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Gehen wir der Einfachheit halber in der Reihenfolge aus der Überschrift vor. Essen. Die erste Tomate der Saison brauchte einen würdigen Auftritt. Auf die Schnelle improvisiert, gibt es diese Dinger sicher den Sommer über häufiger:

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Blätterteighäppchen mit Ziegenkäse & Red onion marmalade
Zutaten:
Blätterteig (selbstgemacht oder aus dem Kühlregal)
Red onion marmalade (nach diesem genialen Rezept)
Ziegenkäserolle
etwas mit Knoblauch und Rosmarin angesetzten Honig
Cocktailtomaten
Zubereitung:
Aus dem Blätterteig kleine (oder etwas größere – je nach Belieben) Kreise ausstechen. Kurz vorbacken.
Die Zwiebelmarmelade löffelchenweise und jeweils eine Scheibe Ziegenkäse darauf legen. Mit dem Honig beträufeln und mit Cocktailtomatenvierteln belegen.
Wieder in den Ofen geben bis der Käse weich aber nicht zerlaufen ist. Mjam!
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Schwupp-di-wupp fertig und mit hohem Suchtfaktor.

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Kommen wir zum Trinken. Gestern Abend überreichte mir der Gatte feierlich von einer Kollegin eine Fünf-Kilo-Tüte grüne Nüsse. Eigentlich wollte ich daraus schwarze Nüsse machen, aber Tests ergaben, dass es knapp zu spät dafür war. An einigen Stellen hatten sich bereits Ansätze der Schalen gebildet. Und das ist fies.

Für einen Liköransatz sollten sie allerdings trotzdem noch taugen. Und so landeten sie in reichlich Fusel.

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Likör aus grünen Walnüssen
Zutaten:
4 kg grüne Nüsse
4 l Hochprozentiges (Obstbrand, Korn o.ä.)
6 Zimtstangen
einige Nelken
4 Vanilleschoten
4 Tonkabohnen
2 kg Zucker
1 l Wasser
Zubereitung:
Nüsse mit einem großen Messer – Gummihandschuhe und ein altes Schneidbrett benutzen. Keinesfalls vergessen!!! – vierteln und in große, verschließbare Gläser geben. Ich hatte zwei riesige von der Kirschlikörproduktion übrig. Da passten jeweils die Hälfte der Nüsse und zwei Liter Sprit rein.
Mit dem Alkohol auffüllen, Gewürze zugeben (Vanilleschoten aufschlitzen). Vier Wochen an einem warmen, sonnigen Ort stehen lassen.
Nach vier Wochen Inhalt abseihen.
Sirup aus Zucker und Wasser kochen, abkühlen lassen und mit dem Nusssud mischen. Nochmals vier Wochen durchziehen lassen. Vorsichtig probieren.
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Ich bin mal sehr gespannt, wie das wird. Vor dem Urlaub wird noch abgeseiht, nach dem Urlaub probiert. Auf dieses Rezept kann ich leider keinerlei Garantie geben. Bzw. erst in zwei Monaten. Die Spannung steigt.

Heute sah das Ganze allerdings aus, als ob in der Nacht jemand einen Tintenfisch ausgepresst und zugegeben hätte. Appetitlich ist was anderes…

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Kommen wir zum Weinen. Jetzt kommt der traurige Teil. Nein, es ist nicht wegen des Varoufakis-Rücktritts – obwohl das wahrlich Grund genug wäre. Und es ist auch nicht wegen der Stengelfäule-Diagnose an einer Tomatenpflanze (Kommentar Max: „Stengelfäule… Uuuuh… Klingt nicht wie eine Krankheit, die ich gern hätte…“).

Nein! Ich trauere um meinen Taunusblick von der Terrasse aus. Er ist weg. Und aus meinem Fenster im ersten Stock sehe ich auch nur noch eine Dachfläche. Verdammt. Man ahnt es: Die neuen Nachbarn haben heute ihr Fertighaus aufstellen lassen.

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Schluchz…

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Ja, da war er endlich probierfähig – der Lakritzlikör. Und ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte: Wer volljährig ist und Lakritze mag, sollte es wagen!

Das ist mit das Leckerste, das ich je in flüssiger Form zu mir genommen habe. Gut. Ich bin ja auch bekennende Lakritzoholikerin. Wie gesagt: Man muss es mögen.

Zu Weihnachten wurde mir von der Lieblingskollegin ein Kochbuch überreicht: „Lakritz“ von Elisabeth Johansson und Helén Pe. Kam kurz vor Weihnachten raus. War ja auch irgendwie passend. Und mal abgesehen davon, dass es sich einfach gut anfühlt – das Cover ist irgendwie so griffig-flutschig -, ist da auch reichlich Material drin, um die in einem Anfall von Gier massenhaft erworbenen Lakritzstangen endlich zum Einsatz zu bringen. 

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Da zudem seit geraumer Zeit im HWR eine minimal angebrochene Flasche Wodka rumstand, begann ich einfach mal mit dem „Schwarzen Lakritzlikör“ von Seite 130. Allein der Satz „Dieser Likör hat einen kräftigeren und intensiveren Lakritzgeschmack als der, der mit Lakritzwurzel hergestellt wird.“ machte die Entscheidung leicht. Her damit! Hier das Rezept:

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Schwarzer Lakritzlikör
Zutaten (für ein 400-ml-Schraubglas):
350 ml Wodka
2 Lakritzstangen (echte Lakritze!)
60 g Zucker
Zubereitung:
Lakritzstangen in Stücke brechen. Wodka und Zucker zugeben, Deckel drauf und schütteln.
Bis sich die Stangen aufgelöst haben, dauert es ein paar Tage. Immer wieder schütteln. Wenn keine Lakritzreste mehr übrig sind, ist es soweit: probieren!
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Ich bin jetzt erstmal total begeistert. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich die Probiergläschen fürs Foto austrinken musste. Das kann man ja nicht einfach so in den Ausguss kippen. Nein! Und zurück ins Glas wäre sicher total unhygienisch gewesen. Also runter damit! Hier verkommt nix! Oder so… Hicks!