Churros con Chocolate: Wildern in Berlin

Diesmal verschlug mich die Bloggeraktion Koch‘ mein Rezept! von Volkermampft in Caros Küche. Wer’s (noch) nicht kennt: Blogger bekommen einen Tauschpartner zugelost, kochen ein Rezept von dessen Blog und schreiben darüber. Das ist die Kurzform. In Wirklichkeit ist es viel mehr. Man liest sich durch Blogs, auf die man möglicherweise ohne diese Aktion nicht gestoßen wäre, und kocht auch mal was, das sonst so nicht auf den Tisch gekommen wäre.

Carolins erstes Rezept auf Caros Küche vom 29.06.2014 ist ein Pesto Rosso, also eines aus getrockneten Tomaten. Das wäre fast gleich beim ersten Klick (ich fange bei Koch‘ mein Rezept! nämlich meistens hinten an) das Rezept meiner Wahl geworden, zumal ich noch eingelegte Tomaten vom letzten Gozo-Urlaub im Vorrat htte. Aber so einfach wollte ich es mir dann doch nicht machen. Auch wenn es perfekt zu meiner momentanen Vorratsvernichtungsaktion gepasst hätte.

Ein zweiter Blick in Caros Küche

Während es anfangs noch Rezepte mit Fleisch bei Caro gab, ist sie mittlerweile ausschließlich vegetarisch oder vegan unterwegs. Und das meist mit schnellen und praktischen Rezepten für jeden Tag – herzhaft und süß. Und bei süß sind wir gleich beim Thema: Ich stieß auf ihre Churros mit Schokoladensauce. Da wollte ich die ganze Zeit schon mal ran. Und damit war es dann auch beschlossene Sache.

Die letzten Churros hatte ich in Sòller auf Mallorca (Alles hat ein Ende. Nur die Sobrassada hat zwei.) und seitdem immer mal wieder beschlossen, selbst welche zu machen. Es blieb beim Beschluss. Umgesetzt wurde er nie. Irgendwas kam immer dazwischen. Kennt ihr.

Als ich letztes Wochenende ankündigte, dass es Churros gäbe, war der Gatte äußerst angetan. Mit Schokoladensauce? Mit Schokoladensauce!

Churros con Chocolate

Gericht: Dessertteller, Urlaubsteller
Küche: Mediterran
Keyword: churros, schokolade, süß
Kalorien:

Zutaten

für die Churros

  • 125 ml Wasser
  • 30 g Butter
  • 75 g Weizenmehl
  • 15 g Speisestärke
  • 2 Eier Größe M
  • 0,5 Vanilleschote davon das Mark
  • Rapsöl zum Ausbacken
  • etwas Zimt und Zucker zum drin wälzen (die Churros!)

für die Schokoladensauce

  • 100 ml Sahne (Original: Milch)
  • 100 g dunkle Schokolade hier: Callebaut 811

Anleitung

Brandteig herstellen…

  • Wasser mit Butter in einem kleinen Topf aufkochen. Mehl und Speisestärke sieben und in den Topf geben.
  • Alles zu einem glatten Teigkloß verrühren. Unter ständigem Rühren etwa ein bis zwei Minuten lang weiter erhitzen („abbrennen“), bis sich am Topfboden eine weiße Schicht bildet.
  • Den Teig in eine Rührschüssel geben, kurz abkühlen lassen und dann die Eier nacheinander auf höchster Stufe unterkneten. Vanillemark hinzugeben.
  • Teig in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen.

… und ausbacken.

  • Das Öl in einem kleinen Topf erhitzen.
  • Aus dem Spritzbeutel etwa zehn Zentimeter lange Teigschnüre ins heiße Öl spritzen und schwimmend goldbraun ausbacken. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen und in der Zimt-Zucker-Mischung wälzen.

Und dann noch die Sauce!

  • In einem weiteren Topf die Sahne erhitzen und die Schokolade darin schmelzen. Sauce in ein Schälchen geben, wenn sich die Schokolade vollständig aufgelöst hat.

