
Und wieder einmal bin ich auf fremden Blogs unterwegs. Im Rahmen von Volkers Blogevent Koch‘ mein Rezept nämlich. Diesmal geht’s zu Barbara. Barbaras Spielwiese heißt ihr Blog. Und es ist eigentlich kein „fremdes Blog“. Es ist eins von denen, auf denen ich immer wieder gerne unterwegs bin. Nicht kommerziell und nicht mit Werbung zugeballert bis zur Unkenntlichkeit. Dafür mit Geschichten und Reiseerinnerungen zu den Rezepten. Keine KI weit und breit in Sicht. Dafür eine echte Autorin mit einem echten Leben. Mag ich.
Barbara hat bereits 2007 begonnen zu bloggen, ist also ein alter Hase auf ihrer Spielwiese. Ihr erstes Post: „Sonntag, 22. April 2007 – Die Testphase startet
Hallo allerseits! Dies ist mein erster Versuch, einen Blog zu erstellen… Naja, schau’n wir mal, was da alles dahintersteht und was da alles auf mich zukommt! ;-)“
Parallel betreibt sie noch Barbaras Reisen, ihr Reiseblog. Wenn ich mich auf die Schnelle nicht verzählt habe, gibt’s dort Reiseberichte aus 87 (!) Ländern. Da sind ein paar Kilometer zusammen gekommen.
„Wenn man länger darüber nachdenkt: Ist nicht das ganze Leben eine Spielwiese? Oder sollte zumindest eine sein?! Viele Menschen nehmen immer alles sehr, sehr schwer – ein spielerisches Herangehen an die Anforderungen des Lebens macht doch vieles einfacher – so findet sich manche Lösung viel schneller! Also, mein Tipp für heute: Alles nicht so eng sehen und die Spielwiesen des Lebens genießen!“ Das schreibt sie am 02.05.2007 – und daran hat sich bis heute wenig geändert. Nach wie vor ein guter Tipp. Auch wenn die Welt sich momentan auf einer absurden Achterbahnfahrt zu befinden scheint.
Rezeptfindungsphase 1 – Ergebnis: Mousse au Chocolat
Erstmal habe ich eine ganze Weile herumgekramt und -gegraben. Mir war nach etwas Asiatischem. Davon gibt es auch reichlich. Aber dann brauchte ich sonntags ein Dessert und stieß zufällig auf ein Rezept für Mousse au Chocolat. Ich verschob Asien auf „morgen oder so“ und bereitete völlig überraschend unter dem Jubel des Gatten sein Lieblingsdessert zu. Und es gab für ihn sogar einen Rest Karamellsauce obendrauf.
Barbaras Mousse ist ein Traum: herrlich unkompliziert und von absolut fluffiger Konsistenz. Ich gönnte ihr zugegebenermaßen auch eine sehr edle Schokolade, die unbedingt langsam mal weg musste. Am Ergebnis gab es nichts zu meckern. Das wird mein neues Stammrezept. Definitiv!
Natürlich war damit das Thema an sich damit noch nicht abgehakt.
Rezeptfindungsphase 2 – Ergebnis: Chicken Korma
Es war kalt – also musste etwas Würziges, Wärmendes her. Und ich hatte Hühnerbrust und keine Angst, sie zu benutzen. Und nachdem wir ein paar Tage vorher aus therapeutischen Gründen schon über einer Soto Ayam von indonesischen Korallenriffen geträumt hatten, schien ein Chicken Korma eine ausgezeichnete Idee zu sein. Und das war es auch.
Zutaten
für die geschmorte Hähnchenbrust
- 1 weiße Gemüsezwiebel
- 2 Zehen Knoblauch gerieben
- 1 Stück Ingwer gerieben
- Öl zum Anbraten
- 1 Prise Salz
- 3 Kapseln grüner Kardamom
- 3 Gewürznelken
- etwas Zimt
- 0,5 TL Chilipulver
- 1 TL Koriander gemahlen
- 0,5 TL Kurkuma gemahlen
- 450 g Hähnchenbrust ohne Haut
- 4-5 EL Kokoscreme
- 4-5 EL heißes Wasser
für die Cashewcreme
- 3 EL Cashew-Bruch
- 2 EL Kokoscreme
- 1 EL warmes Wasser
vor dem Anrichten
- 1 TL Garam Masala
- 0,5 TL Salz
- 2 EL Joghurt hier: griechisch
- etwas frischen Koriander und Petersilie gehackt – zum Bestreuen
Anleitung
- Zwiebel in Ringe schneiden, Knoblauch und Ingwer reiben. Hähnchenfleisch bereitstellen. Ich habe der Einfachheit halber Brustfleisch genommen, weil ich gerade welches hatte. Im Original werden auch Schenkel (mit Knochen) verwendet.
