Fröhliche Weihnachten!

Ich glaube, das ist das erste Weihnachten meines Lebens ohne Baum. Und ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, ob das dann überhaupt ein Weihnachten ist. Aber im Prinzip passt es zur Stimmung. Null Besinnlichkeit hier. Gestern habe ich bis Toresschluss am Bürorechner gesessen. Wie immer kommt das Jahresende völlig unerwartet. Und alle geraten ein ganz kleines bißchen in Panik. Huch! Nur noch vier Arbeitstage?!

Als vor ein paar Tagen der Entschluss fiel, dass das bereits durchgeplante Weihnachtsmenue abgesagt werden würde, nahm ich es mit stoischer Ruhe. Drecks-Omnibus-Variante! Egal. Ist dann halt so. Pfff! Der Baum war noch nicht besorgt. Und da wir hier beide keinen winzigen Hauch von Weihnachtsstimmung verspürten, zögerten wir. Und zögerten. Und gestern fiel dann endgültig die Entscheidung, dass es diesmal einfach mal keinen Baum geben würde.

Das alles führt nun zu einer sehr seltsamen Situation: Ich renne an Heiligabend nicht hysterisch durch die Küche. Im Gegenteil: Ich bin sozusagen tiefenentspannt, habe eben noch ein Brot gebacken und schaue dann gleich mal völlig gelassen, was denn heute Abend auf der Karte stehen wird. Die Lebensmittel waren nämlich bereits größtenteils eingekauft worden. Ich kann praktisch drei Tage lang aus dem Vollen schöpfen. Und das Weihnachtsgeschenk-Küchenhandtuch von meiner liebsten Kollegin passt exakt zum Thema:

Vielleicht ist es auch einfach das passende Fest zum Jahr. Und ich nehme es als eine Gelegenheit zur Entspannung statt zur Eskalation. Geht bestimmt auch. Irgendwie… Kenne ich nur noch nicht. Aber das muss deshalb ja nicht schlecht sein.

Was aber hier unbedingt noch erwähnt werden muss, sind die Pralinen vom vergangenen Wochenende. Ich bin total stolz darauf und rationiere sie eisern. Zu eisern für den Geschmack des Gatten. Es gab zwei verschiedene Sorten: eine Schnittpraline mit Schokoladenganachefüllung und eine gegossene Praline mit dunkler Schokohülle und Salzkaramellfüllung. Besonders letztere ist ein absoluter Hit.

Nachdem ich am 28. November einen Patisseriekurs im 360° bei Alexander Hohlwein vom Gatten spendiert bekommen (und zwei Wochen vorher einen Kochkurs, aber zu dem kommen wir noch… irgendwann…) und mich anschließend mit dem nötigen Equipment ausgerüstet hatte, konnte es losgehen. Ich wählte natürlich für den ersten Versuch die filigranste Gussform. Prädikat „Sauclever von mir“.

Im Prinzip ging der komplette Sonntag drauf. Ungeübt wie ich in dieser Sache bin, zog sich alles endlos in die Länge – vom Temperieren der Schokolade bis zum Abkühlen des Salzkaramells. Die Schnittpralinen dagegen gingen flott von der Hand. Und es gibt hier das Originalrezept des Meisters:

Dunkle Schokoladen-Schnittpraline

Gericht: Dessertteller, Pralinenschälchen
Keyword: pralinen, süß
Autor: nach Alexander Hohlwein & Joel Hahnloser

Zutaten

für die Ganache:

  • 230 g dunkle Kuvertüre
  • 25 g Butter
  • 25 g Kakaobutter
  • 140 g Sahne
  • 30 g Glukosesirup
  • 25 g Invertzucker habe ich selbst hergestellt, weil ich vergessen hatte, ihn zu besorgen
  • 1 g Salz

für die Hülle:

  • 400 g dunkle Kuvertüre

Anleitung

  • Kuvertüre für die Ganache schmelzen und auf etwa 45°C bringen. In einen Messbecher füllen.
  • Sahne mit Glukosesirup, Inverzucker und Salz auf ca. 40°C erhitzen.
  • Butter und Kakaobutter jeweils separat schmelzen und bereit stellen.
  • Die temperierte Sahne über die geschmolzene Kuvertüre gebe und mit einem Stabmixer zu einer homogenen Masse aufmixen. Erst die geschmolzene Butter, dann die Kakaobutter untermixen.
  • Masse in eine flache, rechteckige, folierte Form gießen. Kalt stellen.
  • Derweil die Schokolade für die Hülleje nach Schokoladensorte entsprechend temperieren. Die Angaben sollten auf der Packung stehen.
  • Wenn die Pralinenmasse gut durchgekühlt und fest ist, in etwa zwei mal zwei Zentimeter große Stücke schneiden, auf ein Gitter setzen und mit temperierter Schokolade übergießen. Erneut kalt stellen.
  • Mit weißer Kuvertüre garnieren.

Für die Salzkaramellpralinen suchte ich sehr lange nach einem Rezept im Internet. Am Ende fand ich eins, das für mich so klang, wie ich mir das vorstellte. Ich hab’s im Rezept verlinkt. Heraus kam das hier:

Salzkaramellpralinen

Gericht: Dessertteller, Pralinenschälchen
Keyword: pralinen, süß
Autor: chokumi.de

Zutaten

  • 0,5 Vanilleschote das Mark
  • 220 g Zucker
  • 36 g Glukose
  • 30 ml Wasser
  • 180 g Butter gewürfelt und auf Raumtemperatur
  • 4 g Meersalz
  • dunkle Kuvertüre für die Hülle

Anleitung

Herstellung des Salzkaramells

  • Sahne zusammen mit Vanillemark und Salz aufkochen und heiß stellen.
  • Zucker zusammen mit Glukose und Wasser in einem Topf mit schwerem Boden geben. Zuckermischung ohne Rühren bernsteinfarben karamellisieren (darf ruhig etwas dunkler sein).
  • Karamell vom Herd nehmen und heiße Sahne vorsichtig portionsweise in das heiße Karamell rühren. Vorsicht und keine Panik. Das schäumt etwas auf.
  • Die zimmerwarme Butter hinzugeben und mit dem Stabmixer emulgieren.
  • Das Karamell auf 32°C abkühlen lassen.
  • Karamell in zwei bereitstehende, mit dunkler Kuvertüre ausgegossene Pralinenformen füllen.
  • Pralinen über Nacht komplett auskühlen lassen.
  • Pralinenformen mit dunkler Kuvertüre schließen, auskristallisieren lassen und Pralinen herausnehmen.
  • Tipp 1: Man spart sich natürlich eine Menge Arbeit, wenn man fertige Hohlkörper kauft.
  • Tipp 2: Ich habe die Pralinenformen vor dem Ausgießen mit Goldpuder ausgepinselt.
  • Tipp 3: Wenn man nur eine Form ausgießt, bleibt Salzkaramell übrig! Und es ist köstlich.

Ich sehe gerade, ich habe die Pralinenformen nicht ordentlich genug aufgeklopft. Da vorne ist ein Luftbläschen in der Hülle. Hrrrrr! Aber wie war das noch? „Egal! Ich lass‘ das jetzt so!“ Genau!

Ich wünsche allen ein friedvolles und entspanntes Weihnachtsfest – natürlich mit gutem Essen. Um unseres kümmere ich mich jetzt mal. Total ungestresst und baumlos.

2 Kommentare

  1. Danke, euch auch ein schönes Fest. Ich hab gestern schulterzuckend den Glühwein für die Soße genommen, das geht auch.
    Dieser Bürostress immer nervt sehr, aus verlässlichen Quellen weiß ich, dass die Arbeit im Januar auch noch da ist – nur die brüllt eben Buchungsschluss und so Zeug.
    Liebe Grüße
    Ilka (ebenfalls Baumfrei)

    1. Am meisten haben mich im Büro die genervt, die zwischen den Jahren frei haben und das jedesmal erwähnen mussten… Grrrrr!
      Um den Buchungsschluss kümmere ich mich am Donnerstag open end. Bisher sieht alles ganz gut aus, aber erfahrungsgemäß gibt es immer Last-Minute-Panik 😀
      Bis dahin koche ich hier ganz entspannt für zwei Personen vor mich hin und probiere alles aus, was ich immer schon mal ausprobieren wollte 🙂
      Feiert schön! 🙂

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