Wir haben es zwar nicht ganz so früh auf die Baustelle geschafft wie ursprünglich geplant, aber 9:30 Uhr hat auch gereicht, um Max noch pünktlich zum Training zu bringen. Und der Würfel, für den wir glaubten, heute und morgen ran zu müssen, ist fertig.
Bei klirrender Kälte, aber strahlendem Sonnenschein haben wir zu dritt die komplette Decke beplankt und auch den Anschluss an den Wänden noch fertig bekommen. Sieht richtig gut aus. So langsam kommt auch die Routine, die Fehler werden weniger, während die Zeit für einzelne Arbeiten sich von Mal zu Mal verkürzt. Fotos von unserem heutigen Werk gibt es im Ordner „Rigipsbeplankung“.
Nach aktuellen Berechnungen haben wir mittlerweile eine Fläche von 117,95 Quadratmetern mit Gipskartonplatten beplankt. Klingt richtig beeindruckend. Andererseits: Mathe war nie meine Stärke… Ich hoffe, ich habe mich nicht verrechnet. Jedenfalls nicht völlig…
Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Die ausgeliehenen Teleskop-Rigipshalter sind sensationell! Ohne die wäre alles unendlich viel mühsamer und würde wesentlich mehr Zeit erfordern. Hätten wir sie gekauft, würde ich mich so weit aus dem Fenster lehnen, bereits Anfang Januar zu behaupten, dass das definitiv „Der Kauf des Jahres“ sei. Ein wirklich gigantisches Hilfsmittel! Uneingeschränkt zu empfehlen.
Blöderweise kann ich trotzdem kaum noch meine Arme bewegen. Wie Max das Baseball-Training überlebt hat, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Zudem murmelte er eben noch etwas von „Hinterher fahre ich noch ins Fitness-Studio…“. Na, da bin ich aber mal gespannt!
Morgen kommt ein Trockenbauer ins Haus, um einen Kostenvoranschlag für die unzugänglichen Stellen weit oben und die Spachtelarbeiten abzugeben.
Der Installateur hat sich auch heute gemeldet und will sein Angebot schicken. Wir hatten ja nach der leidvollen Erfahrung mit des Bauunternehmers Badstudio ein Alternativangebot eingeholt, um Preise vergleichen zu können und dann gegebenenfalls die Arbeiten selbst zu vergeben.
So. Ich suche mir jetzt ein schönes, warmes Plätzchen, an dem ich mich und vor allem meine Arme nicht weiter bewegen muss. Mal gespannt, wie sich das morgen anfühlt…

… bis zum nächsten Arbeitseinsatz! Na endlich!
Morgen geht es weiter. Die wichtigsten Vorbereitungen sind getroffen: Es wurde ein nahrhaftes Abendessen zubereitet, mit dessen Hilfe die Herren morgen in der Lage sein sollten, hart und ausdauernd zu arbeiten. Zudem wurde Max darauf vorbereitet, dass er um ca. 8 Uhr aufstehen muss, falls er um 15 Uhr von der Baustelle aus direkt zum Training gefahren werden möchte. Das Stöhnen und Wehklagen war groß, aber da die Ferien erst seit zwei Tagen zu Ende sind, sollte die Kraft noch reichen – trotz gesellschaftlicher Verpflichtungen am Vorabend…
Eben habe ich ein paar Fotos, die Harry beim Richten des Hauses gemacht hat, in den Ordner „Richtwoche“ geladen. Da gibt es also sogar heute noch etwas hausmäßig Neues.
Off-topic-neu ist die Kunde, die mich heute erreichte, und nach der mein Lieblingsradler Thomas Voeckler Vater geworden ist. Freut mich wirklich. Glückwunsch!