- Gußeisernen Topf erhitzen, Öl hinzugeben. Kardamom, Nelken und Zimt leicht im Mörser anquetschen und in die Pfanne geben, kurz mit anschwitzen. Zwiebelringe zugeben und umrühren. Salz zugeben und zusammen ca. 15 Minuten schmurgeln lassen, immer mal wenden.
- Knoblauch, Ingwer und die weiteren Gewürze zugeben, unterrühren und ein paar Minuten unter Rühren mitbraten.
- Hähnchenteile in die Pfanne geben, wenden, so dass sie von allen Seiten mit der Zwiebel-Gewürz-Mischung umgeben sind. Bei starker Hitze kurz anbraten. Kokoscreme dazu geben, unterrühren, heißes Wasser zugeben, umrühren und einen Deckel auf den Topf legen. Nochmals ca. zwanzig Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen, dabei immer mal nachschauen, die Hähnchenteile umdrehen, die Sauce umrühren.
- Cashewnüsse mit Kokoscreme und Wasser zusammen nach Geschmack grob oder fein hacken, z.B. im Blitzhacker. Diese Cashewcreme in Pfanne geben und alles vermischen. Garam Masala und Salz hinzufügen, abschmecken (evtl. nachschärfen), Joghurt unterrühren und servieren.

Das war wirklich ganz ausgezeichnet und hat meine momentan etwas geschundene Seele rundum aufgewärmt. So wie es halt nur ein Huhn und indische Gewürze können. Danke, Huhn! Und: Danke, liebe Barbara!
Eigentlich bin ich schon verdammt spät dran und eigentlich könnte ich es auch damit gut sein lassen – wäre da nicht der Plan mit den Teigtaschen gewesen…
Rezeptfindungsphase 3 – Ergebnis: zweierlei Jiaozi plus Paprika
Und wer die nachkochen will – hier die Links zu Barbaras Originalrezepten: Chinese Jiaozi und Jiaozi mit Frühlingszwiebeln und Shrimps und Gebratene Paprika mit Sichuanpfeffer aus dem Wok. Es war uns ein Vergnügen an einem Abend, an dem ich unbedingt Handarbeit mit sichtbarem Ergebnis für mein persönliches Wohlbefinden benötigte. Und das Ergenis war wirklich hervorragend. Es rettete unseren Tag. Sehr empfehlenswert!

Alles in allem…
… war das ein toller Blog-Besuch. Ich hätte noch viel mehr Ideen gefunden, wenn ich nicht gerade in einer – nennen wir es: komplizierten – Phase meines Lebens stecken würde. Aber dafür kann Barbara nix. Im Gegenteil! Das Stöbern bei ihr munterte mich sogar extrem auf.
Und ich kann es jedem Leser nur empfehlen! Liebe Barbara, es ist mir immer wieder eine Freude, auf Menschen wie dich zu stoßen. Mach‘ nur immer schön genauso weiter! Wir lesen uns.
Koch‘ mein Rezept! – Meine bisherigen Beutezüge
Überfall auf Evchens Küche * Mal wieder in fremden Töpfen gewildert * Vom Wildern zwischen Brot und Rosen * Kladdkaka – schon das Wort! * Von Essen und Urlaub * Liechten… was?! oder: Wildern in Kleinstaaten * Pane Bistecca – allerdings ohne Brot und Steak * Zweierlei Knödelei * Doppelter Beutezug * Gougère, Gnocchi & Plain in Pigna – Wildern in der Schweiz * Churros con Chocolate – Wildern in Berlin * Das süße Leben in der Eifel * Jetzt fahr’n wir über’n See, über’n See, … * Nachgenudelt – mit Sauce, aber ohne Purzelbaum * Wildern im Bayerischen Wald * Zimtfrei auf dem Kartoffelacker * Besuch bei der Queen of Restverwertung * Wildern in der Weihnachtsbäckerei * Manisch auf Rezeptejagd * Keep calm and curry on!



