Liechten… was?! oder: Wildern in Kleinstaaten

Es ist wieder so weit. Ich wildere erneut im „Koch‘ mein Rezept!“-Auftrag auf fremden Blogs. Bei der Gelegenheit: Dieses Blogevent ist wirklich immer wieder toll. Sensationelle Idee, Volker! Und: Ein ausdrückliches „Danke!“ für die Organisation. Die aktuelle Runde ist bereits die neunte. Und ich stelle gerade fest, dass ich schon zum sechsten Mal teilnehme.

Hier die bisherigen Besuche. Ich fand’s überall schön und kann meine bisherigen Tauschpartner nur weiterempfehlen. Etwas stöbern lohnt sich. Definitiv.

Überfall auf Evchens Küche

Mal wieder in fremden Töpfen gewildert

Vom Wildern zwischen Brot und Rosen

Kladdkaka – schon das Wort!

Von Essen und Urlaub

Und jetzt also endlich auf zu Runde fünf auf fremden Blogs für mich. Wobei Stephie von ESSkalation jetzt nicht wirklich in die Kategorie „fremd“ fällt. Im Sommer war sie nämlich hier zu Besuch und hat anschließend mein Ciabatta ausprobiert. Bei dieser Gelegenheit durfte ich ein paar Fragen beantworten. Sie erreichten mich im Kroatienurlaub – exakt bei der Fahrt an der Adriaküste entlang von Krk nach Murter. Ich befürchte, mein Gehirn hat Liechtenstein und Kroatien damit für immer irgendwie verknüpft…

In den vergangenen Wochen habe ich mich dann mal intensiv durch ihr Blog gelesen. Sie ist übrigens die erste Liechtensteinerin, mit der ich jemals in irgendeiner Art und Weise Kontakt hatte. Erstaunlich eigentlich. Aber so viele Liechtensteiner gibt’s ja nun auch nicht. Um genau zu sein sogar noch deutlich weniger als Malteser. Und das will schon etwas heißen.

Stephie ist in dem Jahr geboren, in dem ich total enthusiastisch ob meiner neugewonnenen Freiheit in Mainz ins erste Semester startete. Damals war man noch vor Ort, und abends gab es mehr oder weniger wilde Uni-Fêten. Die Älteren werden sich vielleicht erinnern… Aus meiner Sicht war das jedenfalls ein ganz hervorragendes Jahr. Stephie bloggt seit 2019 und beschreibt ihre Art zu kochen so: „Bei uns gibt es nicht nur ’super-healthy‘ Superfood und grüne Smoothies. Wir achten einfach auf eine ausgewogene Mischung aus allem – so gibt es viel Gemüse und Salat, aber auch mega gern mal Schnitzel und Pommes. Was ich gar nicht mag ist Instant-Futter. Fix-Tüten benutze ich nicht und ich koche jeden Tag frisch. Ihr werdet bei mir also eine abwechslungsreiche Küche finden, die für die ganze Familie passt!“

Aber zurück zu den Fragen, die Stephie mir damals stellte. Ich fand, es wäre vielleicht ganz lustig, wenn sie die auch mal selbst beantworten darf. Das hat sie dann auch getan. Bitte sehr:

Stephie: Wie oder durch was hast du deine Leidenschaft fürs Kochen entdeckt?

Stephie: Ich habe eine Ausbildung zur Köchin gemacht, danach allerdings eigentlich nicht mehr im Job gearbeitet. Mit den Kids kam dann mehr und mehr die Beschäftigung mit ausgewogener Ernährung. So habe ich immer wieder neue Sachen probiert und dadurch meine Leidenschaft dafür wieder entdeckt. Außerdem esse ich total ungern immer das gleiche… 😁

Stephie: Auf welche Zutat kannst du in der Küche auf keinen Fall verzichten?

Stephie: Mhhh… Schwer. Wenn ich mich auf eins festlegen muss, ist es wohl Butter. Ich liebe Butter irgendwie.