Witzigerweise wird ja gerade auch sein amerikanischer „Freund“ Lance Vater. Da ich seit mehreren Jahren ein „Livewrong“-Wristband trage – auf die Originalseite kann man nicht mehr verlinken, da Mr. Armstrong in seiner gewohnt sympathischen Art die netten Jungs platt gemacht und die Bändchen verboten hat – ist das natürlich wahnsinnig interessant. Man muss den „Feind“ schließlich kennen, um ihn zu bekämpfen. Und wer sich selbst mit dem offiziellen Titel „cancer survivor and seven times winner of the Tour de France“ auszeichnet, darf sich eigentlich selbst über die fieseste Reaktion auf seine Person nicht wundern. Das zufällige Überleben einer Krankheit als Sieg über diese zu verkaufen, statt sich in Demut zu üben, weil man dem Tod von der Schippe gesprungen ist bzw. dieser einen gnädigerweise hat von der Schippe springen lassen, finde ich eine ziemlich fiese Art damit umzugehen. Was wirft das für ein Licht auf jene, die den Krebs nicht „besiegt“ haben? Alles willensschwache Weichlinge? Sorry… Eklig… Paul Kimmage hatte vollkommen recht, als er bei der Nachricht von Armstrongs Comeback schrieb: „The cancer is back in cycling.“
Dieses Jahr wird wahrscheinlich das erste Jahr seit ewigen Zeiten sein, in dem ich die Tour de France nicht eine Sekunde lang verfolgen werde. Im letzten Jahr habe ich mich bereits auf ein paar landschaftlich schöne Alpen-Bergetappen beschränkt. 2006 und 2007 waren wir während der Tour jeweils in Frankreich – einmal zum Radfahren in Savoien und einmal zum Badeurlaub an der Côte d’Azur. 2006 nahmen wir noch zwei Bergetappen live vor Ort mit, 2007 beließen wir es schon bei fiesem Gefeixe während der „l’equipe“-Lektüre. Ernst nehmen kann meine ehemalige Lieblingssportart jedenfalls schon lange niemand mehr, der noch einen Rest Verstand besitzt. Schade eigentlich…
 

Der Fiat läuft wieder. Harry schickte Dommi, der mir Starthilfe gab und mich mit den Worten „Drehzahl! Der braucht jetzt Drehzahl!“ auf die Autobahn schickte. Ich bretterte ein wenig durch die Gegend, erhöhte meine CO2-Bilanz und stellte das Auto dann nach halbstündiger Parkplatzsuche mit einem Stoßgebet, dass es heute morgen wieder starten möge, vor dem Haus ab.
Und es startete. Einwandfrei und ohne Genörgel. Eigentlich sollte es heute eine neue Batterie bekommen, aber die muss erst bestellt werden und trifft erst morgen ein. Daraufhin bin ich nach der Arbeit nochmal auf nicht direktem Weg über die Autobahn nach Hause gefahren und hoffe, dass er mich morgen auch nicht im Stich lassen wird.
Zudem habe ich heute bei meinem Lieblingsdiscounter einen wirklich ganz netten Bad-Spiegelschrank mit passendem Schränkchen für Handtücher etc. für das Gästebad erworben. War alles ganz schön unhandlich und schwer, landete aber schließlich doch noch auf meiner Rückbank. Übrigens sehr zum Erstaunen einiger anderer Kunden, die offensichtlich äußerst gespannt und fast freudig erregt auf meinen baldigen Zusammenbruch warteten, statt kurz helfend einzugreifen. Draußen stiegen sie dann bestimmt in ihre mit pseudo-christlichen Fisch-Aufklebern plakatierten Familienkutschen und hielten sich auch weiterhin für gute Menschen. Danke… bitte… gern…
Bei der letzten Fahrt zum Haus hatte ich einen Wagen mit PBC-Aufkleber vor mir, dessen Fahrer mich mit seinem Fahrstil fast in den Wahnsinn trieb. Anscheinend haben die Bibeltreuen Christen neuerdings ein elftes Gebot eingeführt („Du sollst nicht Gas geben!“), an das dieser Mensch sich offensichtlich absolut akribisch zu halten gedachte. Das widerum brachte mich beinahe dazu, sowohl gegen das zweite als auch gegen das fünfte Gebot zu verstoßen. O.k. – das Gefluche konnte ich nicht wirklich unterdrücken…
So. Morgen noch einen (kurzen) Arbeitstag – und dann dürfen wir endlich wieder an die richtige Arbeit ran. Samstag geht es mit der Würfeldecke und dem Wandanschluss an diese weiter. Eine echte Wohltat gegen das Gezicke im Büro! Und nächste Woche soll dann der Elektriker loslegen und wohl auch mit dem Einbau der Lüftungsanlage begonnen werden. Endlich geht es wieder voran! Und endlich gibt es auch mal andere Fotos als immer nur von Gipskartons und OSB-Platten. Oder von Max‘ Füßen.     