Das lief alles super. Vor Brandteig habe ich auch keine Angst. Die hat übrigens niemand mehr nach dem ersten Versuch. Es gibt nichts Einfacheres.

Ein Beitrag aus der beliebten Rubrik „Haushaltsunfälle“

Doof wurde es, als ich mit dem Abbacken fertig war und den Topf mit dem heißen Öl beiseite stellen wollte. Ich schwappte eine größere Ladung auf meinen linken Fuß, der sich zu diesem Zeitpunkt zusammen mit einer Socke in offenen Hausschlappen befand.

Was dann passierte, passierte recht schnell: ein Schrei, Schlappen weggeschnickt, Socke runtergerissen, Fuß in die Spüle und eiskaltes Wasser drauf. Auaaa!!! Nach einer Woche sind da immer noch zwei riesige Brandblasen auf den mittleren Zehen, die höllisch weh tun. Ich hasse mich.

Und ich erzähle es deshalb, weil es so gut zu einem Absatz von Caro zum Thema Pastaherstellung passt – auch wenn sie sicher bei ihrem Text nicht an Selbstzerfleischungsaktionen in der Küche gedacht hatte. Im Blogpost Ravioli mit Spinatfüllung schreibt sie nämlich: Bei meinem Projekt geht es übrigens nicht darum, alles perfekt zu machen. Ich will mich ausprobieren und neue Dinge entdecken. Falls was gründlich schiefläuft, erzähle ich auch davon. Dann könnt ihr immerhin aus meinen Erfahrungen lernen und es vielleicht besser machen.

Merke: Topf nur auf dem Herd nach hinten schieben, so lange das Öl noch heiß ist! Niemals damit durch die Gegend flanieren. Unter keinen Umständen. Watch and learn!

Koch‘ mein Rezept! – Meine bisherigen Beutezüge

Ich habe nämlich bereits ein paar mal gewildert – hier die entsprechenden Blogposts:

Überfall auf Evchens Küche * Mal wieder in fremden Töpfen gewildert * Vom Wildern zwischen Brot und Rosen * Kladdkaka – schon das Wort! * Von Essen und Urlaub * Liechten… was?! oder: Wildern in Kleinstaaten * Pane Bistecca – allerdings ohne Brot und Steak * Zweierlei Knödelei * Doppelter Beutezug * Gougère, Gnocchi & Plain in Pigna – Wildern in der Schweiz

Tschüss, Carolin! War schön bei dir.

Ich find’s immer wieder toll, fremde Blogs – und damit bis dahin fremde Menschen – zu entdecken. An dieser Stelle deshalb auch nochmal mein ausdrücklicher Dank an Volker für diese tolle Aktion. Es war wie immer spannend und tellerranderweiternd. Ich schaue sicher nochmal vorbei.

4 Kommentare

  1. Uargs, das ist ja ein fieser Fett-Unfall! Ich war aber just heute auch mal wieder ganz schön gierig und hab mich am zu heißen Kuchen verbrannt…
    Ganz lieben Dank, dass du die Churros nachgemacht hast. Sie sehen so toll aus – und machen mir auch mal wieder Lust auf Mallorca (oder Alicante)..!
    Ganz liebe Grüße
    Caro

    1. Bei mir isses ja auch schon eine Woche her… Prinzipiell könnte man da ja auch schon wieder… 😀
      Tolles Rezept. Danke 🙂
      „Am heißen Kuchen verbrannt“ beweist, dass er gelungen war. Ansonsten hätte man sich ja nicht gleich draufgestürzt 😀

  2. Oh mein Gott, ich hab ja auch so schlimme Frittierangst und die bisher nur einmal für die Beignets bezwungen. Gute Besserung!!!!! Hoffe, die Churros haben den Schmerz ein wenig lindern können. Ach ja, der Extrahinweis bei Zucker und Zimt käme hier auch vom Ingenieur

    1. Ich fritiere ja ganz gerne mal in offenen Töpfen. Passiert ja auch nix – außer man ist blöd 😀
      Die Churros waren ausgezeichnet. Und sie waren es wert. Zumindest falls ich in zwei Wochen keine offenen Wunden mehr haben werde ^^

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