Kalorien pflastern ihren Weg

Ich wate jetzt seit zweieinhalb Tagen durch ein Meer aus Puderzucker, Schokolade, Butter und Eiern. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz!

Am Donnerstag war morgens erst einmal der Großeinkauf der Backzutaten fällig. Dies ist natürlich alljährlich eine Handlung, die exakte Vorbereitung und millimetergenaue strategische Planung erfordert. Es handelt sich tatsächlich um den einzigen Einkauf des Jahres, bei dem nur Dinge in den Wagen wandern, die auf dem Zettel stehen. Rezepte sichten, Zutaten nach Gruppen sortieren, Mengen erfassen, rein in den Laden, Zeug vom Zettel in den Wagen, raus aus dem Laden! Plätzchenbacken ist schließlich nichts für Weicheier. Eigentlich müsste man in dieser Phase Camouflagekleidung tragen. Die Sache ist ernst. Sehr ernst.

Ab dem Augenblick meiner triumphalen Rückkehr ist die Küche praktisch Sperrgebiet. Unbefugte haben keinen Zutritt mehr. Und als „unbefugt“ gilt jeder außer mir. Um ehrlich zu sein, käme auch keiner freiwillig vorbei, weil die Belagerung aller freien Flächen sich erst mit dem Ende der Backaktion wieder lichtet. Das WILL so niemand sehen.

Und ab da kämpfe ich meinen einsamen Kampf.

Ich startete in diesem Jahr mit dem bereits gestern verbloggten Ottolenghi-Rezept. Die erste Schlacht war erfolgreich geschlagen, der Krieg aber noch nicht gewonnen.

Es folgten die bereits bekannten Schoko-Orangen-Plätzchen und Schottisches Sandgebäck. Das erste Opfer war zu beklagen. Ich hatte das kleine, getupfte Schälchen vom Foto fallen lassen. Die Schrapnelle Scherben verteilten sich dank offener Küche im gesamten Wohnbereich.

Für die Kolleginnen gab es – als Bestandteil eines dreiteiligen Geschenks – Schokolade mit Rudolph. Parallel wurde der Cranberry-Wodka gefiltert, mit Läuterzucker versetzt und abgeflascht. Vierundzwanzig Impfdosen gegen Cranvid-19 ergab das insgesamt. Wie ich das gemacht habe? Puh… Am Ende sehr improvisiert. Zuerst vier Päckchen (ein Kilo?) frische Cranberries mit dem Foodprozessor stückig gehäckselt und dann drei Wochen in Wodka (drei Liter?) eingelegt. Zesten von einer Zitrone zugegeben. Dann aus einem Liter Wasser und einem Kilo Zucker Läuterzucker gekocht und den durch ein Tuch gefilterten Wodka damit gestreckt. So ungefähr jedenfalls…

Sicherheitshalber hatte ich noch Lakritzlikör angesetzt – einfach weil ich über das „Rezept“ gestolpert war. Das Cranberry-Zeugs ist aber tatsächlich genießbar. So habe ich den Lakritzlikör ganz für mich allein. Harhar!

Die Anleitung gibt’s hier nochmal in einem sehr, sehr kurzen „Rezept“. Wer Lakritze mag und auch vor Salmiak keine Angst hat, sollte es auf alle Fälle testen.

Lakritzwodka

Gericht: Likörgläschen
Keyword: likör
Portionen: 1 Liter - etwa
Autor: lecker.de

Zutaten

  • 300 g Salmiak-Lakritzbonbons "Türkischer Pfeffer"
  • 700 ml Wodka

Anleitung

  • Lakritzbonbons in ein großes Schraubglas mit mindestens 1,2 Litern Fassungsvermögen geben. Mit dem Wodka auffüllen.
  • Täglich schütteln bis sich die Bonbons aufgelöst haben.

Das mal zu den Stimmungsaufhellern. Weiter mit Plätzchen. Gestern legte ich dann Schokowürfel (s.o.), Biskuttini tal-Lewż, die inzwischen traditionellen Schoko-Kirsch-Plätzchen für die Lieblingskollegin, Vanillekipferl und Nussecken nach.

Und dann habe ich eben mal im Rezepte-Index noch oben alle Weihnachtsplätzchenrezepte verlinkt. Schmucklos, aber nützlich. Und auch aus egoistischen Motiven. Erspart auch mir Sucherei zwischendurch.

Von den Nussecken gibt es ein Foto mit dem nächsten Zwischenbericht. Ich lege dann mal weiter die Küche in Schutt und Asche…

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