Stay calm and sticky on!

Die Geschichte dieses Blogposts ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Und Wiederholungen. Und sonstiger Verzögerungen. Bereits am 21. April hatte Zorra anlässlich des Platinum Jubilee der Queen zu einem „Pudding für die Queen“-Blogevent aufgerufen. Ehrensache, da mitzufeiern! Auch wenn ich jetzt schon wieder ziemlich knapp dran bin. Nicht, dass mich die englische Aristokratie wahnsinnig begeistern würde, aber ich finde, die Queen hat gerade echt etwas Trost verdient.

Und damit meine ich nicht nur den Heimgang ihres Gemahls, sondern eher die Eskapaden ihrer missratenen Nachkömmlinge. Ich gehe an diesem Ehrentag ausnahmsweise mal nicht in die Details, aber wer regelmäßig zum Friseur geht, weiß, wovon ich rede.

Mein erster Gedanke war logischerweise Sticky Toffee Pudding. Den liebe ich seit Jahren und wenn ich ihn herstelle, löst das jedesmal wahre Jubelstürme des Gatten aus. Blöderweise gibt’s das Rezept natürlich schon auf dem Blog: Fifty Shades of Brown. Verdammt! Und sogar die alkoholfreie Thermomix-Variante ist bereits verbloggt: Friedhof der Kuschelbiere. Blöd!

Gut. Dann halt den Steamed Walnut and Prune Pudding with Butterscotch Sauce von Sheila McConachie. Ich dachte, den hätte ich auch bereits abgeliefert, weil es ein entsprechendes Blogpost gibt – „Try the walnut and prune pudding in the book…“. Ich hakte ihn also innerlich ab, musste allerdings gerade feststellen, dass es das Rezept tatsächlich bislang nur im Buch gibt und ich es nie gepostet habe. Egal. Zu spät jetzt.

Kurzerhand entschied ich mich für den Hot Marmalade Pudding (Guardian-Link) aus dem Three Chimneys Restaurant auf der Isle of Skye. Ich stellte nach meinem Lieblingsrezept mein Lieblingsvanilleeis her, erlitt beim Kauf einer Vanilleschote an der Kasse fast einen Nervenzusammenbruch, war vom Drambuie Custard total begeistert, fotografierte alles und wäre prinzipiell bereit zum Artikelschreiben gewesen – als ich wieder feststellte, dass es das Rezept hier bereits gibt: „How do I make him less of an asshole?“

Jetzt hatte der Gatte zwar seinen Nachtisch für mehrere Tage gesichert, aber ich immer noch keinen Pudding für die Queen.

Viel Zeit und Auswahl blieben nicht mehr. Ich begann, in die Schokoladenrichtung zu denken. Und fand schließlich etwas halbwegs passendes auf BBC Good Food, dass ich ein wenig anpasste. Wichtig: Zum lauwarmen Pudding braucht es zwingend eine warme Sauce und eine Kugel Eis. Und möglichst ein, zwei Stückchen Obst. Die Kombination muss dabei wohlüberlegt sein. Und welche Kombination könnte wohl durchdachter sein als Schoko und Karamell?! Zumal dann ja sowohl etwas für die Queen of England als auch etwas für die Queen of Dulce de leche dabei ist. Genial!

Ich präsentiere also meinen Pudding für die Queen(s):

Chocolate Sponge Pudding with Dulce de Leche Sauce & Icecream

Gericht: Dessertteller, Eiswaffel, Kuchenteller
Keyword: dessert, eis, pudding
Autor: MrsFlax

Zutaten

für den Schokobiskuit:

  • 200 g Butter auf Zimmertemperatur – plus etwas zum Fetten der Form
  • 200 g Muscovado ersatzweise: anderen braunen Zucker
  • 3 Eier
  • 50 g Kakao
  • 130 g Saure Sahne
  • 2 EL Vollmilch

für das Eis:

  • 1 Dose gezuckerte Kondensmilch
  • 600 ml Sahne

für die Sauce:

  • 1 Dose gezuckerte Kondensmilch
  • 1 Schuss Single Malt

Anleitung

Erst das Eis, …

  • Dazu benötigen wir erstmal ausreichend Dulce de leche. Das lässt sich auf verschiedene Weisen herstellen – klassisch aus Milch und Zucker (dazu gibt's bei Zorra hervorragende Anleitungen, die ich gleich noch verlinke) oder eben aus gezuckerter Kondensmilch. Ich habe mich spontan für die Faulenzermethode entschieden. Noch fauler wäre nur der Einsatz meiner letzten Dose bereits vorgekochter, gesüßter Kondensmilch aus dem portugiesischen Lebensmittelladen gewesen…
  • Da wir für die Sauce ebenfalls Dulce de leche benötigen, geben wir zwei geschlossene Dosen – vorher Etiketten und Kleberreste entfernen! – in einen ausreichend großen Topf und füllen diesen mit Wasser, bis die Dosen bedeckt sind. Im Schnellkochtopf dauert das etwa eine halbe Stunde. Ich brauchte mit dem regulären Topf etwa eineinhalb Stunden. Da ich immer noch eine völlig irrationale, panische Angst vor Schnellkochtöpfen habe, war die erste Methode keine Option.
  • Nach der Kochzeit die Dosen auskühlen lassen. Sobald der Inhalt nur noch lauwarm ist, öffnen und mit der Sahne mischen. Mischung in die Eismaschine geben und nach Herstelleranweisung gefrieren lassen. Einfacher geht's nicht!

… dann der Pudding …

  • Ofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Fettpfanne oder große Form (die Auflaufform muss später hineinpassen) mit Wasser füllen und mit in den Ofen geben. Auflaufform einbuttern.
  • Butter und Zucker in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und für ein paar Minuten aufmixen, bis die Masse fluffig ist. Weiterrühren lassen und nacheinander die Eier zugeben und jeweils unterrühren lassen. Kakao und Mehl in die Schüssel sieben. Saure Sahne und Milch zugeben. Noch einmal kurz durchrühren.
  • Teig in die Auflaufform geben und diese mit einem Deckel oder Alufolie dicht verschließen und ins Wasserbad im Ofen stellen. Backzeit: etwa 50 Minuten.

… und zuletzt die Sauce!

  • Die ebenfalls abgekühlte zweite Dose Dulce de leche in einem Topf geben, einen Schuss Whisky unterrühren und auf niedrigster Stufe leicht aufwärmen. Pudding in Portionen schneiden und auf Teller geben. Sauce darüber gießen und eine Kugel Eis darauf setzen. Erdbeeren dazu – fertisch!

So. Wie versprochen noch Links auf die Dulce-de-leche-Anleitungen der Meisterin des „geilen Zeugs“:

Dulce de leche aus Kondensmilch im Dampfkochtopf * Klassische Dulce de leche aus Milch * Dulce de leche im Thermomix

God save the cream!

2 Kommentare

  1. Hey, die Idee Whiskey unter das geile Zeugs zu mischen, ist mir noch gar nie gekommen! Gut, dass du diesen Pudding für uns Queens gemacht hast! Und liebe Grüsse an den Gatten, kann er sich noch bewegen?

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