Heute morgen sprang die Fiat-Kiste wieder nicht an und ließ mich somit erneut schmählich im Stich. Also ab zur Straßenbahn und Richtung Arbeit. Um 7:10 Uhr traf ich im Büro ein. „Erfroren“ trifft es nicht. „Erstarrt“ auch nicht ganz. So muss Ötzi sich also die ganze Zeit während der über 5.000 Jahre gefühlt haben. Der Ärmste! Als ich an einem Thermometer vorbei kam, waren es minus 18 Grad!!! Und ich trippelte bei diesen Temperaturen tapfer mit erfrorenen Füßchen in Büroschühchen durch ein fieses Industriegebiet. Walter Moers würde sagen: „Was ist das für ein Gott, der so etwas zulässt?!?“
Kurz und gut: Die Kiste sprang auch eben nach meiner Rückkehr nicht an. Und jetzt warte ich auf Harry, der im Laufe des Abends als Retter in der Not anrücken und erstmal überbrücken wird. Da ist wohl eine neue Batterie fällig. Das dürfte heute aber wohl nichts mehr werden. Wenn das verdammte Auto wenigstens morgen laufen würde, könnte ich nach der Arbeit in der Werkstatt vorbei fahren.
Ich traue dem Fiat jetzt irgendwie nicht mehr so richtig. Das Vertrauen zu meinen Käfern konnte ein schnödes Batterieproblem jedenfalls nie stören. Die hat man aus der Parklücke raus und ein Stück die Straße runter geschoben, ist aufgesprungen und hat sie problemlos anlassen können. Beim Fiat traue ich mich das nicht. Das ist mir alles viel zu kompliziert. Am Ende richte ich dabei noch Schlimmeres an. Und Harry kann es nicht einfach reparieren – so wie früher bei den Käfern. Verdammt!
Meinen Karl-Heinz (ein „Weltmeister“-Käfer, 1302, Baujahr 1972) habe ich ihm vor Jahren mal vorbei gebracht, weil der so „seltsame Geräusche“ gemacht hat und irgendwie „nicht mehr richtig zog“. Er machte eine Probefahrt, bei der der gute Karl-Heinz endgültig den Geist aufgab und zerlegte anschließend interessehalber den Motor. Ergebnis: Ich hatte ihm die Kiste zuletzt auf einem Zylinder waidwund auf den Hof gefahren. Welle zweifach gebrochen. Am Ende brachte Harry mir der halben Motor in handliche Späne zermahlen und in eine Zeitung gewickelt vorbei. Er überreichte mir ein Ölpumpenritzel mit den Worten: „Viel anderes war nicht mehr heil.“ Nachdem ich ein wenig geheult und mir schließlich das Ölpumpenritzel zum Schlüsselanhänger umgebaut hatte, betrachtete ich es als  Mahnung, den Ölstand zukünftig etwas genauer im Auge zu behalten.
Was ich damit sagen will: Damals waren Autos noch richtige Autos. Echte Freunde und keine hochkomplizierten Weicheier, die bei ein paar Grad minus schlapp machen und einen im Stich lassen!
Ich bin enttäuscht. Nie hätte ich den Fiat so hängen lassen! Niemals!
So. Und jetzt schaue ich mir noch eine Weile wehmütig das Foto von Heinz (meinem
Käfer Nr. 2, VW 1300, Baujahr 1968, weiß, rote Innenausstattung) an und schwelge in Erinnerungen an bessere Zeiten. Das hat der Fiat jetzt davon. Pah!
„Standing at the city center
In the middle of the winter
I was waiting for you
And you were due“
– Hüsker Dü 

Zu Schulzeiten heiß ersehnt, um soziale Kontakte auszubauen, Hausaufgaben eilig abzuschreiben oder amouröse Abenteuer anzubahnen. Heute immer noch für Einkäufe oder eine gemütliche Tasse Kaffee zu gebrauchen. Pause – eigentlich ein Wort ohne negative Konnotationen. Dachte ich. Bis eben. Bis ich festgestellt habe, dass die Baupause bereits seit Mitte Dezember andauert und langsam wieder enden könnte. Ich will wieder fleißige Handwerker im Haus sehen. Und vor allem Handwerker, die mit Nachnamen nicht Flax heißen und die Klamotten dreckig machen, die hinterher nicht ich waschen muss.
