ oder das „Kannst du noch? Stell‘ noch ‚mal kurz ab.“
Und dann kann man die ganze Schufterei nicht mal gewinnbringend in „Winterpokal“-Punkte umsetzen! Für fünf Stunden Rigipsstemmen wären eigentlich wenigstens zwei Alternativsport-Pünktchen fällig, wenn man schon wegen Zeitmangels nicht in der Lage ist, im Hellen eine Runde durch den Wald zu laufen oder mal am Wochenende ein wenig durch die Landschaft zu pedalieren. Und abends ist man zu fertig für Indoor-Gestrampel. Es ist ein wahres Dilemma – und zusätzlich hat man noch die Schmach zu tragen, am Ende der teaminterne Totalversager zu sein. Aber o.k. – zurück zu den Gipskartons!
Für morgen sind im Erdgeschoss noch einige Wände zu beplanken. Im Gästebad können wir z.Zt. nichts machen, weil wir dafür die grünen Feuchtraum-Platten brauchen. Und die liegen im OG. Und mit der bestellten Leiter ist erst Samstag oder kommende Woche zu rechnen. Bis dahin können wir uns nur im Erdgeschoss austoben. Da noch ein paar Stellen mit ziemlich zeitintensiven Balkendecken-Ausschnitten anstehen, sollten wir aber bis dahin ausgelastet sein.
Woran ich morgen unbedingt denken muss:
Besen!!! (ein bißchen Ordnung sollte schon sein…)
Bauradio!!! (dämpft die Bohrgeräusche…)
Die eben noch fertiggestellte Überraschung für den erkälteten Bauherren!!! (psssst…)
Aber auch morgen wird irgendwann die letzte Schraube im quiekenden Merkel versenkt sein und wir werden ein bißchen feiern.
„I’m dreaming of a white Rigips
Just like the ones I used to know
Where the cutters glisten
And the Bauherren listen
To hear screw heads in the snow
I’m dreaming of a white Rigips
With every drywall I plank right
May your days be merry and bright
And all your plasterboards are white.“

Wie jedes Jahr: Einkaufspanik! Das größte Problem machen allerdings diesmal nicht die Geschenke. Innerhalb einer halben Stunde wurde ich zwar letzthin von den beiden Herren Flax gefragt, was man denn dem jeweils anderen „um-Himmels-Willen“ schenken könne, aber diese beiden Probleme wurden mittlerweile – zumindest in der Theorie – zufriedenstellend gelöst. Geschenketechnisch fehlen jetzt lediglich noch ein paar Kleinigkeiten, was aber lösbar sein sollte.
Viel schlimmer: Heute schon will ja bereits durchdacht sein, was man morgen noch einkaufen muss, damit man nicht während dieser ja eigentlich sehr angenehmen Feiertags-Wochenend-Konstellation des Hungers zugrunde geht bzw. am kommenden Samstag in überfüllten Discountern zu Tode getrampelt wird. Ist also alles in Kühlschrank und Gefrierfach, was man in den nächsten Tagen darin händeringend suchen könnte? Sind ausreichend Getränke für die Feiertagsmahlzeiten vorhanden? Sollte man die Baustellen-Kinderglühwein-Reserven vielleicht sicherheitshalber noch einmal aufstocken?
Also morgen schnell in der Mittagspause einkaufen und bloß nichts Lebenswichtiges vergessen! Die Auswirkungen könnten fürchterlich sein. Was, wenn der Kaffee mittendrin ausgeht? Oder die Zahnpasta? Oder im letzten Augenblick gar das Geschenkpapier?
Es ist also eigentlich so wie immer. Und eigentlich auch so, wie man es in diesem Jahr garantiert nicht wieder haben wollte. Hatte man jedenfalls im letzten Jahr beschlossen. Funktioniert aber sowieso nie.
Ich schätze fast, die stressfreiesten Tage werden die mit dem Cuttermesser in der Hand auf der Baustelle sein. Heiligabend ist es endlich wieder soweit!  Juhuuuu!

Zum 4. Advent gab es sogar eine Kerze auf der Baustelle. Und Plätzchen. Und Kaffee. Und eine Tischdecke. Die Bauherrinnen-Eltern kamen zu Besuch und brachten das o.g. Adventskaffeezubehör mit. Eine willkommene Überraschung während der Dauer-Schrauberei. Danke!
Vorher und hinterher taten wir, was getan werden musste: Rigips anschrauben. Mit der Übung kommen auch die ersten Erfolgserlebnisse. Das Balkenausschnitt-Gebastel an der Decke hat ganz gut funktioniert. Die Idee, dafür eine Holzlatte als Schablone zu benutzen, hat sich als praktikabel erwiesen.
Und die große Wandfläche im Erdgeschoss sieht auch gut aus. Bei großen Flächen und wenig Zuschneiderei geht es doch recht zügig voran und man kann sich innerhalb kürzester Zeit auf die Schulter klopfen und sich gegenseitig zur getanen Arbeit gratulieren.
Probleme gab es bei einer Außenkante: Gipskarton nur anstoßend oder leicht überlappend? Das muss erstmal morgen durch ein Telefonat geklärt werden.
MrFlax schraubt mittlerweile recht routiniert – vor allem nachdem er endlich den richtigen Bit in den Akkuschrauber eingesetzt hat. Gestern waren wir noch der Meinung, der benutzte sei der ideale für unsere Schrauben. Leider ein Trugschluss…
Die größte Motivationshilfe war allerdings die gegen Abend entdeckte „Merkel-Technik“. Dabei muss man sich vorstellen, dass die Rigips-Platte das Merkel ist. Man kann es zwanglos beschimpfen, wenn es nicht will wie es soll. Man kann es prima anschreien („Nimm dies!!!“) und in Richtungen zwingen, die es nicht mag („Und es bewegt sich doch!“). Und am Ende jeder Platte kann man es fragen: „War es für dich so schön wie für mich?“ Das Wissen, dass die Schraube erst richtig sitzt, wenn das Merkel gequiekt hat, war auch sehr hilfreich.

Meine Zuschneidearbeiten und Handlangerdienste sind mittlerweile auch weitgehend ausgereift. Die Metallschiene ist mein bester Freund. Gemeinsam schaffen wir saubere Kanten. Wie sang der Grusel-Barde aus Bochum doch dereinst? „Oh, ich schneid‘ mir was, schneiden macht soviel Spass, ich könnte ständig schneiden gehn, schneiden ist wunderschön, ich schneid‘, ich schneid‘, was ist egal…“
Alles in allem haben wir als völlig  ungeübte Trockenbauer bisher eigentlich ganz gute Arbeit abgeliefert – jedenfalls soweit wir selbst das beurteilen können. Es geht auch zügiger voran, als wir eigentlich dachten. Der Kinderglühwein fließt dabei in Strömen. Es ist doch etwas frisch, da die Baustellenlampen eben doch nicht in der Lage sind, ein ganzes Haus aufzuheizen. Schade!
Irgendwann nach über fünf Stunden hatten wir dann unser Plan-Soll für heute erfüllt und die letzte Schraube wurde unter frenetischem Jubel ins Merkel getrieben. Feierabend – und Wochenende vorbei.