Stephie: Verrat‘ uns deine Macke in der Küche?!

Stephie: Ich bin sehr perfektionistisch. Ich muss immer gleich sauber machen und mag es nicht, wenn andere mir in der Küche dazwischen pfuschen. 🤣

Stephie: Woher holst du dir Inspirationen für Deine Rezepte?

Stephie: Aus dem Internet, Zeitschriften und meinem Kopf.

Stephie: Hauptgang oder Dessert?

Stephie: Kommt drauf an was es gibt. 😁

Manuela: Danke, Stephie!

Da Stephie ihr Brot gern selbst backt, schwankte ich eine Weile zwischen verschiedenen Broten (hier hängt das Kartoffel-Dinkel-Brot noch in meiner internen Warteschleife), drehte eine Runde vorbei an der Linsenbolognese (die demnächst noch ausprobiert werden wird) und landete schließlich an einem Abend, an dem es Muscheln geben sollte, spontan bei ihrem Naan. Es war halt kein Brot zum Tunken im Haus. Und das ging gar nicht. Und das Naan passte in der Herstellung selbst noch nach einem langen Arbeitstag.

Ich hab’s zweimal gemacht – einmal mit Backpulver, einmal ohne. Ich fand das ohne besser, der Gatte mochte das mit lieber. Also gibt’s das Rezept mit Backpulver. Aber ich kennzeichne es mal als optional. Es geht auch ohne…

Aus der Not heraus musste ich die Buttermilch ersetzen. Ich nahm griechischen Joghurt und Milch. Es funktionierte ausgezeichnet und war auch geschmacklich toll. Hier mein Rezept – mit minimalen Abweichungen zum Original:

Naan

Zutaten

  • 160 ml griechischer Joghurt und Vollmilch – etwa 1:1 auf Zimmertemperatur
  • 270 g Mehl
  • 1 TL Trockenhefe
  • 1 TL Natron
  • 1 TL Backpulver optional 😉
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 TL Salz
  • Butterschmalz zum Ausbacken

Anleitung

  • Joghurt und Milch verrühren und die Trockenhefe darin auflösen.
  • Zusammen mit allen restlichen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten und an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen lassen.
  • Teig in zwölf gleichgrosse Kugeln teilen und oval ausrollen.
  • Butterschmalz in einer Gusspfanne erhitzen und einen Fladen hinein geben.
  • Es bilden sich Blasen, nach einer halben Minute kann man den Fladen bereits wenden und mit dem Pfannenwender etwas flach drücken, damit das Naan gleichmässig bräunt.
  • Wenn das Brot gebräunt ist, aus der Pfanne nehmen, auf Küchenkrepp abtropfen lassen und servieren. Aufgewärmt ist es auch durchaus am nächsten Tag noch essbar.

Am nächsten Tag, als es die Reste der Muschelsauce mit Safran und Senf zu Bandnudeln und confiertem Kabeljau gab, fügte es sich nahtlos ins Ensemble ein. Und zum schnellen Garnelencurry passte es auch ausgezeichnet.

Fazit: Ein wirklich hervorragendes Last-Minute-Brot von einer wirklich netten Bloggerin. Danke für das Rezept, Stephie! Ich werde ab sofort regelmäßig vorbeischauen. ESSkalation? Klare Empfehlung!

Und zuletzt nochmal das Blogevent-Banner. Ich bin in der nächsten Runde definitiv auch wieder dabei!

Blogger Aktion "Koch mein Rezept - der große Rezepttausch" von @volkermampft

2 Kommentare

  1. Liebe Manuela,
    vielen Dank für deine netten Worte. Deine Naan-Brote sehen super aus. Mit griechischem Joghurt muss ich das dringend auch mal ausprobieren!
    Liebe Grüsse aus Kroa… äh Liechtenstein 🙂
    Stephie

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