Die Baupause dauert wirklich schon zu lange. Alleine schon deshalb, weil mir sonst irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft der Blog-Stoff ausgeht. Pause ist ja schön. Aber zuviel Pause ist auch wieder nichts. Außer im Büro natürlich. Besonders wenn man eine ähnlich nervige Kollegin hat wie ich. In ihr haben sich auf schönste Weise abgrundtiefe Gehässigkeit und Klimakterium gepaart. Und diese unheilige Allianz führt dazu, dass sie entweder Psychoterror veranstaltet oder das Fenster stundenlang bei Minusgraden aufreißt oder beides gleichzeitig. Nur der Gedanke an die dann folgenden langwierigen Verhöre und die Untersuchungshaft konnten mich heute davon abhalten, ihr endgültig den Garaus zu machen. Andererseits: In Haft hätte man endlich mal Zeit, die ganzen Bücher zu lesen, die man sich in den letzten Monaten gekauft und dann aus Zeitmangel noch eingeschweißt ins Regal gestellt hat.
Apropos „Pause“: ‚Die schönsten Pausen sind lila‘. Wie der Helm vom Maddin. Der – der Maddin, nicht der Helm –  hat mich dann wenigstens kurz aus der Depression raus- und vom Sofa hochgerissen. Hat aber leider nicht gelangt für ihn. Trotzdem nett. Der macht das schon. Immerhin gab es Zeiten, in denen außer Milka und mir niemand an ihn geglaubt hat. Da mussten wir zusammen halten – Milka & ich. Taten wir auch. Milka hat es meines Wissens weniger geschadet als mir. Die Höhe der entsprechenden Gewichtszunahme verschweige ich mal lieber…
Nebenbei: Wieso sehen Skispringer altersmäßig eigentlich immer wie maximal zwölf aus? Oder höchstens dreizehn? Sogar Jens Weißflog wirkt immer noch kaum einen Tag älter. Als heute die Kommentatoren etwas über Stefan Hockes Frau und Kinder erzählten, spielte ich kurz mit dem Gedanken, den Kinderschutzbund zu informieren. Nicht wegen der Kinder, sondern wegen Hocke. Ja, ist denn so etwas überhaupt erlaubt?!
Ganz gut momentan: die Winterpause der Baseball-Saison. Heute kamen die Spielpläne. Das Glück hält also nicht mehr lange an. Dann muss der Flaxsche Sohn wieder an jedem Wochenende zu mindestens einem Junioren- oder Regionalliga-Spiel gekarrt werden. Am 19.04. geht es los mit einem Heimspiel. Ob wir da den Umzug schon hinter uns haben? Eigentlich freue ich mich auf die Saison – wie immer um diese Zeit. Aber diesmal könnte die Winterpause ruhig etwas länger sein. Nur ein bißchen. Ab ins Dugout, Saison!
Blöd ist die wetterbedingte Laufpause. Montag mussten wir schon schweren Herzens verzichten, weil es ununterbrochen schneite. Nach zehn Minuten wären die Schuhe durchweicht gewesen – bei diesen Temperaturen dann keine reine Freude mehr. Morgen wollen wir es eigentlich wieder versuchen. Es ist aber stellenweise dermaßen glatt, dass ich mir nicht sicher bin, ob das wirklich so eine gute Idee ist. Auf komplizierte Trümmerbrüche und langwierige Reha-Aufenthalte habe ich momentan so gar keine Lust. Mmmhhh…
Eigentlich wollte ich ja noch schnell für Achim, der sich über meinen fiesen Jet-Set-Seitenhieb beklagt hat, etwas Nettes über Bono schreiben. Mir fällt bloß gerade so gar nichts ein. Und die Werbepause ist auch gleich vorbei. Tja… Morgen vielleicht… Oder so… Jetzt kommt jedenfalls mein Lieblingsmediziner zum Housebesuch. Wirklich zu ärgerlich, aber man muss halt Prioritäten setzen.